Monumentaler Steinkreis stand mit älteren Strukturen in Verbindung

29. November 2011, 20:16
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Britisch-österreichisches Forscherteam entdeckte Zusammenhang zwischen Megalithkreis und sogenanntem Cursus

Wien - In der näheren Umgebung des berühmten Steinkreises von Stonehenge in Südengland existierten bereits lange vor der heute sichtbaren Anlage jungsteinzeitliche Strukturen. Ein britisch-österreichisches Forscherteam untersuchte Monumente, die bereits etwa 500 Jahre vor der Errichtung der Steine entstanden sind. Mit Hilfe von magnetischen Analysemethoden und Bodenradar konnten die Wissenschafter zeigen, dass große Gruben genau dort ausgehoben wurden, wo - vom Steinkreis aus gesehen - die Sonne am Tag der Sommersonnenwende auf und unter geht.

Bereits seit vergangenem Jahr arbeiten die Wissenschafter von der Universität Birmingham und dem Ludwig Boltzmann Institut für Archäologische Prospektion in Wien an der großflächigen Vermessung der Umgebung von Stonehenge, wie der Direktor des Boltzmann Instituts, Wolfgang Neubauer, erklärte. Die Forscher haben eine bereits bekannte, rund 1,5 Kilometer nördlich des Steinkreises gelegene noch ältere Struktur - den sogenannten Cursus - erstmals vollständig mit den magnetischen Methoden und Bodenradar vermessen.

Überraschende Leere

Bei dem Cursus handelt es sich um eine etwa 100 Meter breite und drei Kilometer lange Anlage, die mit einem Graben und einem Wall abgegrenzt war. Datiert wird ihre Entstehung auf etwa 500 Jahre vor der Errichtung des weltweit berühmten Monuments. Bei ihren aktuellen Untersuchungen waren die Wissenschafter von der Leere der Anlage überrascht, so Neubauer, denn außer zwei großen Gruben konnten keine größeren Strukturen gefunden werden.

Diese Gruben seien so gebaut, dass darin vermutlich große hölzerne Strukturen - ähnlich den Monolithen - gestanden haben. Ihre besondere Lage deutet aber darauf hin, dass der Ort bereits vor der Errichtung der Steine mit großer Bedeutung aufgeladen war und auch in Verbindung mit dem Platz, wo sich heute der Steinkreis befindet, stand: Zwei gerade Linien zwischen dem sogenannten "Heel Stone" in Stonehenge und den beiden Gruben markieren genau die Orte von Sonnenauf- und -untergang am Tag der Sommersonnenwende. Verbindet man den Mittelpunkt zwischen den beiden Gruben mit dem Zentrum von Stonehenge, zeigt diese Linie genau zum höchsten Sonnenstand an diesem Tag also exakt nach Süden.

Vorläufer des Steinkreises

Die britischen Wissenschafter vermuten nun, dass am Tag der Sommersonnenwende Prozessionen entlang des Cursus - vom Sonnenaufgangspunkt über das Mittag-Zentrum bis zum Sonnenuntergangspunkt - stattgefunden haben könnten. Der Steinkreis und der Cursus wurden früher "als zwei unterschiedliche Dinge wahrgenommen", so Neubauer, für den der Cursus "auf jeden Fall ein Vorläufer des Steinkreises gewesen ist". Es stelle sich nun die Frage, was an dessen Stelle dort früher war. Auch in der kreisförmigen Anlage hat es Monumente aus Holz gegeben.

"Das ist ein weiterer Puzzlestein in der Gesamtlösung der Bedeutung von Stonehenge", so Neubauer, der das Ziel verfolgt, das gesamte Areal rund um das Monument zu untersuchen, um zu einer "Gesamtinterpretation dieser Landschaft" zu gelangen. "Wir werden aber nicht nach zwei Jahren die Lösung haben", so der Archäologe. Die Untersuchungen würden aber das Wissen über Stonehenge grundsätzlich verändern.

Die Entwicklung von Methoden zur großflächigen Untersuchungen von archäologisch bedeutsamen Landschaften, ist der Forschungsfokus von Neubauer und seinen Kollegen. Neben Stonehenge analysiert das Ludwig Boltzmann Institut in Kooperation mit verschiedenen österreichischen und internationalen Partnern beispielsweise auch Ausgrabungsstätten aus der Wikingerzeit in Norwegen und Schweden. In Carnuntum konnte mit diesen Methoden zuletzt die Gladiatorenschule entdeckt werden. (APA, red)

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    Die aktuellen Forschungen der Wissenschafter aus England und Österreich zeigten, dass bereits 500 Jahre vor der Errichtung des großen Steinkreises in der Umgebung kultische Prozessionen stattgefunden haben dürften.

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