Inselstaaten fürchten Untergang

28. November 2011, 19:50
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Ruf nach Klimaschutzabkommen - Österreich zahlt

Durban/Wien - Zum Beginn der UN-Klimakonferenz in Durban haben die Inselstaaten eine rasche Einigung auf ein neues Klimaschutzabkommen gefordert. Es sei ihre "Pflicht", alle Entscheidungen abzulehnen, die nicht ihr Überleben garantierten, erklärte die Allianz der Kleinen Inselstaaten (AOSIS). Südafrikas Staatschef Jacob Zuma sagte, die Bekämpfung des Klimawandels müsse mit dem Kampf gegen Armut einhergehen.

"Warum sollten wir einem Abkommen zustimmen, das langfristig und unvermeidlich unser eigenes Verschwinden zur Folge hätte?", fragte die AOSIS-Präsidentin Dessina Williams in einer Erklärung. Eine Einigung sei "dringend". Die Inselstaaten weigerten sich, bis 2020 darauf zu warten, dass die großen Industriestaaten ein verpflichtendes Abkommen zur Reduzierung ihres Kohlendioxidausstoßes akzeptierten.

Vertreter von 183 Ländern wollen in Durban bis 9. Dezember über Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels ebenso wie zur Milderung seiner Folgen beraten. Große Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien machen die Unterzeichnung eines Klimaschutzabkommens von der Bereitschaft großer Industrieländer wie den USA abhängig, sich zur Reduzierung ihrer Emissionen zu verpflichten. Der US-Klimabeauftragte Todd Stern gab bekannt, es sei nach wie vor das Anliegen der USA, den CO2-Ausstoß des Landes - gemessen am Niveau von 2005 - bis zum Jahr 2020 um 17 Prozent zu senken. Trotzdem sind die Erwartungen an die Amerikaner gering, da sie bisher nicht einmal nationale Klimaregelungen durchsetzen konnten.

Fix ist, dass Österreich wegen Nichteinhaltung seiner Klimaverpflichtungen nach dem Kioto-Protokoll zahlen muss. Unklar ist noch, wie viel. Schätzungen gehen von 600 Mio. Euro aus. Die Republik wird die zu wenig eingesparten Millionen Tonnen an CO2 durch Kauf von Zertifikaten auf dem freien Markt kompensieren müssen. Dies werde voraussichtlich ab 2014 der Fall sein, sagte Umweltminister Nikolaus Berlakovich am Montag. Das Geld soll durch Einnahmen aus dem Emissionshandel aufgebracht werden.

600 Mio. Euro seien eine vorläufige Schätzung. Schließlich wisse man nicht, wie groß die Lücke auf die Kioto-Vorgaben sein werden und wie teuer die Tonne CO2 bei dem finalen Zukauf sei. Zusätzliche 530 Mio. Euro gibt Österreich zur Stopfung des Lochs in der Klimabilanz für den Einsatz flexibler Instrumente (JI/CDM; Aktivitäten im Ausland) aus. (APA, stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29. November 2011)

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