Kritik

Lehrergewerkschaften sind mit Entwurf zur NMS unzufrieden

28. November 2011, 15:06
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    foto: apa/fohringer

    AHS-, BMHS-, und Pflichtschullehrergewerkschafter haben unterschiedliche Vorstellungen, wie die NMS ausschauen soll.

AHS-Gewerkschaft will strengere Selektion - Pflichtschullehrer warnen vor Benachteiligung

Wien - Die Lehrergewerkschaften orten zahlreiche Mängel bei der bis 2018/19 geplanten Umstellung der Hauptschulen zu Neuen Mittelschulen (NMS). Zwar wird grundsätzlich die flächendeckende Umstellung auf den bisherigen Schulversuch NMS von den Lehrervertretern der Pflichtschulen, AHS sowie berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) befürwortet. In wesentlichen Punkten üben sie allerdings in ihren Stellungnahmen zu dem Gesetzesentwurf, für den am Sonntag die Begutachtungsfrist geendet hat, harsche Kritik.

Umstritten ist etwa die geplante Unterscheidung zwischen "grundlegender allgemeiner Bildung" und "vertiefender allgemeiner Bildung" in Deutsch, Mathematik, Englisch und Latein/Geometrisch Zeichnen. Dabei können die Schüler - anders als in den Leistungsgruppen der Hauptschule - flexibel zugeteilt werden. Wer im Abschlusszeugnis der vierten Klasse in allen vier differenzierten Gegenständen "vertiefend" abschließt, erhält laut Gesetzesentwurf die AHS-Reife.

AHS-Lehrer fordern mehr Differenzierung

Die AHS-Lehrer fordern allerdings in ihrer Stellungnahme diese Differenzierung in allen Fächern, wobei betont wird, dass die "vertiefte" Allgemeinbildung viele Schüler in der Mittelschule "überfordert": "Es ist pädagogischer Nonsens, eine Rücksichtslosigkeit gegenüber diesen Schülern und das Gegenteil von Differenzierung, sie mit vertieften Inhalten zu quälen, anstatt mit ihnen grundlegende Inhalte zu üben, damit diese halbwegs verlässlich beherrscht werden." Gleichzeitig müssten gute Schüler motiviert werden, indem schon ab der ersten und nicht erst ab der dritten Klasse NMS die Differenzierung im Zeugnis ausgewiesen wird.

Umstieg von NMS auf Gymnasium verschärfen

Außerdem wollen die Gymnasiallehrer eine Verschärfung der Voraussetzungen für einen Umstieg von der NMS an die AHS-Oberstufe. Dass nur die differenzierten Gegenstände über AHS-Reife entscheiden sollen, sei "inakzeptabel", immerhin gelte derzeit die strengere Regel, dass auch in den Gegenständen ohne Leistungsgruppe mindestens ein "Befriedigend" erreicht werden muss. "Jemandem eine Berechtigung für den Besuch einer Schulart auszustellen, für die diese Person nicht die Befähigung besitzt, provoziert ein Scheitern", so der AHS-Zentralausschuss.

Kritik auch von Pflichtschullehrern

Die Pflichtschullehrer lehnen indes die Unterscheidung zwischen "grundlegender" und "vertiefender allgemeiner Bildung" im Zeugnis generell ab. Stattdessen soll wie bisher bei Schülern der ersten Leistungsgruppe Hauptschule der Zusatz "wurde nach dem Lehrplan des RG (Realgymnasium, Anm.) beurteilt" stehen, um eine Ungleichbehandlung von NMS- und AHS-Schülern beim Umstieg in höhere Schulen zu verhindern.

Es dürfe kein Unterschied zwischen AHS-Unterstufe und NMS bestehen, fordert auch der oberösterreichische Landesschulrat, und warnt davor, dass die unterschiedlichen Ziele einer "grundlegenden" und "vertiefenden" Allgemeinbildung "indirekt zu einer Wiedereinführung des 'A-bzw. B-Zuges'" wie früher an Hauptschulen führen. Außerdem müssten Schüler die Möglichkeit bekommen, in Fächern, in denen sie die "Vertiefung" nicht erreichen, eine Wiederholungsprüfung zu machen, wie auch der Landesschulrat Tirol fordert.

Verlust der schulautonomen Gestaltung befürchtet

Wieder ganz andere Probleme ortet die BMHS-Gewerkschaft: Sie "begrüßt keinesfalls" die Anpassung der NMS an die Inhalte der AHS-Unterstufe, immerhin würden 90 Prozent der Haupt- bzw. NMS-Schüler direkt in die berufliche Bildung wechseln. Die Pflichtschullehrergewerkschaft fürchtet indes eine andere inhaltliche Einengung: Durch die geplanten Novellen würden "bisher erprobte und für gut befundene Schwerpunktsetzungen" wie Naturwissenschaften oder Kreativität unmöglich. Auch der oberösterreichische Landesschulrat sieht einen Widerspruch zu den derzeit üblichen schulautonomen Gestaltungsmöglichkeiten.

Umstritten sind auch die angeblichen Kosten der flächendeckenden Einführung der NMS: Laut AHS-Gewerkschaft fallen diese im Endausbau zwischen 40 und 69 Mio. Euro pro Jahr höher als vom Ministerium angegeben aus - je nachdem, ob nur Landeslehrer oder, wie eigentlich vorgesehen, auch Bundeslehrer beim Teamteaching in den vier differenzierten Fächern miteinander in der Klasse stehen. Auch im Salzburger Landesschulrat kann man die Kostenkalkulation nicht nachvollziehen. Bis zum Schuljahr 2018 werde es allein in Salzburg rund 100 NMS-Klassen mehr geben als in dem Modell berechnet, daher sei "jedenfalls mit beträchtlich höheren finanziellen Auswirkungen auf den Haushalt des Bundes zu rechnen". (APA)

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Posting 1 bis 25 von 47
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Buck Rodgers
30
30.11.2011, 10:54
dann muss der Entwurf gut sein

Alfred Moosbrugger
115
29.11.2011, 20:20

Lehrer sollen wieder ehrlich beurteilen dürfen.

Das wäre der erste Schritt zu einem besseren Bildungssystem.

Das flächendeckende Herschenken von Noten und Zeugnissen kann ja wohl nicht der Hebel zum Erfolg sein.

Auch eine Umbenennung von Anstalten, an denen schlicht und einfach schwächere Schüler sitzen als früher, weil unerzogen und der Sprache nicht mächtig, kann auch keinen Qualitätsschub bewirken.

Das ist so einfach, dass es weh tut, aber Schmied begreift es nicht.

G. Lavant
411
29.11.2011, 10:53
Frau Schmied bitte TRETEN SIE ZURÜCK

Sie ruinieren den letzten Rest des Bildungssystems - und es ist ohnehin nicht mehr viel davon vorhanden.

stall
03
29.11.2011, 07:50
falsch

nicht die lehrergewerkschaften sind unzufrieden, sondern die lehrer.

Daisy Lord
02
29.11.2011, 06:28
"Vertiefung"

in GZ....wofür das? Sollten die Schüler sich nicht lieber in Physik z.B. vertiefen?
Und Latein soll nun an den Hauptschulen unterrichtet/vertieft werden??
Es gibt ohnehin kaum Lateinlehrer (für die AHS), wo wird man die für die HS herkriegen??
Alles sehr seltsam...

leo lander alias mont tatont
187
28.11.2011, 22:09
die AHS Lehrer sind echg arm dran, vor allem

überschätzen sie sich und ihren Unterricht maßlos. Das tut fast echt weh: oberflächlich akademisch, inhaltslos und weit davon den Ansprüchen die da vertreten werden zu erfüllen. Arme Wichte.

uni kum
95
29.11.2011, 10:53

Da fühlen sich einiger dieser Schmalspur-"Professoren" auf den Schlips getreten. AHS-Lehrer sind wohl die arroganteste Berufsgruppe, was aber angesichts ihrer tatsächlichen Performance nur lächerlich wirkt.

wombat007
01
30.11.2011, 12:26
Und unicum

kennt sich aus, da haben wir aber Glück!

moki328
11
30.11.2011, 00:58
Es ist falsch, alle Lehrer generell abzuwerten.

Im Prinzip will die Mehrheit der Lehrer gut unterrichten. Dadurch, dass Schmied anfangs das Lehrerbashing hoffähig gemacht hat, hat sie natürlich nun mit entsprechend stärkerem Widerstand bei jedem Reformschritt - und sei er noch so gut und sinnvoll- zu kämpfen. Die Lehrer benehmen sich nun allgemein wie eine renitente Klasse dies tut, wenn sie gegen einen Lehrer, der sie schlecht behandelt hat, Widerstand leistet. Das finde ich sehr schade, denn es gäbe sehr viel mehr reformfreudige Lehrer (und arbeitsbereite Schüler), wenn man mit ihnen nicht autoritär, sondern kooperativ und unterstützend umginge. Schmied hat mit ihrer Führungsmethode leider zunächst den Blockierern in die Hände gearbeitet. Vielleicht lässt sich da noch was ändern.

A. Sieberer
18
29.11.2011, 09:55

Noch alte, sehr persönliche Rechnungen offen?

leo lander alias mont tatont
12
29.11.2011, 12:45
überhaupt nicht, meine Gym. Lehrer waren echt gut und freundlich

Überhaupt wundert es mich, dass praktisch alle Lehrer mit denen ich persönlich zu tun habe und hatte äusserst engagiert waren und sind, meistens komplementär verhält es sich mit den Forderungen der Gewerkschaft.
Dass die Vorbereitung auf die Uni mangelhaft war, ist wohl eine andere Geschichte, dass 50% meiner Mitschüler besser eine Lehre gemacht hätten auch.
Mich stört einfach das exkludieren auf Basis bürokratischer Argumente. Wäre es nach meinem VS Lehrer gegangen wäre ich heute Maurer und würde gut verdienen ;)

leo lander alias mont tatont
27
29.11.2011, 09:43
ich war in einer HS und hab ohne Probleme an einem Oberstufenrealgym. maturiert

mein Sohn ist jetzt in einem Gym. und mir ist es fast peinlich mit wie wenig Aufwand er nur 1er und 2er schreibt. Letzte Woche hab ich einem als gut geltenden AHS Absolventen Mathematik Nachhilfe gegeben, er war unfähig die sehr offensichtlichen Zusammenhänge zwischen seinen Übungsaufgaben und dem Vorlesungsstoff herzustellen, ging mir vor 20 Jahren nicht anders. Wer jetzt behauptet, dass man in AHS ernsthaft akademisch arbeitet, oder darauf vorbeitet, leidet an einer Verblendung. Entsprechend dem Bild, dass ich von meinen Lehramtskollegen im 1. und 2. Semester habe, die sind inzwischen sicher ausgewachsene Vollprofis, nehm ich mal an, dass vielleicht 1 von 100 AHS Lehreren ein Bild davon hat, was das heißt akademisch zu arbeiten.

wombat007
00
30.11.2011, 12:26
In Wien?

An einer HS in Favoriten?

Alfred Moosbrugger
01
29.11.2011, 20:21

Das hat auch niemand nur annähernd behauptet. Themaverfehlung.

Rosa Stahl
00
29.11.2011, 12:55

kommt halt auch sehr auf die jeweilige Schule an. Spätestens ab der 3. AHS wirds heftiger, meine Kinder müssen jedenfalls ordentlich büffeln: viel Hausübung plus Vorbereitung für Schulübungen, Tests, Vokabeltests...

Vorstadtmama
 
12
29.11.2011, 10:32

Da kannst du dir ja vorstellen, wie es h e u t e in den Hauptschulen zugeht.

Mirstetta Toni
31
29.11.2011, 11:42

kleines beispiel am rande:
besuch meines kindes vor drei jahren in der europa schule mödling (HS) im zuge einiger schulvorstellungen in der letzten klasse vs.

zur begrüssung ein lehrer mit kollegin rauchend in der aula!!

D/E
14
29.11.2011, 16:18
Huch!

Rosa Stahl
01
30.11.2011, 09:26

So wie Vorstadtmama:jawolllll, Huchhhh!

Und Ihre Unsensibilität als Lehrerin gegenüber solchen Themen spricht ja Bände.

Kinder lernen durch Vorbilder. Und da kann man für diese Schule nur sagen: Wie der Herr, sos Gscher.

D/E
01
30.11.2011, 09:54
Sollte man einen Witz nicht einfach als einen Witz sehen?

Vorstadtmama
 
00
30.11.2011, 10:34
..wir Eltern finden es langsam schon nicht mehr lustig...

"Was hilft die beste Erziehung – Kinder machen uns doch alles nach!“ Ich bin heilfroh, dass meine Tochter eine Schule erwischt hat, in der die Lehrer trotz widriger Umstände ihre Aufgabe noch ernst nehmen. Scheint ein Lottosechser zu sein...

D/E
01
30.11.2011, 11:40
Ich würde sagen, eher ein Dreier.

Aber ganz sicher ist man nie.

Vorstadtmama
 
00
30.11.2011, 11:58

Alles besser als eine HS/KMS/NMS oder wie man diesen Schultyp noch nennen möchte. Führt direkt zum AMS (lt. Statistik werden Leute mit Matura seltener langzeitsarbeitslos)

Vorstadtmama
 
11
30.11.2011, 08:54

Ja! Huch! Welch tolle Vorbilder. Für mich wäre die Besichtigung so einer Schule auch spätestens zu diesem Zeitpunkt zu Ende gewesen. Genauso wie die die Besichtigung jener Vorstadts-KMS in der die Lehrer neben eine Rangelei standen und nicht einschritten. Später hörte ich von Bekannten, dass in dieser KMS Mobbing unter Schülern und Schülerinnen an der Tagesordnung war. Der erste Eindruck trügt nicht immer...

Mirstetta Toni
01
30.11.2011, 09:06

aber wie man sieht, wird man hier für die wahrheit mit rot bestraft. ich könnte noch weitere geschichten über diesen besuch in der hs erzählen. so in puncto "leseschwächen der dortigen schüler"... etc.

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