Dänemark wartet auf Polen in der EU

2. Juni 2003, 16:54
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Rasmussen: "Wir werden zusammen das bessere Europa von morgen aufbauen"

Warschau/Stettin - Der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen hat am Montag im nordwestpolnischen Stettin (Szczecin) die Vorteile der EU-Mitgliedschaft für Polen betont. "Dänemark wartet ungeduldig darauf, Polen als Mitglied der EU begrüßen zu können", sagte er knapp eine Woche vor dem Referendum der Polen über den EU-Beitritt am kommenden Wochenende. Zusammen mit seinem polnischen Amtskollegen Leszek Miller warb er vor Studenten, Kommunalpolitiker und bei einem Gespräch mit Bürgern für ein "Ja" der Polen in dem Referendum.

"Wir werden zusammen das bessere Europa von morgen aufbauen", sagte Rasmussen. Von der EU-Erweiterung würden sowohl die alten Mitgliedstaaten wie auch Polen profitieren. Die erweiterte Union bedeute eine erweiterte Zone von Stabilität, Frieden und Demokratie, betonte Rasmussen nach Angaben der polnischen Nachrichtenagentur PAP. Die Polen müssten keine Sorge vor einem Identifikationsverlust haben, sagte er an die Adresse der EU-Skeptiker gerichtet. "Wir werden durch die Union bereichert, aber die Dänen sind immer noch Dänen, und die Polen werden Polen bleiben."

Miller hob hervor, Polen habe immer zu Europa gehört. Nun aber gehe es darum, auch in den Strukturen der EU vertreten zu sein. Die EU garantiere Stabilität und einen hohen Lebensstandard für alle ihre Bürger.

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Vor dem Referendum am 7. und 8. Juni wirbt in Polen eine Reihe von Besuchern aus den EU-Staaten für einen positiven Ausgang des Referendums. So wollte nimmt Bundeskanzler Gerhard Schröder Mittwochabend zusammen mit Miller an einer Bürgerveranstaltung in Lodz teil, um zur Teilnahme am Referendum aufzurufen.

Zur Unterstützung der EU-Kampagne waren auch schon Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und der Präsident der EU-Kommission, Romano Prodi, sowie der grüne deutsche Außenminister Joschka Fischer in Polen. Die Polen stimmen am kommenden Wochenende (7./8. Juni) über den EU-Beitritt ab.

Umfrage

57 Prozent der stimmberechtigten Polen sagen, sie werden "ganz bestimmt" an der Abstimmung teilnehmen. Das ist das Ergebnis der neuesten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts OBOP. Das sind acht Prozentpunkte mehr als im März.

Jene, die abstimmen wollen, werden den EU-Beitritt des Landes mehrheitlich unterstützen: 74 Prozent werden Ja zur EU sagen. 16 Prozent geben an, gegen den Beitritt zu sein. Zehn Prozent sind noch unentschieden, wie sie wählen sollen. (APA/dpa)

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