Software deckt Retuschen auf

28. November 2011, 21:34
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Zwei US-Informatiker haben ein Erkennungssystem für Fotobearbeitungen entwickelt

Washington/Wien - Das Problem ist auf den ersten Blick meist nicht so klar erkennbar: Vor allem bei der Bewerbung von Kosmetikprodukten greifen die Anzeigenmacher gerne zur digitalen Bildretusche, um die abgebildeten Schönheiten noch ein bisschen schöner erscheinen zu lassen. Erst im Juli wurden Kampagnen von L'Oréal untersagt, weil die Gesichter von US-Schauspielerin Julia Roberts und Model Christy Turlington allzu dreist geglättet worden waren.

Dass solche Bilder nicht folgenlos bleiben, ist längst erwiesen: Manche Betrachter der Kunstvisagen und -körper orientieren sich allzu sehr an den Fantasiebildern, leider unter dem eigenen Aussehen, entwickeln Essstörungen. Doch was dagegen tun?

Zwei US-Informatiker haben zwar auch keine Patentlösung zum Aufspüren solcher Manipulationen anzubieten. Immerhin entwickelten sie eine Software, die durch automatische Fotovergleiche das Ausmaß der Bildbearbeitung quantifizieren kann, um so zu "objektiven" Einschätzungen zu gelangen. Wie die Forscher im Fachblatt PNAS berichten, kamen menschliche Betrachter (als Gegenprobe) zu ganz ähnlichen Beurteilungen. (tasch, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29. November 2011)

  • "Sex and the City"-Star Kim Cattrall vor und nach der digitalen Verjüngungskur. Auch eine Software erkennt nun die Differenzen.
    foto: pnas

    "Sex and the City"-Star Kim Cattrall vor und nach der digitalen Verjüngungskur. Auch eine Software erkennt nun die Differenzen.

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