Salzburg bekommt "Domquartier"

28. November 2011, 17:14
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Barocker Museumsrundgang um den Domplatz ab 2013

Salzburg - Die Landeshauptstadt will ihre Kulturschätze aus dem Barock besser vermarkten als bisher. Zumindest 100.000 Besucher pro Jahr erwartet der Museumsreferent in der Landesregierung, Landeshauptfraustellvertreter Wilfried Haslauer (ÖVP), für das neue "Domquartier".

In das bestehende Barock-Museum am Mirabellplatz (Sammlung Rossacher) haben sich jährlich nicht einmal 20.000 Gäste verirrt. Das Museum wird Ende 2012 geschlossen und in das "Domquartier" integriert werden. Der neue Museumsbezirk soll dann 2013 eröffnet werden.

Das "Domquartier" - eine Art Kompetenzzentrum zum Thema Barock - soll den gesamten Domplatz umspannen. Konkret werden die Prunkräume der Alten Residenz, die Residenzgalerie, der Übergang in und über den nördlichen Dombogen zum Dom, die beiden Domemporen, der Lange Gang vom Stift St. Peter und die Ausstellungsräumlichkeiten im Wallistrakt des Stiftes St. Peter durchgängig begehbar und als Museum geführt. Ein großer Teil dieses Komplexes ist derzeit nicht öffentlich zugänglich.

Die Adaptierung der Räume und die Ausstattung mit Brandschutz- und Sicherheitseinrichtungen kosten laut Haslauer 8,5 Millionen Euro. 900. 000 davon steuert die Stadt bei, 300.000 sollen vom Altstadtverband gezahlt werden.

Inhaltlich setzen Haslauer und Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) auf das Zusammenspiel von Architektur mit der Schau im Inneren. Notgedrungen, denn man habe eben keine "ganz großen Heuler" wie die Mona Lisa zu bieten, sagt Haslauer. Trotzdem hofft er mit dem "Domquartier"-Rundgang in der barocken Weltliga mit dabei zu sein.

"Sound of Music"-Museum

Für die derzeit vom Barock-Museum genutzten Räumlichkeiten am Mirabellplatz haben Stadt und Land ebenfalls ambitionierte Pläne. Hier soll ein Sound of Music-Museum einziehen. Ein Quotenbringer: Jährlich kommen etwa 300.000 Besucher nur wegen der Trapp-Geschichte nach Salzburg. Wann das Sound of Music-Zentrum Realität wird, wagt niemand zu prophezeien. Die Verhandlungen mit Filmverleih, den Musical-Autoren sowie den Schauspielern um die Rechte laufen zäh. (Thomas Neuhold, DER STANDARD - Printausgabe, 29. November 2011)

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