Im Frühjahr

Schmied rechnet mit endgültigem Aus für Studiengebühren

28. November 2011, 17:00
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    foto: standard/cremer

    Schmied geht davon aus, dass es keien Studiengebühren gibt, wenn das Gesetz darüber ausläuft. Wissenschaftsminister Töchterle behauptet das Gegenteil.

Keine Gespräche mit Töchterle über Reparatur des Gesetzes - Kostenloser Management-Master für Schuldirektoren geplant

Brüssel - Bildungsminister Claudia Schmied (SPÖ) rechnet mit einem endgültigen Aus für Studiengebühren im Frühjahr 2012. Das Studiengebühren-Gesetz muss bis spätestens 29. Februar repariert werden, nachdem es der Verfassungsgerichtshof (VfGH) in Teilen wegen zu unpräziser Bestimmungen aufgehoben hatte. Es gebe derzeit keine Gespräche mit Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) über eine Reparatur des Gesetzes, sagte Schmied nach dem EU-Bildungsministerrat in Brüssel vor Journalisten. Ohne Neuregelung fehlt nach Interpretation der SPÖ und mancher Juristen die Rechtsgrundlage für die Gebühren und sie fallen.

Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) beruft sich hingegen auf ein Gutachten des Verfassungsexperten Heinz Mayer, wonach ohne Neuregelung jede Uni selbstständig im Rahmen ihrer Autonomie Studiengebühren in beliebiger Höhe einheben könnte. Die Unis beharren allerdings auf Rechtssicherheit. Derzeit zahlen nur rund 15 Prozent der Studenten die 363,36 Euro pro Semester, nachdem SPÖ, Grüne und FPÖ im Jahr 2008 zahllose Ausnahmeregelungen eingeführt haben.

Schmied will "große Diskussion"

Schmied forderte in Brüssel eine "große öffentliche Diskussion", in welche Bereiche der Universitäten investiert werden soll. Etwa wollen wir "ein Land der Betriebswirte werden?" Die Bemühungen um einen Hochschulplan der ehemaligen VP-Wissenschaftsminister Johannes Hahn und Beatrix Karl seien "sehr ambitioniert" gewesen, aber im Sand verlaufen. Nun arbeite mit Töchterle bereits der dritte Minister an diesem Plan. Bei der notwendigen Studienplatzfinanzierung werde es auch ein "Mengengerüst geben müssen", sagte die Bildungsministern auf die Frage, ob es weitere Studienbeschränkungen geben werde. Als "absurd" bezeichnete Schmied, dass etwa die Universität Linz wegen geringer Studienanfängerzahlen in Deutschland um Studierende werbe. "Da passt Angebot und Nachfrage nicht zusammen."

Masterstudium für Direktoren

Für Schuldirektoren plant Schmied einen kostenlosen zweijährigen Management-Master, der ab Herbst 2012 von den Pädagogischen Hochschulen (PH) angeboten werden soll. Dafür brauche es aber noch eine Gesetzesnovelle, erklärte die Ministerin. Hintergrund: Derzeit dürfen die PH nur kostenpflichtige Fortbildungs-Master anbieten. In Ausschreibungen sollen dann künftig auch Qualifikationen im Schulmanagement-Bereich berücksichtigt werden.

Thema am Bildungsministerrat war unter anderem, dass 20 Prozent der Studierenden in der EU bis zum Jahr 2020 Lernerfahrung im Ausland gesammelt haben sollen, und sechs Prozent der Lehrlinge oder andere junge Personen in der beruflichen Bildung dies auch tun sollten. Für Österreich seien diese Ziele bis 2020 "sehr ambitioniert", betonte Schmied. Rund zehn Prozent der österreichischen Studierenden gehen derzeit ins Ausland und drei Prozent der Lehrlinge. Auch über Bildungsinvestitionen in Zeiten der Wirtschaftskrise wurde beraten. (APA)

Kommentar posten
20 Postings
665
00
9.12.2011, 00:13
ich rechne mit . . .

. . . endgültigem Aus für Frau Schmied

per verser
00
29.11.2011, 14:26
Das entscheidende Wort ist "Mengengerüst"

Die SPÖ schwenkt jetzt auf Studienplatzbeschränkung ein. Das war klar, es ist ein amerikanisches Modell neoliberalen Zuschnitts.

blub7
00
29.11.2011, 18:02
definier...

...bitte mal neoliberal und erklär mir, was das prinzipielle einziehen von kapazitätsgrenzen (und damit das anerkennen von grundsätzlichen limits, die es in der realität nun mal gibt) mit neoliberalismus zu tun hat

per verser
01
29.11.2011, 14:49

Dass das Wort jetzt auch beim Töchterle auftaucht ("Hochschulplan"), legt die ganze Linie offen: Die SPÖ beteiligt sich am Zusperren der Unis für das Volk und bekommt dafür goodies im Schulbereich und eine eigene AkademikerInnenschiene im pädagogischen Bereich. Der schwarze Akademiker der Zukunft kommt dann von der Uni, der rote Akademiker ist im Grundberuf Pädagoge.

Cle Mens
10
29.11.2011, 11:04
Hm,

also wenn Claudia Schmied jetzt mit einem endgültigem Aus für Studiengebühren Anfang 2012 rechnet, ist wohl eher davon auszugehen, dass sie nach diesem Zeitpunkt wieder eingeführt werden.

gaulois51
66
29.11.2011, 06:40
Sagenhaft, was diese Frau von sich gibt!

Rudas, Heinisch-Hosek, Bures, Schmied - ja DAS sind wirkliche "Expertinnen" der Sozialdemokraten.

Stur, realitätsfern und unbelehrbar.
Armes Österreich!

Schreck
02
30.11.2011, 14:09

Na wenigstens ist irgendwer mal stur in der Sozialdemokratie.

Die Männer lassen sich ja offensichtlich alles von der ÖVP aufschwatzen.

Dan12
14
29.11.2011, 12:47
realitätsfern?

Die Studiengebühren belasten die finanzschwächste Bevölkerungsgruppe für sie empfindlich und bringen vergleichsweise sehr sehr wenig.

Man kann für oder gegen Studiengebühren sein. Ich bin aus verschiedendlichen Gründen dagegen. Dem kann man zustimmen oder auch nicht.

Zu behaupten, es wäre realitätsfern ist aber unhaltbar - Studiengebühren in diesem Ausmaß sind eine symbolische Angelegenheit - Sprüch wie: "Sonst können wir uns das nicht leisten, wenn die nicht zahlen" sind rein aritmetisch nicht richtig.

Ein Opel im Schafspelz
27
29.11.2011, 09:42
"Stur, realitätsfern und unbelehrbar"

Reden Sie von Hr. Neugebauer und Frau Fekter?

Irma la Douce
23
29.11.2011, 08:51
Ja eh, aber bei Vergleich mit den ÖVP-"Damen" ist es

schwierig, die Rolle des Paris auszuüben ;-)

Seria
14
28.11.2011, 23:34

an einem Fehler trotz besserer Einsicht festzuhalten ist eine Untat, die hoffentlich bei der nächsten Wahl bestraft wird

M&M3
115
28.11.2011, 22:48

Bitte, das kann doch nicht wahr sein. Für wen arbeitet eigentlich diese angebliche "Bildungsexpertin"? Ich bin Student und nicht unbedingt reich und gern dazu bereit, meinen Beitrag zu leisten. 350 € im Semester SIND leistbar. Hinzu kommt, diejenigen, die es sich wirklich nicht leisten können, erhalten sowieso Studienförderung und bekommen diesen Betrag zurück.

Hinzu auch noch gleich gratis Master Studiengänge für Direktoren, die natürlich zur niedrigsten Einkommensschicht in Österreich gehört. Das alles hört sich nach einem Schilbürgerstreich. Worin sollte man für die Zukunft investieren, wenn nicht in die Bildung. Aber anscheinend ist das Ziel, die Bevölkerung unwissend zu halten, damit wir weiter solche de... wählen!

täglich ALLES1
00
4.12.2011, 10:31
Am Anfang nur mit symbolischen Beträgen!!!!

Denke hier geht es ums Prinzip, nicht um die Summe.
Darüber hinaus ist es notwendig mit relativ niedrigen Beträgen agieren, damit die Sache Studiengebühren einmal durch ist.
Die Erhöhungen sind danach weniger problematisch!!!! Und nach einer gewissen Zeit gibt es nur wenige die sich Studium überhaupt noch leisten können.

Viola per Sempre
51
29.11.2011, 08:23

aha, wieder einer der "gefällt mir"-Schreiber aus der eigenen, sehr roten Parteizentrale.

Interessant, wie nun auch versucht wird, in den Foren Stimmung "Für etwas" zu machen, das offiziell als beerdigt gilt und auch ist.

Das Land braucht keine Totengräber, die die Zombies schwarzer Urzeit, gestützt durch rote Haberei und kräftigem Schattenboxen für das Volk, wieder aus ihren Gräbern holen !!

Was kommt als nächstes? Das für die Mittelschule und die HAK auch Geld verlangt wird ? Dann für die Volksschule ? Dann ...

Das Ziel ist eindeutig formuliert:
Sich die ausbezahlte Kinderbeihilfe durch künstlich erzeugte Engpässe in allen Schuleinrichtungen wieder zurückzuholen.

Doch das Volk durchschaut euch genau !!

Geschmeidig
61
28.11.2011, 20:24

Ich stelle mir gerade die Frau Schmied in einem Hauch von Nichts vor:

http://www.youtube.com/watch?v=GwFoiina_xc

G. Lavant
11
28.11.2011, 20:19
Frau Schmied bitte TRETEN SIE ZURÜCK

Sie ruinieren den letzten Rest des Bildungssystems - und es ist ohnehin nicht mehr viel davon vorhanden.

anton anton
32
28.11.2011, 17:43
warum sagt nicht du unfähigste in dieser regierung

endgültiges aus für die unis im frühjahr

Dan12
00
28.11.2011, 18:39
warum sagt nicht du anton du regierungs

Mag.a Draude Resom
00
28.11.2011, 17:43
Ob sie sich da nicht gründlich irrt, die Gute.

die naive
00
28.11.2011, 19:46

Mit dem Irren ist diese Gute in ihren Reihen nicht alleine.

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