Niederlage der Schweizer Volkspartei

Polarisierer in der Sackgasse

Kommentar | Klaus Bonanomi, 28. November 2011, 19:27

Andersdenkende als unschweizerisch auszugrenzen, das kam bei den Eidgenossen nicht gut an

Die Schweizer Wähler haben die SVP entzaubert: Die rechtspopulistische Volkspartei hat auch am letzten Wahlsonntag nicht reüssiert und keinen ihrer polarisierenden Hardliner in den Ständerat, der kleinen Kammer des Parlaments in Bern, gebracht. Mit ihrem Slogan "Schweizer wählen SVP" ist sie aufgelaufen.

Andersdenkende als unschweizerisch auszugrenzen, das kam bei den Eidgenossen nicht gut an. Und indem sie ihre Spitzenleute in abenteuerliche Wahlgänge mit hohem Risiko des Scheiterns schickte, hat die Parteiführung um Toni Brunner und Christoph Blocher die Partei und deren politisches Personal beschädigt.

Zwar bleibt die SVP die stärkste politische Kraft in der Schweiz, doch die Partei hat sich in eine Sackgasse manövriert. "Wir allein gegen alle andern" - das ist eine Strategie, die in der Schweizer Konkordanz-Demokratie auf Dauer nicht aufgehen kann, wo man je nach Thema immer wieder neue Allianzen schmieden muss und wo der politische Gegner von heute der Verbündete von morgen sein kann.

Die SVP muss sich nun klarwerden, ob sie vollends in die Opposition gehen soll - oder ob sie auf die anderen Parteien zugehen und einen gemäßigteren Kurs steuern will. Nur so kommt sie aus der Sackgasse wieder heraus, und nur so darf sie wieder auf den zweiten Sitz in der Regierung hoffen, den sie als Folge ihrer polarisierenden Strategie verloren hat. (DER STANDARD, Printausgabe, 29.11.2011)

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12 Postings
seppetoni
02
29.11.2011, 18:53
Nicht zu früh freuen

Die Sitzverluste bewegn sich in der normalen Bandbreite bei Wahlen in CH. Die Zeit arbeitet für die SVP. Wie die SVP es voraus gesagt hat, kommen nach den Wahlen jetzt die Grauslickeiten auf den Tisch.
- Die Geschäftsprüfungskommision des Nationalrates musste zugeben, dass seit Einführung der Personenfreizügikeit die Löhne der Schweizer 3 - 4 % gesunken sind. EU sei Dank. - Bei den sogenannten "Befreiten" des Arabischen Frühlings, die entgegen der Aussage von BR Somaruga im Frühjahr 2011, unser Land zur Zeit überschwemmen, handelt es sich mehrheitlich um Krimminelle.

Das wird in der Schweizer Politik Folgen haben und bei Initiativen und Referenden war dei SVP immer stark

Chien de Pique
00
29.11.2011, 18:47
Die Entzauberung der FPÖ war leider auch nicht von Dauer - und je höher man steigt, desto wahrscheinlicher geht es irgendwann demnächst

auch wieder bergab. Bislang kam das Ausgrenzen, das sich ja im Beobachtungszeittraum nur relativ geringfügig verschärft hat, außerdem ausgezeichnet an.
Sicher hat die SVP schon bessere Zeiten erlebt, und darüber kann man sich freuen, aber der jetzige Verlust bietet vielleicht gerade die Grundlage für Alarmismus und Kulturpessimismus bei der nächsten Wahl, falls, wie durchaus denkbar, da wieder ein paar Prozent dazu/zurückkommen. Die Rolle der Parteispaltung bzw. attraktiver neuer rechtsbürgerlicher oder wirtschaftliberaler Parteien ist auch zu berücksichtigen.
Dass in der CH primär destruktive Positionen durch den speziellen politischen Rahmen von Konkordanz und Volksrechten etwas weniger ankommen, kann aber schon sein.

byron sully
00
29.11.2011, 15:16

na ja, 25% sind keine sackgasse, sondern nach wie vor ein viel zu hoher wert.

Speckbacher1
10
29.11.2011, 11:57
Für die "Völkischen" dämmerts allmählich, nicht nur in der Schweiz!

Gilt auch für die Österreichische "Volks" Partei sowie für die Südtiroler "Volks" Partei. Das Einheitskonzept ist nicht mehr so gefragt...

Igor Gassner
00
29.11.2011, 11:33
Oh hat die SVP zwei drittel ihrer Sitze verloren

das etwas beim Wähler nicht gut ankam oder war das Wetter zu schön oder zu schlecht das ein paar Tausend nicht zur Wahl gingen.

Tschurndorf
00
29.11.2011, 10:41
beim titel habe ich geglaubt,

etwas über die b-w grünen zu finden.

Kleanthes
00
29.11.2011, 10:02

Es war ein guter Wahltag für die Schweiz.
Die SVP hat es übertrieben, sie hat nicht bemerkt, dass das Zukleistern des Landes mit ihren Wahlplakaten Reaktanz provoziert, und dass es den Leuten auf die Nüsse geht, wie die SVP mit den Millionen, die Milliardäre wie Blocher in die Parteikasse zahlen, Wahlkampf macht.
Eine Ein-Themenpartei, wie die FPÖ, ist den Schweizern einfach zu wenig.

swiss
14
29.11.2011, 09:18
mit 61 Sitzen hat die SVP immer noch 61 Sitze zuviel

http://www.parlament.ch/d/organe-... fault.aspx

Post-vom-Poster
 
33
29.11.2011, 08:25
Andersdenkende als unschweizerisch auszugrenzen

lange hat's gebraucht, aber offenbar setzt nun endlich ein Umdenken ein und diese üble S"V"P erhält ihre wohlverdienten Absagen und den Rauswurf (Kanton Schwyz ausgenommen).

Das Bombardement mit göbbelsähnlicher Wahlwerbung gegen Einwanderer am Zürcher Bahnhof war ja nicht mehr auszuhalten, ebenso die Werbung in den Gratiszeitungen "Albaner schlitzen Schweizer auf" (ja, genau so!!).

Der fette Milliadär Blocher und seine Millionärsclique haben lange genug die Leute in die Irre geführt; sie haben ja ihre Schäfchen schon lange im Trockenen (und vieleicht auch irgendwo im Ausland). Aber zu Hause pöbeln sie gegen alles, was EU und Ausland ist.
Dabei wären die schweizer Exporteure froh, kein Wàhrungsproblem zu haben ...

Peter Traudi
 
00
29.11.2011, 06:33
KURZMELDUNG STANDARD

IMMERHÄUFIGER ÜBERSCHRIFT UND (K)EINE ZEILE "NACHRICHT"KURZMELDUNG STANDARD

Gustav Gans der Wahre
00
28.11.2011, 23:46
Die Frage ist, ob man mit einer Oppositionsrolle seinem Standpunkt nicht mehr dient

und für die Wähler nicht überzeugender agiert. ....Nur so kommt sie aus der Sackgasse wieder heraus.....meint der sich als Parteistratege versuchender Artikelschreiber.
Die Sorge um die SVP , die der Artikelschreiber da vortäuscht, ist etwas durchsichtig.

schlechter Gutmensch
11
28.11.2011, 22:16

Das ist gut!

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