"Vijesti" verklagt Montenegro wegen Brandanschlags

28. November 2011, 14:47
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Vier Fahrzeuge betroffen

Podgorica - Die regierungskritische montenegrinische Tageszeitung "Vijesti" hat am Montag eine Klage gegen den Staat eingereicht. Den Anlass lieferten vier bis dato nicht aufgeklärte Brandangriffe auf Fahrzeuge des Blattes im Juli und August in der Hauptstadt Podgorica. Wie Daily Press, der Herausgeber des Blattes, mitteilte, werde wegen der Nichtverhinderung von "Terrorangriffen" eine Entschädigung im Wert von 60.000 Euro gefordert.

Der Staat habe keine Bereitschaft bekundet, Maßnahmen gegen die Angreifer zu treffen und die Interessen und Rechte der Tageszeitung zu schützen, heißt es in der Klage. Es wird unter anderem darauf hingewiesen, dass nach den Angriffen weder Ermittlungsrichter noch Staatsanwalt die Tatorte aufgesucht hätten.

Nach Angaben von "Vijesti"-Anwalt Veselin Radulovic erfolgten zwei Angriffe kurz nach einer heftigen Kritik von Milo Djukanovic, dem Chef der regierenden Demokratischen Partei der Sozialisten (DPS), an den Medien. Wiederholte öffentliche Auftritte von Djukanovic hätten ein Umfeld von Unsicherheit und Angst erzeugt.

Beim ersten Angriff Mitte Juli waren zwei Autos in Brand gesetzt worden, die gegenüber dem Sitz der montenegrinischen Agentur für Nationale Sicherheit geparkt waren. Andere ebenfalls dort geparkte Fahrzeuge blieben unversehrt. (APA)

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