Pönalen für Pensionisten

28. November 2011, 18:20
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    foto: der standard

    Experte Marin plädiert für empfindliche Abschläge für Frühpensionen - doch auch Firmen sollen zahlen.

ÖVP-Pläne: Wen höhere Abschläge für die Frühpension treffen könnten

Wien - Höhere Abschläge für Frühpensionisten lautet ein bevorzugter Reformschlager der ÖVP: Wer vorzeitig in den Ruhestand tritt, soll sich den Spaß quasi selbst zahlen, statt die Kosten auf den Staat abzuwälzen.

An sich gibt es das Prinzip bereits. Frühpensionen sehen mit Ausnahme der Hacklerregelung (bis einschließlich 2013) für jedes Jahr vor dem gesetzlichen Antrittsalter (Männer 65, Frauen 60) einen Abschlag von 4,2 Prozent vor. Ob dieses Minus versicherungsmathematisch ausreicht, um die Kosten der früheren Pensionsauszahlung aufzuwiegen, ist unter Experten umstritten.

Allerdings sind die Abschläge für viele (künftige) Pensionisten durch einen "Deckel" begrenzt, um die Einschnitte der Pensionsreform 2004 zu dämpfen. Dieser gilt für Menschen, die vor 1955 geboren sind, sowie für jüngere Semester, die bereits vor 2005 versichert waren. Ihre Pensionshöhe wird zur Gänze bzw. zum Teil per Vergleichsrechnung ermittelt: Der Anspruch aus Alt- und Neurecht wird verglichen, der Verlust mit dem Deckel begrenzt. Derzeit liegt dieser bei 6,75 Prozent und steigt bis 2024 auf zehn Prozent. Der ÖVP geht das zu langsam - weshalb sie den Deckel anheben will.

"Mehr Verunsicherung"

Pensionsexperte Bernd Marin sieht das ähnlich. Eine Verlustdeckelung sei mit dem 2005 eingeführten Pensionskonto-System grundsätzlich unvereinbar. Sofern man dennoch weiterhin "deckeln" wolle, sollte der Übergang von altem zu neuem Recht weniger als zwei Jahrzehnte dauern. Schließlich hätten die Betroffenen genug Zeit, ihr Verhalten umzustellen und später in den Ruhestand zu gehen, sagt Marin. Gleichzeitig brauche es aber verbesserten Schutz gegen altersbedingte Kündigungen.

Angesichts des jetzt schon überkomplizierten Systems warnt Christine Mayrhuber vom Wirtschaftsforschungsinstitut davor, von neuem am Deckel herumzudoktern, weil das nur zu noch mehr "Verunsicherung" führe. Sie empfiehlt, reinen Tisch zu machen: Alte Ansprüche sollten ins neue Pensionskonto übertragen werden - danach würden für alle die gleichen Regeln gelten.

Marin fordert realistische Abschläge bei allen Pensionsarten - doch die dürften nicht nur den Pensionisten aufgebürdet werden. Viele Unternehmen würden ältere Arbeitnehmer auf Kosten der Allgemeinheit im Ruhestand "entsorgen", sagt der Experte und plädiert für ein sogenanntes "experience rating": Arbeitgeber müssen für den verursachten Schaden selbst aufkommen, indem sie etwa die Kosten für Invaliditätspensionisten übernehmen, wenn sie vorher keine Gegenmaßnahmen getroffen haben. Die Niederlande hätten die Zahl der Invaliditätspensionen so um zwei Drittel von jährlich 100.000 auf 34.000 gesenkt, sagt Marin: "Die einzige Sprache, die Unternehmen verstehen, ist das Klingeln in der Kasse." (jo, DER STANDARD, Printausgabe, 29.11.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 60
1 2
Gemütlichkeit ist Menschenrecht
02
30.11.2011, 09:21
Warum nur Pensionen ??

Wa sist zB mit den vielen (großen) Baufirmen, die ihre Arbeiter auf Kosten des Steuerzahlers über den Winter in der Arbeitslosigkeit belassen und dann im Frühjahr wieder aufnehmen ? Und das Jahr für Jahr.

radi
00
5.12.2011, 18:52

und gastgewerbe, gärtnereien, seilbahn + liftgesellschaften, und alles andere was irgendwie vom wetter abhängig ist.

Emil Sacklinger
 
01
30.11.2011, 09:04
ein bild sagt mehr

als tausend worte.

(und für seine absonderungen wird dieser t*****l auch noch bezahlt...)

drKannibalFekter
 
01
29.11.2011, 16:01
Marin hat insoferne völlig Recht, dass

Unternehmen die Mitarbeiter "entsorgen" und die weitere Lebenshaltung an den Staat delegieren mit zur Kasse gebeten werden müssen. Da gäbe es eine ganze Palette von Möglichkeiten, bloß da wird sich die ÖVP sicher nicht einbringen.

Christoph Karl Steininger
00
29.11.2011, 14:19
Das ist ja sooo schön allgemein!

Was ist mit der Invalidität die nicht durch den Verschleiß auf dem Arbeitsplatz erworben wurde. Schließlich kann man die Krebserkrankung eines Arbeitnehmers nicht den Unternehmen in die Schuhe schieben!
Die Pensionssysteme von verschiedenen Ländern miteinander zu vergleichen ist zwar lohnend um zu sehen wo man etwas verbessern kann, aber meist wird dann nur Verschlimmbessert!

naihoit
12
29.11.2011, 13:43
Wer vorzeitig in den Ruhestand tritt

gehört einer verschwindend kleinen Minderheit an.
Der Großteil derer, die vor Erreichen des Pensionsalters in Pension geht, tritt nicht, sondern wird getreten.
Es steht niemandem frei, in Pension zu gehen oder nicht.
Das entscheiden andere.
Und in Pension geschickt wird nur, wer weniger als die Hälfte von Gesunden leisten kann.
Ein Teil davon, vor allem Übergewichtige, Raucher und Tschecheranten sind wohl selbst Schuld, aber die Mehrheit hat ihre Gesundheit am Arbeitsplatz verkauft.
Die sind natürlich auch zu kritisieren, aber so lange Firmen, deren Mitarbeiter vor Erreichen des Pensionsalters arbeitsunfähig werden, nicht an den Kosten Teil haben dürfen, sollten wir Frühpensionisten nicht verurteilen.

jane doe2
00
30.11.2011, 20:18

Das kann ich so leider nicht bestätigen. In meinem Bekanntenkreis Istanbul keiner über 60 in Pension gegangen, und das freiwillig. Im Gegenteil, es konnte keinem früh genug sein.

jane doe2
00
30.11.2011, 20:17

Das kann ich so leider nicht bestätigen. In meinem Bekanntenkreis Istanbul keiner über 60 in Pension gegangen, und das freiwillig. Im Gegenteil, es konnte keinem früh genug sein.

Gemütlichkeit ist Menschenrecht
00
30.11.2011, 09:23

" ...Es steht niemandem frei, in Pension zu gehen oder nicht. Das entscheiden andere. "

Und genau DAS ist es.

HansPeter10
19
29.11.2011, 13:36

Es ist wieder so weit. Die regelmässige Hetzjagd auf die Pensis ist wieder eröffnet. Jung gegen alt und umgekehrt.
Und der "Experte" Marin ist auch wieder dabei. Er hat mir schon gefehlt.

angelvoices
00
29.11.2011, 13:35
ja schön und gut

aber warum haben Politiker, Beamte, Professoren, Ärzte usw. Höchspensionen?
Wenn es eine "Höchstbeitragsgrundlage" gibt, dann
soll es auch eine "Höchstpensionsgrundlage" geben...

naihoit
02
29.11.2011, 13:50
So Recht Sie dem Grunde nach auch haben - für Beamte gibt es keine Höchstbeitragsgrundlage, die zahlen immer vom Vollen.

myschkin
00
29.11.2011, 18:55

Ein Kunstgriff um die zu hohen Pensionen zu rechtfertigen. Eine sehr billige Erklärung. Beamte leben von Steuergeldern, und sollten als Diener des Volkes am Ende auch nicht mehr bekommen als eine Durchschnittspension. Davon sollte man aber immer noch gut leben können. Es wäre die Arbeit der Beamten, für das Wohl der Bevölkerung etwas zu tun, davon könnten sie am Ende auch profitieren.

codo
44
29.11.2011, 12:23
WIE BLÖD SIND DIE JUNGEN ÖSTERREICHER EIGENTLICH11

warum arbeiten u. mit viel zu hohen Steuern die Privilegien der jetzigen Pensionisten bezahlen, die uns mit der ständigen Wiederwahl der Schuldenparteien ÖVP u. SPÖ das Schuldendrama verursacht haben..?

Grundpension für alle ab sofort u. die Beamten- u. Politiker-pension auf 50 % der Grundpension deckeln!!!

jane doe2
00
30.11.2011, 20:27

Danke, genau so ist es. Bei den heutigen Fruhpensionisten gibt es keine Sparmaßnahmen, dafür dürfen die heute 50 jährigen umso mehr zahlen und mit späteren Pendionsantritt büssen.

naihoit
00
29.11.2011, 13:45
Wie blöd sind die Jungen?

Wieso gehen sie nicht gleich in Pension?
Kann man doch anscheindend eh selbst entscheiden.
Oder hab´ich da etwas falsch verstanden?

jane doe2
33
29.11.2011, 12:15

Ich wiederhole mich, aber warum gilt jede Vrschlechterung oder Einsparung nur für die zukünftigen Pensionsitgen. Alle verschlechternde Mapnahmen (länger Arbeiten weniger Pension, höher Abschläge usw.) treffen nur die zukünftigen Pensionisten, während aktuell und in den letzten Jahren der Großteil mit 60 und darunter ohne Abschläge in Pension ging, und jetzt diese Prvilegien bis ans Ende genießt. Auch hier sollten der Grerechigkeitshalber Einschnitte erfolgen! Alles andre ist eine Sauer, und zar eine riesige! Mir vergeht langsam die Lust aufs arbeiten, weil ich mich von dieser Gruppe so ziemlich verar.... und ausgelacht fühle!

Originallindwurm
12
29.11.2011, 13:52
"Gratuliere"

Sie sind der Divide-et-impera-Taktik voll auf den Leim gegangen und lassen sich gegen eine andere Bevölkerungsgruppe aufhetzen. Statt zu fordern, das niemand Verschlechterungen erleiden solle, wollen Sie, dass es ALLE schlechter haben sollen. Die Industriellenvereinigung wird es ihnen danken.

Die Stimme des Marktes
01
29.11.2011, 14:07
Das gibt's nimmer, dass es...

"niemand schlechter gehen soll". Dafür produzieren wir in Ö (viel) zu wenig. Haben Sie in Griechenland nicht zugeschaut? Zuerst Staatsbankrott, dann 50%ige Pensionskürzung. Unvermeidbar.

Plinius
01
29.11.2011, 11:23
seltsam dass...

...die selbsternannten "Experten" immer der Meinung ihrer Auftraggeber sind. Woran das wohl liegt...

Aber natürlich gilt die Unschuldsvermutung.

t.francis
 
00
29.11.2011, 11:56
An Neugebauer u.seinen Beamten.

Plinius
00
29.11.2011, 22:37
ja, auch...

...an denen!

Reich sein muss sich lohnen!
05
29.11.2011, 11:13
Wir machen eine Pensionskasse für alle

Für diese Pensionskasse ziehen wir alle Einkommen heran, auch die aus Kapital, aus dieser Kasse bekommt dann auch jeder eine Pension.
Außerdem führen wir eine Höchstpension ein (die selbstverständlich laufend der Inflation angepasst wird). Wer mehr als zB 3.000€ Pension braucht muss dann halt zusätzlich Privat vorsorgen.

Gemütlichkeit ist Menschenrecht
00
30.11.2011, 09:27

So schlecht ist diese Idee aber nicht !

naihoit
01
29.11.2011, 13:48
Gründen Sie eine Partei (oder finden Sie eine), die das will,

meine Stimme haben Sie.

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