Maßnahmen

AKH spart ab Februar, Ärzte warnen vor Engpässen

28. November 2011, 19:50
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    foto: apa/fohringer

    Noch bevor der Beginn der Sparmaßnahmen bekannt wurde, hatten die Ärzte des AKH dagegen mobilgemacht: Rund tausend versammelten sich vergangenen Dienstag zum Protest.

Die Medizinische Universität Wien erklärt, es gebe keine Alternative zu Personalkürzungen an Österreichs größtem Krankenhaus - Sechs Millionen Euro sollen am AKH eingespart werden - Die Ärzte laufen Sturm

Wien - Jetzt ist offiziell, wovor die Ärzte des AKH schon seit Wochen warnen: Die Medizinische Universität Wien (MUW) teilte am Montag mit, die angedrohten Sparmaßnahmen mit 1. Februar 2012 umsetzen zu wollen.

Konkret werden von den derzeit diensthabenden 172 Ärzten pro Nacht nur mehr 146 im Einsatz sein. Das soll bis zu sechs Millionen Euro einsparen, rechnet MUW-Rektor Schütz vor. Insgesamt fehlten neun Millionen Euro im Budget für dieses Jahr. Die restlichen drei Millionen Euro sollen durch Nichtnachbesetzung von Stellen eingespart werden.

Thomas Szekeres, Vizepräsident der Ärztekammer und Betriebsratsvorsitzender an der MUW, befürchtet "bis zu einem Drittel Einbußen in der Chirurgie" und "massive Auswirkungen auf die Notaufnahmen", sollten die Sparpläne tatsächlich so umgesetzt werden. "Ohne Prioritäten einzusparen macht überhaupt keinen Sinn", so Szekeres im Gespräch mit dem Standard. Zudem habe der Staat für andere Dinge sehr wohl Geld, sagt Szekeres: "Alleine die Sanierung der Hanssonkurve auf der Südosttangente kostet über 30 Millionen Euro."

Deswegen haben die Ärzte Dienstag zu einer öffentlichen Protestversammlung in der Aula des AKH aufgerufen. Auch prominente Unterstützer wie Freda Meissner-Blau, Niki Lauda oder Otto Schenk sollen bei der Versammlung vor einem Kollaps der Krankenanstalt warnen.

Vor wenigen Wochen wurde auch der Verein "Rettet das AKH" ins Leben gerufen, über den Spenden für den unterfinanzierten Krankenhausbetrieb lukriert werden sollen. Gehaltsverzicht sei als weitere Maßnahme nicht in Betracht gezogen worden, sagt Szekeres. "Wir Ärzte können nichts dafür, wenn die öffentliche Hand zu wenig Mittel aufbringen will." Das Personal würde ohnehin zahlreiche Überstunden ohne Abgeltung leisten.

Die Gemeinde Wien und die MUW sind beide Betreiber des AKH, wobei die Uni jährlich 300 Millionen Euro Budget vom Wissenschaftsministerium bekommt und sich mit 40 Millionen Euro an den Spitalskosten beteiligt und die Ärzte bezahlt. Zu den verkündeten Sparmaßnahmen gebe es keine Alternative, sagt Johannes Angerer, Sprecher der MUW. Alle Kliniken seien gleichermaßen von den Kürzungen betroffen, "natürlich sollen möglichst wenige Patienten von den Auswirkungen betroffen sein."

Uni-Budget bestimmt Zukunft

Wie es mit den Finanzen der Uni-Klinik weiter geht, hänge stark von der Budgetierung der österreichischen Universitäten ab. Bis Jahresende sollte der Uni-Etat für 2013 bis 2015 bekannt gegeben werden.

Am AKH werden jährlich 600.000 Patienten ambulant, weitere 100.000 stationär versorgt. Mit rund 9000 Mitarbeitern - 1500 von ihnen Ärzte - werden 46.000 Operationen durchgeführt. (Julia Herrnböck, DER STANDARD, Printausgabe, 29.11.2011)

Dr.Eisenbart
02
30.11.2011, 06:16
Szekeres ist schon in Ordnung

Und wenn alle AKH Ärzte so wären wie er, gäbs weniger Probleme .
Allerdings bestehen die Kollegen, die er vertritt , etwa zu einem Drittel aus arroganten Schnöseln.
Und die mag niemand.

Der Neugierige
10
29.11.2011, 09:14
Kostenexplosion durch ambulante Patienten

In den 80ern durfte man nur an die AKH-UNI-Klink mit Facharztüberweisung!

Heute darf jeder, dem es gerade einfällt, 24 Stunden pro Tag 365 Tage im Jahr in eine AKH-Ambulanz GRATIS gehen, um dann UNI-Medizin zu konsumieren.

Es wundert nur völlig Unbedarfte, dass das teuer ist.

Aber anstatt das Übel an der Wurzel zu packen, können unsere unwissenden und inkompetenten Entscheidungsträger nur Budgets kürzen!!!

saphre
00
30.11.2011, 08:28
in die notaufnahme können sie ohne voranmeldung gehen

die restlichen ambulanzen nehmen nur gegen voranmeldung.

Franz Schwingenschrot
20
29.11.2011, 08:10

Vielleicht sollte man bei den Sparplänen für das AKH auch die Patienten mit einem Solidarbeitrag miteinbeziehen. Bei Operationen zum Beispiel. Von jedem Organ, das doppelt vorhanden und gesund ist, wird die Hälfte gespendet. Als Gegenleistung wird das Wort „Danke“ mit der Operationsnaht geschrieben.
http://gedaunknsplitta.blog.de

Plato
03
28.11.2011, 21:49
Genialer Schachzug zur Verringerung der Sozialkosten (!)

1) Höheres Pensionsalter und kompetitiveres Umfeld in der Arbeitswelt verschlechtert den allgemeinen Gesundheitszustand.
2) Weniger Leistungen bei Krankenhäusern und Ärzten (ausgenommen mit Privathonorar) verkürzen die durchschnittliche Lebenserwartung.
3) Als Resultat werden sowohl Behandlungskosten als auch Pensionen gespart.
4) Die freiwerdenden Mittel können dann endlich als Shareholders Value umverteilt werden, dadurch wird unser Land & Kontinent fuer das globale Kapital attraktiver.
5) Es lohnt sich wieder, reich zu sein, wenn nicht mehr jeder Plebejer 90 werden kann.

K1981
00
28.11.2011, 21:30
Am falschen Ende gespart

In diesem Fall wird am falschen Ende gespart. Schön, dass es Geld für sinnlose Lärmschutzmauern, ressortlose stadthirschen und viel viel Geld für den privilegienstadl der politier&beamten gibt.

Ein Armutszeugnis.

saphre
00
30.11.2011, 08:30
das akh ist ein fass ohne boden.

das war so - das ist so und wird immer so bleiben.

Der Neugierige
00
30.11.2011, 09:36
Logisch.

Solange für jeden unlimitiert alles gratis ist, ist es zwingender Maßen ein Faß ohne Boden.

Entweder man müßte die Leistung limitieren oder Selbstbehalte ("Ambulanzgeld") einführen, um den Kosten Grenzen zu setzten. Wenn man das nicht will, muß man halt entsprechend viel Geld ausgeben.

Aber Leistung ohne Grenzen mit limitiertem Budget, insbesondere mit "Management bei Chaos" (=plötzliche Personalausgabenkürzungen ohne vorherige Strukturierung) geht sich halt nicht aus...

tschamba fii
01
28.11.2011, 21:21
Konkret werden von den derzeit diensthabenden 172 Ärzten pro Nacht nur mehr 146 im Einsatz sein. Das soll bis zu sechs Millionen Euro einsparen,

was sind 6 mio , im gegensatz zu den versenkten milliarden in wien. 6mio die eine versorgung aufrecht erhalten , die notwendig ist und patienten nicht auf operationen warten läßt. sonst wird das argument gebraucht " des bringt nur ein bisl was, deswegen sparen wir das nicht ein und bedeutet mehr aufwand" , hier bringts auch nur ein bisl was aber es geht um menschen und ihre gesundheit. sonst gehts um politiker und ihre krankhaften gehälter

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