Ritz Carlton soll Shangri-La ersetzen

28. November 2011, 17:55
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BAI verhandelt mit neuem Hotelbetreiber - Flick'sche Privatstiftung zog sich zurück

Wien - Nach Monaten der Ungewissheit, was nun mit dem leerstehenden Hotel am Schubertring, das ursprünglich vom Hotelbetreiber Shangri-La hätte übernommen werden sollen, passiert, dürfte bald ein Ende haben. Dem Vernehmen nach verhandelt der Bauträger BAI, dem die Immobilie gehört, mit Ritz Carlton als neuem Betreiber für das Fünf-Sterne-Hotel. BAI-Chef Thomas Jakoubek wollte das nicht kommentieren.

Ritz Carlton ist seit einigen Jahren die Luxusschiene der Marriott-Gruppe. Unter der Marke Marriott betreibt die Gruppe bereits ein Hotel am Ring. Zwei Hotels einer Marke in unmittelbarer Nähe seien nichts Außergewöhnliches, sagen Hotel-Manager. Größere Events könnten so besser vermarktet werden. Und für den Kunden unsichtbar, gebe es viele Synergien etwa in der Buchhaltung, Vertrieb, Controlling und im Einkauf. Das Le Meridien etwa gehört ebenso zur Starwood-Gruppe wie das Imperial. Beide Hotels befinden sich am Ring.

Ein Wermutstropfen könnte für die BAI dennoch bleiben: Anders als Shangri-La, dürfte Ritz Carlton keinen Pachtvertrag, sondern nur einen Management-Vertrag akzeptieren. Shangri-La hatte sich ursprünglich verpflichtet, eine jährliche Pacht von fünf Mio. Euro zu zahlen.

Nach dem Rückzug von Shangri-La hat sich auch die Flick'sche Privatstiftung (Stifter waren neben dem verstorbenen Industriellen Friedrich Karl Flick, dessen Frau Ingrid und deren beiden Kinder) von dem Hotel verabschiedet. Die Stiftung trat vom Vertrag zurück. Bis 30. September hatte die Stiftung ein Vorkaufsrecht für die Immobilie. Laut Vertrag hätte die Stiftung den Kaufpreis (110 bis 115 Mio. Euro) auf den Tisch legen müssen, wenn die BAI ihrerseits bis zum Stichtag das Closing mit Shangri-La vorweisen hätte können. Nun bleibt die Immobilie, die bereits fertig eingerichtet und damit bezugsfertig ist, vorerst im Besitz von BAI. Shangri-La begründete den Rückzug aus Wien, weil das Hotel nicht zeitgemäß fertig geworden sei. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.11.2011)

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