Kuriosum an der Ligaspitze

28. November 2011, 17:14
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Vier Vereine punktegleich - Sturm-Coach Foda tadelt Bukva und lobt Ehrenreich - Kühbauer: "Bis auf ersten vier Sekunden kein gutes Spiel gemacht"

Graz/Wien - Das hat es in der Geschichte der Fußball-Bundesliga nach 16 Runden noch nie gegeben: Weil Aufsteiger FC Admira im Sonntag-Spiel auswärts gegen Meister Sturm 1:3 unterging, liegen mit Austria Wien, Rapid, SV Ried und den Südstadtern vier Vereine nur durch die Tordifferenz getrennt mit je 27 Zählern an der Spitze gleichauf. Außerdem gab es seit Einführung der Drei-Punkte-Regel (1995/96) noch keinen Spitzenreiter, der nach 16 Spielen so wenige Zähler auf dem Konto hatte.

Kühbauer sauer

Die Wiener Austria ist zum ersten Mal seit 24. April wieder Tabellenführer. Sie hat bereits am Samstag trotz des mageren 2:2 zu Hause gegen SC Wr. Neustadt die Admiraner abgelöst. Der Aufsteiger, der seit 1. Oktober den Platz an der Sonne eingenommen hatte, war am Sonntag weit davon entfernt, den ersten Rang mit einem Remis zurückzugewinnen. "Bis auf die ersten vier Sekunden haben wir kein wirklich gutes Spiel gemacht", resümierte der Südstädter Trainer Didi Kühbauer die zwei Niederlage in Serie sarkastisch.

Über die Darbietung seiner Männer, die nach dem schnellen 0:1 durch Roman Kienasts 30. Liga-Tor, seinem ersten seit 21. August, bis zum Strafraum gut gespielt hätten, aber zu keiner wirklich guten Torchancen vor der Pause gekommen wären, würde man während der Woche noch intern ausführlich sprechen müssen. "Bis zur Winterpause sind noch neun Punkte zu vergeben. Wenn wir uns so präsentieren wie in der zweiten Hälfte, werden wir keinen mehr machen", meinte Kühbauer.

Seine Mannschaft hätte eine tolle Saison gespielt, aber nun sei der Einbruch da. Das erste Liga-Tor nach 357 Minuten seiner Truppe durch Daniel Toth in der Schlussphase beim Stande von 0:3 war kein wirklicher Trost. Graz und Sturm bleiben für die Südstädter ein schlechter Boden. Seit ihrem jüngsten Erfolg in der steirischen Metropole am 5.11.1996 (3:1 durch drei Rosenegger-Treffer) gab es für die Admiraner lediglich drei Remis (0-3-13).

Sturm in Kontakt zum Spitzenquartett

Für die "Blackies" war der vierte Heim-Dreier in Folge immens wichtig, haben sie doch so wie die Salzburger mit vier Punkten Rückstand den Kontakt zum Spitzenquartett gewahrt. "Normalerweise müssten wir jede Woche solche Leistungen wie heute abrufen", befand Sturm-Coach Franco Foda, der nur die Phase nach dem 0:1 bemängelte: "Da haben wir uns zu weit zurückgezogen und dem Gegner zu viel Spielraum gelassen. Danach waren wir bis zur Pause gut."

Noch eines hat dem Deutschen überhaupt nicht gefallen. Den Ausschluss von Haris Bukva vor der Pause bezeichnete er als "dumme Aktion". Der Feldherr hatte vor dem Spiel Leidenschaft gefordert, damit aber nicht gemeint, dass man nicht den Kopf dafür einschalten soll. Bukva war nach einem Foul und anschließender Kritik mit Gelb-Rot vom Platz geflogen. Als positives Beispiel stellte er den in der 46. Minute eingewechselten Martin Ehrenreich hin, der in seinem 48. Liga-Spiel seinen ersten Bundesliga-Treffer erzielte.

17. Saison-Doppelpack

Es war ein Doppelpack des 28-Jährigen zur 3:0-Führung, der insgesamt 17. in der Statistik der laufenden Saison. "Ich freue mich besonders für ihn, der in den vergangenen Wochen nicht zum Zug gekommen ist, aber auch nicht gejammert hat, sondern im Training richtig Gas gegeben hat. Das gefällt mir besser, als wenn manche Spieler in Interviews jammern, dass sie nicht zum Spielen kommen", lobte Foda.

Der Torschütze gestand, sich an das Gefühl des Toreschießens gewöhnen zu können, dachte im Augenblick der Freude aber mehr an die Mannschaft. "Jetzt sind wir wieder mittendrin statt nur dabei. Vielleicht hat mir bei den Toren geholfen, dass ich mit Mario Haas im Zimmer liege - er hat mir viele Tipps gegeben", sagte der Matchwinner über den Routinier mit Torinstinkt, der auch viel Erfahrung im Ausland gesammelt hat. Sturm ist seit 16. April (0:3 Salzburg) oder elf Runden zu Hause (8-3-0) ungeschlagen. So kann es für Ehrenreich und den Club weitergehen. (APA)

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    Happy, weil treffsicher: Martin Ehrenreich.

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