Finanzkrise

Wunderwaffe Eurobonds?

Kommentar der anderen | Gerhard Rünstler , 28. November 2011, 19:24

Ohne eine koordinierte Schuldenfinanzierung droht erst recht die Beschleunigung der Abwärtsspirale - Von Gerhard Rünstler

Natürlich stellt die Übernahme von Haftungen für Deutschland und andere Geberländer ein Risiko dar. Ohne eine koordinierte Schuldenfinanzierung droht aber erst recht die Beschleunigung der Abwärtsspirale.

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Die europäische Integration verlief immer wieder in Schüben, und immer wurden diese Schübe durch Wirtschaftskrisen angestoßen: Der Binnenmarkt entstand 1987 nach der schweren Rezession der frühen Achtzigerjahre, die Idee zur Währungsunion wurde nach dem Zusammenbruch des Wechselkursmechanismus im Jahr 1993 geboren. Mit jedem Schritt wurde die Bruchlinie der Integration um eine Stufe nach vor verschoben. Im bislang letzten Schritt hob die Einführung des Euro die Bruchlinie zwischen einem integrierten Gütermarkt und separierten Finanzmärkten auf, öffnete aber gleichzeitig eine neue, nämlich zwischen einem integrierten europäischen Finanzmarkt und national operierenden Staatsfinanzen. - Es ist exakt diese Bruchlinie, die den Euroraum derzeit ins Wanken bringt. Während die USA im nächsten Jahr ein Staatsdefizit von nahezu 10 Prozent des BIPs ausweisen werden, dürfte das kumulierte Staatsdefizit des Euroraums insgesamt unter 4 Prozent liegen - und dennoch ist es der Euro-Raum, der in einer Krise steckt.

Allein dies zeigt, dass er dringend verbesserte Instrumente der wirtschaftspolitischen Koordination benötigt. Die Besonderheit des Euro-Raums liegt eben darin, dass Staaten, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, eine eigenständige Geldpolitik, und insbesondere die Möglichkeit einer Abwertung nicht mehr zur Verfügung haben. Sie können dadurch in eine Abwärtsspirale geraten, in der sich die Erosion der Staatsfinanzen und des Bankensektors gegenseitig verstärken: Der Kursverfall der Staatsanleihen bringt die Banken unter Druck, und deren Zurückhaltung beim Kauf neuer Anleihen erschwert wiederum die Finanzierung der Staatsdefizite. Dies drückt die Kurse weiter, während der Staat immer weniger in der Lage ist, die Banken zu stützen.

Langfristige Gefahren

Eine solche Abwärtsspirale hat sich in den letzten Wochen im Euro-Raum angedeutet. Mögliche Gegenmaßnahmen sind Eurobonds und der verstärkte Ankauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank. Vorschläge in diese Richtung sind aber auf den starken Widerstand Deutschlands und anderer potenzieller Geberländer gestoßen.

Beide Maßnahmen bergen tatsächlich langfristige Gefahren. Sie würden nämlich eine neue Bruchlinie in der europäischen Integration öffnen, die Bruchlinie zwischen europäisierten Staatsschulden und deren demokratischer Kontrolle. Am offensichtlichsten ist dies bei Eurobonds. Eine gegenseitige unbegrenzte Haftung der Staaten für ihre Schulden - Variante 1 des Vorschlags der Kommission - liefe auf einen gegenseitigen Blankoscheck zur Finanzierung der nationalen Sozial- und Pensionssysteme hinaus und würde die Hoheit der nationalen Parlamente über die Budgets untergraben. Die negativen politischen Konsequenzen einer solchen Regelung in Form zunehmender zwischenstaatlicher Konflikte und der Stärkung nationaler Tendenzen sind absehbar.

Vielleicht weniger offensichtlich, aber ebenso vorhanden sind die Kosten umfangreicher Ankäufe von Staatsanleihen durch die EZB. Es mag sein, dass verstärkte Ankäufe zur Krisenbekämpfung nötig sein werden, und die EZB wird sie wohl tätigen. Massive Ankäufe würden aber über kurz oder lang entweder zu höherer Inflation oder zu Verlusten der EZB führen. Die daraus resultierenden Kosten würden von allen Mitgliedstaaten getragen werden.

Dennoch werden Deutschland und die anderen potenziellen Geberländer die ökonomischen Realitäten auf Dauer nicht ignorieren können: Ein koordiniertes Vorgehen zur Bekämpfung der Divergenzen im Euro-Raum ist dringend notwendig. Die Frage ist: Wie kann eine Lösung aussehen, welche die aktuelle Lage beruhigt und dennoch die langfristigen Kosten in Grenzen hält?

Eine Möglichkeit, die vom belgischen Ökonomen de Grauwe vorgeschlagen wurde, ist eine abgeschwächte Variante von Eurobonds mit beschränkter Haftung. Jedes Land würde nur anteilig zu seiner Größe haften und es gäbe es einen internen Zahlungsausgleich: ein Land, das für seine nationalen Staatsanleihen geringe Zinsen zahlt, würde auch entsprechend weniger zu den Zinszahlungen für die Eurobonds beitragen. Die effektive Zinslast für die einzelnen Staaten würde sich daher nicht wesentlich verändern. Dennoch könnte die Emission dieser Eurobonds die Krise eindämmen. Wegen ihres geringeren Ausfallsrisikos und daher - hoffentlich - besseren Ratings könnten sie die Bankenbilanzen maßgeblich stabilisieren und die Gefahr eines weiteren Auseinanderdriftens der Zinsen reduzieren. Indem man die Laufzeiten kurz hält, könnte man die Eurobonds nach dem Ende der Krise rasch wieder auslaufen lassen.

Eine Lösung könnte auch direkt an der Rekapitalisierung des Bankensektors ansetzen. Hier be- steht dringender Handlungsbedarf, denn die im Oktober beschlossene Erhöhung der Anforderungen an die Eigenkapitalquoten belastet die Banken stark. Die Intention, das Insolvenzrisiko der Banken und damit die Unsicherheit auf den Finanzmärkten zu reduzieren, war grundsätzlich richtig. Unglücklicherweise hat man aber davon abgesehen, die Banken unter sanftem Druck zur Aufnahme staatlichen Partizipationskapitals zu überreden. Die Banken verweigern dies, weil es den derzeitigen Eigentümern Verluste bringen würde, und verkleinern stattdessen ihre Geschäfte.

Akuter Handlungsbedarf

Sie stoßen also Staatsanleihen ab - neben dem Rückzug internationaler Investoren einer der Gründe für die Zinsanstiege der letzten Wochen - und reduzieren ihre Kreditvergabe. Dies erhöht derzeit die Gefahr einer Rezession. Eine Initiative zur Rekapitalisierung der Banken auf Basis einer gesamteuropäischen Finanzierung sollte nicht nur die Banken stabilisieren, sondern auch das Vertrauen in die Staatsfinanzen der Krisenländer stärken.

Ob sich eine dieser Möglichkeiten durchsetzen können wird, und ob sie tatsächlich ausreichen würde, bleibt zu sehen. Bei beiden Maßnahmen beschränken sich die Kosten für Deutschland und die Geberländer auf die Übernahme von Haftungen. Natürlich stellen diese ein Risiko dar. Tritt man aber der Gefahr einer Abwärtsspirale nicht rasch entgegen, dann könnten die Kosten ein Vielfaches betragen und es könnte erzwungenermaßen eintreten, was Deutschland am meisten fürchtet: massive Käufe von Staatsanleihen durch die EZB. (Gerhard Rünstler, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.11.2011)

GERHARD RÜNSTLER ist Wirtschaftsforscher in Wien und war lange Jahre für die Europäische Zentralbank tätig.

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daslebenistschön007
00
1.12.2011, 12:05
Produktivität steigern....statt 'sparen'

In Zeiten von 'Sparpaketen' kommt leicht Depression auf.......gibt es was ungeileres als 'sparen ohne Perspektive'? Es besteht ein Unterschied zwischen 'Heilfasten' und 'Hungern' - definitiv und wissenschaftlich nachgewiesen.
Redet heute irgendwer von 'Heilfasten' in ökonomischen Zusammenhängen? Nein. Kein Perspektiven.
Somit wird das alles nicht funktionieren. Es wird nur mehr Hunger und Hungernde geben. Das ist alles, mehr Perspektive bietet der derzeitig vorherrschende ökonomische Diskurs nicht. Wahnsinn!

daslebenistschön007
00
1.12.2011, 11:51
Wunder und Waffen....

Wunderwaffen zur 'Endlösung' von Problemen haben es halt so in sich.....Die Eurobonds sind wohl keine 'Wunderwaffe', sondern wären unter gegebenen Umsständen ein sehr sinnvolles finanzpolitisches Instrument. Das ist alles - mit Vor- und Nachteilen, klar, wie bei jeder Intervention.

Die Zukunfstfähigkeit unserer Wirtschafts- und Lebensweise wäre damit aber noch nicht gesichert. Nur mal eine gewisse Genesung, 'Normalität' für eine gewisse Zeit.

Aber mit Sicherheit stehen größere Systemveränderungen an. Um diese vorzubereiten wäre wohl noch etwas Zeit sehr sinnvoll......aber die Zeit wird nicht dafür genützt, wie es derzeit aussieht. Und daher scheint 'crashen' die realistischere Innovationstrategie.......'Wunder' und 'Waffen'.....phhhhh!

warp.faktor
00
29.11.2011, 19:24
Die große Lüge.

Nicht die Eurobonds "würden" eine unbegrenzte gegenseitige Haftung der Staaten füreinander bewirken, der Euro hat das längst getan!

Was sonst sind die Hilfspakete und Rettungsschirme?
Wer als die Euro-BürgerInnen bezahlt sie?

Aber es sind nicht nur die Staatsschulden, es sind die total korrupten Banken weltweit, die sich dank EU (freier Kapitalverkehr) selbst kontrollieren und
eine Krise nach der anderen verursachen.

Wie viele Billionen werden den BürgerInnen noch gestohlen, bis man die Finanzmärkte wieder reguliert, die europ. Bankenlandschaft bereinigt und die verbliebenen Institute verstaatlicht?

O5
10
29.11.2011, 16:34

Schön hier mal was von jemandem zu lesen der eine Ahnung hat. Ich hoffe dringend dass sich unsere Politiker diese Ratschläge zu Herzen nehmen werden. "Normale" Eurobonds würden den Schuldenwahn wie im Artikel erklärt nur noch weiter steigern, nicht verringern.

Bogo09
21
29.11.2011, 16:28
Nur ordentliche Eurobonds funktionieren!!! - Bitte keine Wischi-Waschi-Bonds

Also das mit einer Euro-Bonds GesmbH (nur der Anteil) wird höchstwahrscheinlich schief gehen. Nur wenn die Euroländer alle zusammen es wissen, dass eine Währung nur mit voller Haftung aller zusammen zu halten ist - kann die Spekulation beendet werden. Entweder sind wir jetzt Europäer - oder wir werden es nicht mehr sein!!!!

Diese kleinkarierte provinzielle "Schuldenbremserei" ist nichts anderes wie ein nationalistischer Gegenentwurf - und endet in irgend einer Form eines politischen Großkonflikt. Die Geschichte läßt auf alle Fälle grüßen.

warp.faktor
00
29.11.2011, 19:30
Sie haben völlig recht!

Aber die Eurobonds gibt es ohnehin schon, nur dürfen sie vorerst nicht so genannt werden.

Heute reden wir von Hilfspaketen und Rettungsschirmen, die alle belasten, aber leider nicht zur Schuldentilgung eingesetzt werden, sondern lediglich die "Stimmung der Märkte" beruhigen sollen, was die Kosten laufend erhöht.

Ohne Eurobonds ist der Euro nicht zu retten, aber zusätzlich ist es nötig eine Finanztransaktionssteuer einzuführen, den Spekulation rechnet sich nur, solange Finanztransaktionen absolut nichts kosten.

O5
20
29.11.2011, 16:34

Sie haben den Artikel echt nicht kapiert, oder?

Helmut
00
29.11.2011, 16:22
Es wird...

...zu 99% ueber Eurobonds diskutiert, und zu 1% ueber die Finanztransaktionssteuer. Mit den Eurobonds begibt man sich erst recht wieder in die Abhaengigkeit der Maerkte, mit der FTA wuerde man sie an die Zuegel nehmen. 99% der Bevoelkerung waeren fuer die FTA. Sie wird nicht eingefuehrt, weil 1% dagegen ist. So schaut unsere Demokratie aus...

edurkheim
00
29.11.2011, 14:08
Es ist eine Fehlannahme, dass durch Eurobonds die Zinsen sinken würden

Die Zinsen würden steigen - nämlich für uns - und für Italien nicht viel sinken.

Weil die Anleger haben das Vertrauen verloren, sie glabuen auch nicht mit deutscher Haftung dass Italien seine Schuld abtragen wird. Sonder dass bei niedrigen Zinsen, Einsparungen Reformen politisch genauso unmöglich bleiben würden wie sie die letzten 10 Jahre unmöglich waren.

Und das würde in Folge Deutschland mitreissen und so die Bonität der gesamten Eurozone vernichten.

warp.faktor
00
29.11.2011, 19:33

Wenn Sie so denken, gibt es keine Rettung für den Euro mehr!

edurkheim
01
29.11.2011, 14:04
Der große Unterschied zwischen US-Bond und den vorgeschlagenen Euro-Bonds-Atlernativen ist dass das Gelds ...

aus den US-Bonds alleine der Zentralregierung in Washington zufließt und diese es für die größten Ausgabenblöcke - soziales und mitlitär - (in etwa) gleichmäßig auf das ganze Land ausgibt.

Um etwas verlgiechbares in Europa zu erreichen müsste man usnere größten Ausgabenblöcke (insb Pensionen aber bei weitem nicht nur) in Brüssel zentralisieren und von dort dann über Euro-Bonds und eigene Steuern für alle Länder gleich finfanzieren.

Anonsten führt jede Variante zu Ungleichbehandlungen die "Budgetsünder" (egal ob durch zu hohe Ausgaben oder Steuerhinterziehung) belohnen und solide Staaten bestrafen.

Und das funktioniert hier nicht und in den USA auch nicht - wie die USA schon vor langer Zeit erkannt haben.

xeh_tr
12
29.11.2011, 12:48
gabs es so was nicht schon mal

eurobonds sollen die zinslast drücken.
den effekt gab es schon mal. mit einführung des euro ist die zinslast von gr, it, e & por auf einen historischen tiefststand gesunken. nur etwas erhöht im vgl zu d.
anstatt reformen mir dem günstigen geld durchzuführen und zu versuchen die eigene wirtschaft zu stärken wurde weiter verprasst und verschwendet.
schade. die investoren lassen sich nicht ewig vera****en. nun müssen gr, it, e & por den preis dafür bezahlen. zinssätze wie früher.
wer sagt, dass es bei eurobonds nicht wieder so läuft? welche garantien gibt es? keine!
es geht immer in der diskussion um die pflichten der geberInnen, selten um die rechte. und das ist falsch!
blöd aber wahr: wer zahlt schafft an!

Toxo Logic
 
01
29.11.2011, 12:41

Das Ganze hängt an besseren Ratings für die Eurobonds und das ist nur eine Hoffnung. Es könnte auch so ausschauen, dass sich wenig Käufer finden und die EZB die Eurobonds kaufen muss. Der Schaden für die jetztigen AAA wäre dann noch höher.

warp.faktor
00
29.11.2011, 19:41
Verzeihung, aber das ist doch "Augenauswischerei"!

Wie haften auch jetzt für die Probleme der Schuldenstaaten, weil wir eine gemeinsame Währung haben. (Hilfspakete, Rettungsschirme etc.)

Die niedrigen Zinsen der einen, sind die hohen Zinsen der anderen. Solange wir den Finanzmärkten die Möglichkeit geben, die Staaten der Eurozone gegeneinander auszuspielen werden wir ohne Ende zahlen.

Die Zeit drängt. Außer Eurobonds und der Wiedereinführung nationaler Währungen haben ich noch keinen brauchbaren Vorschlag gehört.

Toxo Logic
 
00
29.11.2011, 22:03

Aber es hängt nur an der Hoffnung, dass die Finanzmärkte die Eurobonds als sicher einstufen. Wenn diese Hoffnung stirbt sind auch die AAA-Staaten pleite. Jetzt haben sie noch die Möglichkeit die Pleitiers rauszuschmeißen und vielleicht die Krise zu überstehen.

warp.faktor
00
30.11.2011, 07:05
Gutes Argument.

Man könnte natürlich im Notfall auch die europ. Banken dazu zwingen (Entzug der Lizenzen) diese Papiere zu kaufen bzw. das über die EZB tun.

Nach einiger Zeit dürfen auch die "Finanzmärkte" die Papiere als zuverlässig bewerten.

Stefan Weilhartner
 
01
29.11.2011, 09:53
Schulden-machen mit goldener Schleife drum rum

Die Eurobonds sehe ich auch als einen Klotz am Bein. Es ist ja nur eine Bürgschaft des einen Landes für den Kredit des anderen Landes. Das Land mit hoher Verschuldung bekommt damit automatisch einen besseren Zinssatz, das Land mit niedrigerer Verschuldung einen schlechteren. Vor allem führt es zu noch weniger Budgetdisziplin bei ohnehin schon hoch verschuldeten Ländern. Es geht einfach am Kern vorbei, dass ein Land nicht auf Dauer mehr ausgeben kann als es einnimmt.
Im Endeffekt hackelt der Bürger dann nur noch für die Schulden des Landes. Und die Banken machen damit ihre fetten Gewinne, die dann an jene ausgezahlt werden, die es eh schon dicke haben. Das ist damit das Gegenstück zum sozialen Ausgleich.

Reich sein muss sich lohnen!
01
29.11.2011, 11:20
Einfache Lösung:

Die EZB macht den Lender of Last Resorts für die Eurobonds.
Damit geht das Ausfallrisiko gegen Null und somit wären kaum Zinsen darauf gerechtfertigt.

Die Eurobonds werden von einer Behörde verkauft. Diese Behörde verteilt das Geld dann an die einzelnen Länder und verrechnet je nach Verschuldungsgrad des Landes einen Zinsaufschlag.
Also etwa Verschuldung 60% des BIPs kein Zinsaufschlag. 70% Verschuldung +10% Aufschlag (relativ zu den Zinsen der Eurobonds).
Somit werden die Länder weiterhin zur Budgetdisziplin motiviert.

Der Vorteil ist, dass so das Geld für die hohen Zinsen nicht abfließt sondern in der EU bleibt und etwa in Konjunktur-fördernde Maßnahmen investiert werden kann.

Reich sein muss sich lohnen!
00
29.11.2011, 11:45

Man braucht sich ja bloß mal die USA ansehne:

Höherer Verschuldungsgrad als der EU-Schnitt.
Höherer Neuverschuldungsgrad als der EU-Schnitt.

Und trotzdem bezahlen die weniger Zinsen als europäische Staaten mit AAA.

Count Saurüssel
00
29.11.2011, 17:18

Ja, aber nur weil der Dollar die globale Leitwährung ist. Würden nicht alle wichtigen Ressourcen in Dollar abgerechnet und der Rest der Welt dadurch de facto gezwungen, den USA ihr Fiat-Spielgeld abzunehmen, könnte dieses Betrugssystem überhaupt nicht funktionieren.

Für den Euro ist das jedenfalls kein Modell.

Und ich denke, auch die Amerikaner werden bald zu spüren bekommen, dass in den Ländern, die derzeit ihren hohen Lebensstandard finanzieren (allen voran China), die Bereitschaft dieses abzockerische Geldsystem nocht länger zu mitragen, zunehmend schwindet.

Kurt Bayer
00
29.11.2011, 09:43
Vertrauen schaffen?

Rünstler hat ja teilweise recht - aber eben von einem sehr eingeschränkten Blickwinkel aus. Denn er sieht die Lösung der Eurozonenkrise noch immer in den verzweifelten Versuchen, "die Finanzmärkte zu beruhigen und deren Vertrauen in die Staatsfinanzen wieder herzustellen". Wann werden diese denn beruhigt sein und Vertrauen haben? Nur, indem man ihnen mehr Geld und weniger Risiko überläßt? Und was dann? - Daher mein ceterum censeo: jede Lösung muß vor allem, aber nicht nur, die Loslösung der Staatenfinanzierung von den privaten Finanzmärkten enthalten; sonst dreht sich die "Vertrauensspirale" immer weiter nach unten.

ganzsichernicht
 
00
29.11.2011, 09:18
...netter artikel nur ist es überhaupt noch notwendig, jede woche über einen neuen "schutzmechanismus" zu schreiben...?

es ist von höchster stelle soundso beschlossene sache, den euro crashen zu lassen. reset und neustart. leicht gesagt, und wird schon getan. das große finale....wenn ein sonst sehr "pro-brüssel" eingestellter raimund löw von einem "endspiel um den euro" berichtet, dann isses in wahrheit vieeel schlimmer als man durch die bereits "vorgefilterten" artikeln und reportagen erfährt...

1116er
10
29.11.2011, 09:01
die krise wird ihr gutes haben.

am ende wird endlich eine deutlich gestärkte eu dastehen.
und wenn die nationalstaaten nur noch zuständig sein sollten für trachtenmode und kindertätscheln bei autobahneröffnungen, dann werde ich eine flasche schampus köpfen!

Gunslinger
01
29.11.2011, 14:41

die flasche schampus werden sie sich nach der unvermeidbaren währungsreform aber nicht mehr leisten können.

aus der pfalz
00
29.11.2011, 08:49
Ich bin ja kein Wirtschaftsexperte

aber, warum sollte ich Eurobonds kaufen, wenn es ziemlich klar ist, dass die wenigen Länder, die diese finanzieren letztendlich nicht die gesamten Schulden der Eurozone finanzieren können? Ohne die Strukturmassnahmen in den kriselnden Ländern, wird das auch ein Faß ohne Boden. Irgendwann wäre der Euro dann auch hin, wäre letztlich doch nur eine Zeitverschiebung. Ich vermisse eigentlich auch Berichte aus den südeuropäischen Ländern, was denn nun konkret gemacht wurde und wie es weiter gehen soll. Massnahmen, die mich als Steuerzahler motivieren würden zu sagen - Jau, da hilft jetzt eine Art europäischer Marschallplan und dann geht es dort wieder aufwärts. Der Handlungsbedarf ist ja wohl mehr auf deren Seite?

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