Düsterer Ausblick

Eurozone droht Rezession

28. November 2011, 17:43

Schafft es Europa nicht bald, die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen, droht laut OECD das "Schlimmste"

Die OECD erwartet in diesem und im kommenden Quartal eine leichte Rezession in der Eurozone. 2012 werde die Wirtschaft im Euroraum nur um 0,2 Prozent zulegen. Sollte es der Politik nicht gelingen, die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen, drohe noch ein wesentlich dramatischeres Szenario, warnte die Organisation am Montag. Die OECD plädiert für ein stärkeres Einbeziehen der Europäischen Zentralbank als Krisenfeuerwehr.

***

Paris/Wien - Europa hat es geschafft. Der Kontinent wird von der OECD als aktuell größte Gefahr für die Weltwirtschaft eingestuft. Nun müsse die Politik entschlossen handeln, um "das Schlimmste zu vermeiden", sagte OECD-Chefvolkswirt Pier Carlo Padoan am Montag bei der Präsentation der aktuellen Wachstumsprognosen.

Neben einer Aufstockung des Eurorettungsschirms plädiert nun auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für ein verstärktes Einschreiten der Europäischen Zentralbank (EZB) als Krisenfeuerwehr. Zuletzt hatten bereits zahlreiche Ökonomen unbegrenzte Staatsanleihenkäufe durch die EZB gefordert, um so den Zinsdruck auf die Eurostaaten zu senken. In den vergangenen Wochen waren ja de facto alle Euroländer mit stark steigenden Zinskosten konfrontiert. Werde diesen "Sorgen der Märkte nicht Rechnung getragen, drohen massive Störungen des Wirtschaftsgefüges", meint die OECD.

Ihre deutlich nach unten korrigierten Konjunkturprognosen stellt die Organisation daher unter Vorbehalt. Käme es zu ungeordneten Staatsbankrotten, Kreditverknappungen oder großflächigen Bankenpleiten, wäre wohl eine "tiefe Rezession" in der Eurozone die Folge.

Aktuell rechnet man nur mit einer "leichten Rezession". In diesem und im kommenden Quartal werde die Wirtschaftsleistung im Euroraum schrumpfen, danach wieder zulegen. Für das Gesamtjahr 2012 wird noch mit einem leichten Wachstum von 0,2 Prozent gerechnet. Damit ist man etwas pessimistischer als die EU-Kommission, die vor kurzem ein Wachstum von 0,5 Prozent für die Eurozone prognostizierte.

Risikofaktor USA

Als zweiten großen Risikofaktor sieht die OECD die parteipolitischen Rangeleien um Sparmaßnahmen zwischen Republikanern und Demokraten in den USA. Sollte kein Weg gefunden werden, um jene Maßnahmen abzumildern, die bei einer Nichteinigung ab 2013 greifen, könnte die US-Wirtschaft in eine Rezession stürzen, glaubt die OECD. Aktuell wird für 2012 mit einem Wachstum von zwei Prozent gerechnet, für 2013 mit 2,5 Prozent. Im Sog der Krisenherde schwächt sich auch das globale Wachstum deutlich ab. Die OECD geht nur mehr von einem Plus von 3,4 Prozent für das Jahr 2012 aus, im Mai lag die Prognose noch bei 4,6 Prozent.

Österreich darf laut OECD 2012 mit einem Wachstum von 0,6 Prozent der Wirtschaftsleistung rechnen. Damit ist man ebenfalls pessimistischer als andere Experten. Das Wirtschaftsforschungsinstitut prognostizierte zuletzt 0,8 Prozent, das Institut für Höhere Studien 1,3 Prozent und die EU-Kommission 0,9 Prozent.

"Abwärtsrisiken" werden in den engen Handelsbeziehungen zu Italien gesehen, das zuletzt in den Fokus der Finanzmärkte rückte. Eine "besondere Gefahr" für die Republik stelle aber auch das starke Engagement der heimischen Banken in Zentralost- und Südosteuropa dar.

Um das Vertrauen der Anleger wiederherzustellen, solle die Regierung die angekündigte Schuldenbremse "rasch" umsetzen, wird vorgeschlagen. Um das Wachstum anzukurbeln, schlägt die OECD unter anderem eine Senkung der Sozialversicherungsbeiträge für Geringqualifizierte vor. (go, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.11.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 114
1 2 3
Der Q
00
29.11.2011, 12:22
die welt krankt an allen ecken und enden

so lange man nicht einen job hat der die lebenserwartung drastisch reduziert, die menschheit vor dem untergang bewahrt, alle armageddon udgl. verdient einfach keine millionengehälter, kein fussballspieler (sportler) ist mehrere (hundert) millionen wert, niemand

was mich reizen würde, wäre eine 100% besteuerung auf privatvermögen ab 10 millionen in der stärksten weltwährung, der staat kassiert alles ein was darüber liegt

ich sehs an meinem chef, der .rsch von mensch ist wirklich vermögend, aber es reicht einfach nie, er raunzt und raunzt und raunzt

wohlhabende spenden nur vor den kameras, außerdem kommt sowieso max. 30% der hilfsgüter an, der rest verschwindet in den taschen skrupelloser mitbürger

pei mei
00
29.11.2011, 08:20
spätestens jetzt

sollte der Ruf nach Peter Zwegat immer lauter werden ..... die sogenannten hochbezahlten Experten können's nicht

lichaot
00
29.11.2011, 08:38
Der Zwegat verursacht doch die Rezession

In den vergangenen (60?) Jahren wurde Wachstum über öffentliche Verschuldung gekauft. Sobald man diese reduziert, wird das auch Wachstum/BIP kosten. So what?

Im Schnitt sollte es möglich sein, mit ein paar Prozent weniger auszukommen, wenn man es gerecht verteilt.

lugo
 
00
29.11.2011, 01:27
Wo kann man OECD-Ähnliche Daten über Läder der dritten Welt sehen?

Hat jemand interessante Links?

rice bite
00
28.11.2011, 22:51

Ein billiger Kredit von der Chinabank um unsere Schulden bei anderen Gläubigern zu refinanzieren dafür zollfreie Einfuhr von (Elektronischen) Waren aus China.Wenn China wächst wachsen wir alle, oder?

Der Q
03
29.11.2011, 00:15
nein

in china droht auch bald das platzen einiger blasen

W s
00
29.11.2011, 07:22

Stimmt. Nicht einmal mehr die Chinesen, auf die der letzte EU-Gipfel noch in verzweifelter Hoffnung gesetzt hat, sind zu neuen Krediten an europäische Länder im erwünschten Ausmaß bereit

Friederich
00
28.11.2011, 22:45

Die Rezession kommt unaufhaltsam.
Wir werden „gesundschrumpfen“ müssen.

Inconnu
01
29.11.2011, 09:30

Und Hayek hatte doch recht ...

Herr und Frau Österreicher
 
00
29.11.2011, 08:16

Ach, und "gesund" bedeutet?

Friederich
00
10.12.2011, 14:26

Unbegrenztes Wachstum ist auf die Dauer nicht möglich.
Gesunde Volkswirtschaft bedeutet das die Einnahmen
die Ausgaben decken.

GOtoTOgo
00
28.11.2011, 22:44
endlich - das hat ja gedauert.

wenn die rezession einige jahre anhält könnten wie es vielleicht schaffen. aber im moment aber im moment arbeiten ja alle brav mit und das gibt mir hoffnung.
ich denke wir sollten als nächstes daran gehen die inflation zu erhöhen. wenn die motivation aller beteiligten anhält sollte das machbar sein.

also weiter so jungs das kriegen wir schon hin.
und danke allen die guten mutes an dieser rezession arbeiten.

smeexseus ...
 
12
28.11.2011, 22:27

hat es amerika endlich geschafft uns ab zu würgen ..

Facialbook
19
28.11.2011, 21:59
Rezession wäre kein Problem ...

... allerdings gilt das nur dann, wenn ihre Nachteile gleichmäßig verteilbar wären, was nicht der Fall ist. Minus 5, 10 oder 15% könnten viele locker verkraften, aber Wir brauchen eine gewaltige Umverteilungsmaschine und die traut sich keiner anzuwerfen, weil der "Kommunismus" diskreditiert ist.

José Atento
00
29.11.2011, 09:19
Die Umverteilung läuft gerade.

Von den Wohlhabenden zu ganz wenigen Superreichen.

In Krisenzeiten müssen vor allem jene Federn lassen, die etwas zu verlieren haben. Das sind Leute mit etwas Wohlstand und Ersparnissen.
Von den Schuldnern und den Leuten, die von der Hand in den Mund leben, ist ohnehin nichts zu holen. Die haben auch nicht viel zu verlieren, außer das, was ihnen sowieso nicht gehört.

W s
00
29.11.2011, 07:25

Da bleibt jetzt nur noch eines über: All die Fehlentwicklungen, die Europas Krise ausgelöst haben, rapide zu beenden. Und das geschieht am besten durch eine geistige Rückversetzung an den letzten Zeitpunkt, von dem an es nur noch aufwärts gehen konnte: nämlich in das Jahr 1945.

ptw48
11
28.11.2011, 21:56
Etwas verstehe ich nicht ganz

die Wirtschaft wächst Jahr für Jahr,
die Einkommen stagnieren über Jahrzehnte gesehen.
die Produktion der (möglichen) Waren wird immer größer,
trotzdem steigt die Armut global.

Wo bleibt das ganze Geld, wer profitiert davon, ist etwas an unserem Gesellschaftssystem faul.

Es müsste doch nach den derzeitigen Bedingungen Jede/r genügend zum Leben haben, auf der ganzen Welt. Auch werden genügend Nahrungsmittel erzeugt, um den Hunger abzuschaffen. Wieso kommt es billiger, Lebensmittel weg zu schmeißen, als zu verschenken.

José Atento
00
29.11.2011, 09:22
Mit dem Schuldenmachen wird im Duchschnitt betrachtet KEIN Wohlstand generiert,

sondern wird der Standard reduziert. Das ist weltweit zu beobachten, wo man überschuldet ist.

Die steigenden Schulden (Geldmengenausweitung) erhöhen zumindest nominell die Wirtschaftsleistung. Aber real schrumpft sie trotzdem.

lugo
 
02
29.11.2011, 00:52

Sie sehen das schon richtig.
Von mir aus ist der Grundsätzliche Problem in gewinnorientierte Großunternehmen. Unternehmen über 2000 Arbeiter dürften von mir aus Demokratisiert und alles offen gelegt werden.

gerhard maierhofer
00
28.11.2011, 22:38

wo wächst die armut global? schauen sie sich mal die bric staaten und.deren erfolgsgeschichte an!

Der Q
01
29.11.2011, 00:25
wachstum

ja sie wächst, aber nicht in dimensionen welche dieses system am leben erhalten würde

wo geht das geld hin? es ist ganz einfach, wer viel geld hat, wird später noch viel mehr davon haben, wer dagegen nur wenig hat, wird nachher noch weniger haben, dafür sorgt die inflation und natürlich unser zinssystem

ja es gibt genügend resourcen weltweit welche jeden menschen zu essen, ein dach über den kopf geben würde, usw. usf., aber und da sind wir auch schon, jeder einzelne hätte etwas weniger, bzw manche viel weniger, das aber will keiner, daher müssen ein "paar" gar nix haben, damit manche ganz viel haben können

noch einfacher, der kuchen hat immer die selbe größe, nur wollen immer mehr leute ein stück, dein stück soll aber gleich bleiben, hhm

martha meier
30
28.11.2011, 22:09

Mit dem Wachsen der Wirtschaft haben Sie recht, allerdings wächst auch die Verschuldung der Staaten (und damit die Zinszahlungen die natürlich die Reichen kassieren). Vor allem aber explodiert die Weltbevölkerung -- und somit die Armut und der Hunger. Es ist eh bizarr, dort wo die Leute am wenigsten haben vermehren sie sich am schnellsten, und machen somit sich und der ganzen Welt all diese Probleme. Die Rache der Armen.

lugo
 
10
29.11.2011, 01:08
Sie blicken da nicht ganz durch

Die Ressourcen sind nicht knapp!
Es kommt nur drauf an, wie die Spekulanten diese bewerten und mit welcher Geschwindigkeit diese gewonnen werden.
Damit muss auch eine wachsende Wirtschaft nicht heißen, dass die Menschen eine höhere Lebensqualität haben.
Auf die Ressourcen sollten Spekulationen verboten werden und intelligent verteilt werden. Dann währen alle diese Probleme gelöst.

José Atento
00
29.11.2011, 09:30
Ganz so ist es auch nicht!

Denn der Preis von Ressourcen hat sehr wohl einen steuernden Effekt. Wären die Ressourcen noch so billig wie vor 50 Jahren, so gäbe es überall bereits Verknappungen - Angebot/Nachfrage!

Spekulationen sind immer nur kurzfristig betrachtet relevant, spielen aber längerfristig (über Jahre) gar keine Rolle. Aber natürlich können sie in einer überchuldeten Welt kurzfristig auch Probleme bereiten.
Siehe Ölpreis im J. 2007.
Dann fiel der Ölpreis auf 35$ und steht jetzt wieder auf über 100$.
Ein Angriff der Israelis im Iran und wir sehen wieder 150$. Schuld sind meist nicht Spekulanten, sondern Politiker.

martha meier
00
29.11.2011, 08:29

Natürlich sind die Ressourcen knapp, egal ob darauf spekuliert wird. Was für ein weltfremder verblendeter Humbug. Oder können Sie Öl, Metalle, Wasser, Land, Fischgründe usw. wundersam vermehren? Dann werde ich Sie anbeten ..

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