Luxemburg will Auskunft

28. November 2011, 17:47
3 Postings

Bank soll hinter Anzeige gegen Signa-Chef Benko stehen

Wien - Die Wiener Staatsanwaltschaft ermittelt bereits seit 2009 gegen den Gründer der Signa Holding, René Benko, wegen des Verdachts auf Geldwäsche, sagte ein Sprecher der Behörde zum Standard. Weil sehr umfangreiche Unterlagen sichergestellt wurden, werde die Untersuchung allerdings noch länger dauern. Ein Signa-Sprecher beharrte auf der Aussage, dass die Behörde bisher noch keinen Kontakt aufgenommen hätte.

Dem Vernehmen löste die österreichische Polizei die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft aus, die wiederum einem Geldwäsche-Verdacht seitens einer Luxemburger Bank nachging. "Wir orten in dieser Aktion eine Schmutzkübelkampagne von offensichtlichen Mitbewerbern im Kaufhof-Bieterverfahren und sind überzeugt, dass sich die Staatsanwaltschaft von derartigen Manövern nicht täuschen lässt", heißt es in der Stellungnahme. Im Bieter-Konsortium für Kaufhof hat Benko u. a. Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking an Bord geholt, der sich auch an der gemeinsamen Firma beteiligt habe.

Es sei bemerkenswert, dass gerade jetzt diese Ermittlungen bekannt würden, verlautet aus dem Umfeld von Signa. Beim Metro-Konzern in Düsseldorf gab es keinen Kommentar zu den Ermittlungen. Auf der anderen Seite könnte der Vorfall für Benko gefährlich werden. Denn wenn sich wichtige Financiers oder Banken zurückziehen würden, wäre Benkos Angebot möglicherweise hinfällig, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Ohnehin wird spekuliert, dass Benko vor allem an den wertvollen Kaufhof-Immobilien interessiert sei. Das aber wies Benko zurück.

Angeblich bietet die Signa Holding 2,4 Mrd. Euro für Kaufhof. Ein Teil des Deals soll über Banken finanziert werden. Unter anderem sei die Platzierung einer Anleihe im Volumen von 500 Mio. Euro geplant. "Wir haben schon Gespräche mit großen österreichischen und deutschen Instituten geführt, die uns unterstützen würden", sagte Benko dem Handelsblatt. Es stimme auch nicht, dass sein Partner und Geldgeber, der griechische Reeder George Economou, in der Finanzbranche einen zweifelhaften Ruf habe. Der Firmensitz der Economou-Reederei Dry-Ships im Steuerparadies Marshallinseln bewahrte den griechischen Reeder bisher vor umfangreichen Nachforschungen der Finanzbehörden zu diversen Geschäften.

Außerdem sei seit den Zeiten von Aristoteles Onassis die Branche in Griechenland von der Steuer befreit. (cr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.11.2011)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    René Benko muss sich in Sachen Geldwäsche rechtfertigen.

Share if you care.