Die Schizophrenie des Mitt Romney

29. November 2011, 11:03
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Zwei Seelen in einer Brust: Kampagne des Democratic National Committee soll republikanischen Präsidentschafts-Bewerber Romney auflaufen lassen

Flip-flopping, das kann er. Mitt Romney ist nicht etwa besonders geübt darin mit luftigen Sandalen durch glühende Kohlen zu laufen, sondern darin, binnen kürzester Zeit seine Meinung um 180 Grad zu ändern. Dieses bei Politikern weit verbreitete Phänomen, hat Mitt Romney bis zur Perfektion getrieben. So sieht das zumindest das Democratic National Committee. Einmal spricht Romney sich für das Recht auf Abtreibung aus, dann wieder ist er strikt dagegen. Ein anderes Mal beschuldigt er Obama, die Pläne zur Gesundheitsreform von ihm gestohlen zu haben, um im nächsten Moment anzukündigen, dass er "Obamacare" bei der nächsten ihm möglichen Gelegenheit abschaffen würde.

Die Demokraten - insbesondere das Democratic National Committee - will Romney nun deshalb mit seinen eigenen Waffen schlagen und nichts weiter tun, als seine Aussagen einander gegenüberzustellen und den Wählern die Frage weiterzugeben, wer Mitt Romney eigentlich ist und was er will.

In sechs stark umkämpften Bundesstaaten soll folgender Spot auf Sendung gehen und Präsident Obama helfen, wieder Boden gut zu machen:

Dass gegen Mitt Romney nun alle Geschütze aufgefahren werden, liegt auch daran, dass Romney einen TV-Werbespot produzieren ließ, in dem Obama sinngemäß sagt, dass es nicht nötig wäre über Wirtschaft zu diskutieren. Tatsächlich ließ Obama diese Worte 2008 im Wahlkampf fallen, allerdings sprach er mit den Worten McCains und wollte genau dessen Position kritisieren. Romney wurde aufgrund dieser Täuschung von Obamas Wahlkampf-Team kritisiert. Die Antwort darauf folgte prompt: "Weil Mitt Romney anscheinend nichts unversucht lässt - inklusive Wählertäuschung - um Präsident der Vereinigten Staaten zu werden, sieht sich das Democratic National Committee veranlasst, Mitt Romney für seine Aussagen auf einem ganz neuen Level zur Rechenschaft zu ziehen", hieß es in einer Aussendung.

Für das Duell "Mitt vs. Mitt" wurde extra eine Website eingerichtet, auf der in vier Minuten die Geschichte des Opportunisten erzählt wird:


Wer sich danach noch immer nicht sicher ist, welche Botschaft Mitt Romney an den Wähler bringen will, kann darüber bei einer "Which Mitt?" Tasse Kaffee oder beim "How well do you know your Romney?"-Quiz grübeln. (derStandard.at, 28.11.2011)

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    Mitt Romney weiß nicht so recht, was er will. Oder ist seine inhaltliche Unentschlossenheit teil seiner politischen Taktik?

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