Whiskygeschwängerte Weihnachten mit Irmgard Knef

28. November 2011, 15:19
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Eine "Skeptikerin mit preußisch-sozialdemokratischen Wurzeln" wird beinahe besinnlich

Ende der 90er Jahre ist der Kabarettist Ulrich Michael Heissig auf die Idee seines Bühnenlebens gekommen: Mit Perücke, Stubenfliege-Puck-Brille und bemerkenswertem Mimikry-Talent verwandelte sich der Süddeutsche in das Ebenbild Hildegard Knefs. Genauer gesagt in deren fiktive Zwillingssschwester Irmgard Knef, die in haarsträubenden Bekenntnissen und neugetexteten Versionen von Knef-Chansons aus einem Leben erzählte, das stets im Schatten der großen Schwester blieb und den Songtitel "Von nun an ging's bergab" bis zur Neige auskostete.

Nach dem Tod der Knef 2002 war Irmgard "Schwesterseelenallein", und ab dem gleichnamigen Programm mischten sich auch vermehrt Eigenkompositionen ins Dargebotene. Endlos ist schließlich selbst das Knefsche Original-Repertoire nicht, auch wenn Heissig immer wieder mal gerne einen der alten Hits neu ab- und aufmischt. Treu geblieben ist er dem bewährten Mix aus jazzig-swingenden Chansons und galligem Humor, alkoholisch-vernuschelt und doch knochentrocken vorgetragen.

Vier Programme bzw. Tonträger hat Irmgard Knef mittlerweile auf dem greisen Buckel, mit "Prost Weihnacht!" feiert sie nun nach einer Pause ihre Wiederkehr auf Erden - so spirituell, wie es eine "Skeptikerin mit preußisch-sozialdemokratischen Wurzeln" nur sein kann. Am 3. Dezember tritt Irmgard Knef im Wiener Stadtsaal auf - noch bevor die Tourtermine im heimatlichen Deutschland anstehen. Fast eine Sneak Preview! (red, derStandard.at, 28. November 2011)


Irmgard Knef: "Prost Weihnacht!", 3. 12., 20h im Stadtsaal Wien

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Irmgard Knef

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    foto: claudia medrow
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