Planung ist die halbe Miete

  • 
Foto: Gerd Altmann/AllSilhouettes.com/www.pixelio.de

Wohin soll es gehen? Darüber sollten sind Gründer ausreichend Gedanken gemacht haben.
    foto: gerd altmann/allsilhouettes.com/www.pixelio.de

    Foto: Gerd Altmann/AllSilhouettes.com/www.pixelio.de

    Wohin soll es gehen? Darüber sollten sind Gründer ausreichend Gedanken gemacht haben.

Gründer von neuen Unternehmen müssen sehr viele Aspekte bedenken - Hilfreich sind selbstkritische Reflexion - und Beratungsstellen

Trotz Turbulenzen auf Finanzmärkten und Wirtschaftskrise gibt es in Österreich jährlich tausende Neugründungen und ihre Zahl nimmt von Jahr zu Jahr stetig zu. Doch nicht alle Start-Ups bewähren sich - so bleiben ungefähr sieben Jahre nach der Gründung lediglich sechs von zehn Unternehmen übrig. Viele Jungunternehmer machen Fehler und niemand hat ein Rezept für Erfolg. Aber durch sorgfältige Planung können sich Start-Ups gut absichern, sind sich Experten einig. 

Von der Erstellung eines Businessplans über Hilfe bei Förderanträgen bis zu Beratung zum Thema Steuern und Versicherungen - gleich mehrere Einrichtungen bieten österreichischen Jungunternehmern Orientierungshilfe bei den ersten Schritten in die Selbstständigkeit. Wirtschaftskammer, verschiedene Banken oder etwa die Stadt Wien mit der Initiative Mingo helfen, auch mit persönlichen Beratungsmöglichkeiten.

Sie alle versuchen Antworten zu liefern, worauf bei Neugründungen geachtet werden muss und welche Regeln Jungunternehmer beachten sollten. Die wichtigsten Eckpfeiler sind Finanzierung, persönliche Stärken und Zielsetzungen. Darüber hinaus gilt es rechtliche Rahmenbedingungen kennenzulernen und die eigenen Ziele, Strategien und Planungen in einem Businessplan oder Unternehmenskonzept zu formulieren. Dafür sollte man genug Zeit einplanen, mahnen Experten. So rät das Gründerservice der ErsteBank, sich für die Konzeptionierung des eigenen Unternehmens bis zu neun Monate Zeit zu nehmen. 

Idee allein ist nicht alles

Am Beginn eines jeden Unternehmens steht meist eine zündende Idee. Aber reicht sie auch aus, um ein erfolgreiches Geschäft zu führen? Experten raten vorab zu prüfen, wie tauglich die eigene Geschäftsidee tatsächlich ist. Die Wirtschaftskammer etwa schlägt vor, sich zu Beginn einige entscheidende Fragen zu stellen, um zumindest ungefähr abschätzen zu können, ob die eigene Geschäftsidee auch tatsächlich erfolgreich sein kann: Was unterschiedet mein Angebot von bereits bestehenden? Wem kann mein Produkt oder meine Leistung von Nutzen sein? Und warum sollten Kunden ausgerechnet mein Angebot annehmen? - das sind nur einige Fragen, auf die man bereits vor der Geschäftsgründung eine Antwort haben sollte. 

Persönliche Voraussetzung und sorgfältige Planung

Branchenerfahrung ist ein weiterer Aspekt, ebenso wie persönliche Voraussetzungen und Stärken. Scheu vor Stress, Druck und Risiko zeichnen nicht unbedingt erfolgreiche Unternehmertypen aus, dafür aber umso höhere Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, heißt es von der Wirtschaftskammer. 

Neben den persönlichen Eigenschaften und der Einsatzbereitschaft geht es natürlich auch um die Erfüllung formaler Kriterien und Erledigung von Amtswegen. So müssen sich Gründer von Unternehmen um eine Gewerbeberechtigung oder Bewilligung kümmern. Dazu sollte man sich bei der Wirtschaftskammer oder der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (SVA) informieren. Ebenso wichtig ist die Frage, welche Rechtsform ein Jungunternehmer wählen soll. Einzelunternehmen oder doch lieber Gesellschaft? Die Rechtsform sollte dem Zweck entsprechend gewählt werden, meinen Experten. So ist es für das Geschäft eines Änderungsschneiders beispielsweise besser, ein Einzelunternehmen zu gründen als eine GmbH. Auch Steuern und Versicherungen sind ein wichtiges Thema, um das sich die Jungunternehmer eigenständig kümmern müssen. Es will gelernt sein - auch für diese Fragen gibt es Beratungsmöglichkeiten bei den verschiedenen Gründerservices. 

Über Förderungen informieren

Es lohnt sich, sich dort einen Überblick über Förderungen zu verschaffen, denn in diesem Bereich gibt es eine Menge Möglichkeiten. So beispielsweise besteht eine Fördermaßnahme darin, dass Jungunternehmen zwölf Monate lang bestimmte Steuern und Gebühren nicht bezahlen müssen - vorausgesetzt, sie haben einen Dienstnehmer angestellt. In diesem Zeitraum müssen Jungunternehmer etwa keine Stempel- und Gerichtsgebühren, keine Lohnabgaben und Grunderwerbssteuer bezahlen.

Ab 1. Jänner 2012 soll in diesem Bereich eine Änderung stattfinden: Die Regelung wird von zwölf Monaten auf 36 Monate ausgedehnt. Grund dafür ist, dass im Jahr der Neugründung meist keine Dienstnehmer beschäftigt werden. Der Zeitraum der tatsächlichen Befreiung bleibt künftig zwar weiterhin ein Jahr, beginnt aber erst mit der Beschäftigung des ersten Dienstnehmers. 

Es gibt aber auch Förderungen für Unternehmen ohne Dienstnehmer. Welcher Firma welche Förderung zusteht - dafür gibt es keine Formel. Jeder Unternehmer sollte sich individuell informieren. Die Online-Förderdatenbank der Wirtschaftskammer etwa bietet eine Möglichkeit dazu oder die Experten der Stadt-Wien-Einrichtung Mingo. Wichtig dabei ist, sich um mögliche Förderungen rechtzeitig zu kümmern und fristgerecht zu beantragen, denn ansonsten geht man leer aus. (Nina Brnada, derStandard.at, 5.12.2011)

Share if you care
15 Postings
gestern noch arbeitslos mit schulden - morgen unternehmerIn mit noch mehr schulden....

Wie soll denn das gehen? Woher bekommen Sie das Geld für ein Unternehmen wenn man Schulden hat?

Hängt davon ab, was sie machen.

Für Dienstleistungsunternehmen brauchen's kaum Geld.

ein Businessplan-Rahmenkonzept

1
a) was kann man erreichen
b) wie kann man dies erreichen
(daraus entwickelt man)
2
a) Konzept + mehrere Jahresplanung
b) Finanzplanung (+integrierte Puffer)

dann baut man ähnlich einer umgedrehten Pyramide darauf auf.

was noch erschwerend zu den kleineren Start-Up hinzu-kommt.

Irgendwann einmal gab es von einer Partei den Vorschlag/Vorstoß gegen diese leeren Geschäftslokale und deren Spekulanten vorzugehen.

Das ist jetzt schon einige Jahre her.

Falls es wem interessiert:

so viel ich weiß gibt es bei größeren Firmen die Möglichkeit eigene Ideen, mit entsprechender Hilfe, als Projektleiter umzusetzen.

Dies sollten dann aber schon sehr gute und durchdachte Ideen sein, denn sonst übersteht man das erste Gespräch nicht einmal.

(doch Achtung: größere Firmen sind in der Regel sehr gierig. Also gut Verhandeln)

Das würde ich aber nur mit größer Vorsicht handhaben! Viele Erfinder haben schon durch die Finger geschaut, weil sie übers Ohr gehauen wurden. Gegen einen Bettel oder noch weniger wurden viele Techniker für dumm verkauft.

Wenn man Düsentrieb mit Nachnamen heißt, dann sollte man sich seine Ideen zuerst patentieren lassen und erst danach bei den Firmen vorsprechen.

Wenn SIe's durchstehen, die Idee so gut verwertbar ist, und SIe gut verkaufen können und ausreichend ZEit und Gel dhaben, mag das stimmen.

Leider gilt für Erfindungsanmelden immer noch der Patentanwaltszwang, obwohl jeder qualifizierte Techniker das nach kurzer Einschulung in die Formalregeln ebenso könnte.

(ohne Techniker kann man zwar auch selbst anmelden, hat allerdings wg. den vielen Frmalvorschriften keinen Sinn).

Und der Patentanwalt verlangt ca. € 5.000.- pro Anmeldung und pro Land. (die Amtgebühr des Patentamtes beträgt hierbei nur ca. 250.-).

Weg mit dem Patentanwaltmonopol wäre ein enormer Schritt in Richtung Innovationswachstum.

Und es gibt jede MEnge Förderungen, wo die öffentliche Hand für Kleine gegen Erfolgsbeitrag die Kosten übernimmt.

echt? Bitte um entspr. Links.

http://www.awsg.at/Content.N... /46909.php

Im Endeffekt macht's am meisten Sinn, anzurufen und hin zu gehen.

das muss man am Anfang richtig kommunizieren.

"Vertragsklauseln mit jeder Eventualität einbauen."

Ich hab etliche Sachen nicht verkauft, weil ich die schon an der Nase und dem atmen erkenne und mir meine Zeit zu wichtig war um mit solchen Idioten Geschäfte zu machen, wo man nur krank bei deren Arbeitsauffassung wird.

Naja - so haben's dann gar nichts.

...

bla bla bla bla

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.