Dosen-Thunfisch schneidet überwiegend schlecht ab

28. November 2011, 13:15
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Beim Greenpeace-Test schaffte es nur eine der in Österreich gängigen Marken in den "grünen" Bereich

Wien - Die Überfischung gilt als Hauptgrund, warum es vielen Fischarten, darunter dem Roten Thunfisch (auch Blauflossen-Thunfisch genannt), zunehmend an den Kragen geht. Zahlreiche Studien weisen inzwischen darauf hin, dass insbesondere die Bestände im Mittelmeer und im Ostatlantik stark bedroht sind. Greenpeace hat nun den in Österreich erhältlichen Dosen-Thunfisch unter die Lupe genommen - mit erschreckendem Ergebnis: Nur eines der getesteten Produkte konnte als "grün" eingestuft werden.

Getestet wurden die in Österreich gängigsten Marken, darunter sowohl internationale Handelsmarken als auch Eigenmarken des Einzelhandels. Zwischen August und November wurde das Kleingedruckte auf Etiketten ausgewertet. Weitere Informationen lieferten Firmen-Webseiten sowie die Antworten der Hersteller auf einen Fragebogen. Die Prüfkriterien beinhalteten Aspekte wie nachhaltiger Fischfang, transparente Kennzeichnung, Vermeidung von illegaler Fischerei und Herstellerverpflichtungen zur Verbesserung der Umweltfolgen des Thunfischfangs.

Testsieger

An die Spitze der Greenpeace-Rangliste und ganz knapp in den "grünen" Bereich hat es "Vier Diamanten" - die Marke des Thunfischdosen-Produzenten Princes - geschafft: Mit der konkreten Zusage, bis 2014 nur noch nachhaltig gefischten Thunfisch einzusetzen, konnte Princes ebenso punkten wie mit seinem nachhaltigen Skipjack-Thunfisch aus Angelfischerei. Allerdings gibt es auch für den Testsieger Verbesserungspotential, so die Umweltorganisation: Ein Teil der Dosen aus der Princes-Produktion unter dem Markennamen "Vier Diamanten" und "Statesman" stammt derzeit noch aus Ringwadenfischerei, bei der "Fischsammler" zum Einsatz kommen.

Dabei werden mit schwimmenden Plattformen Scharen von schattensuchenden Meeresbewohnern angelockt. "Was bei dieser unselektiven Fangmethode als Beifang in die Netze geht, liest sich wie die Darstellerliste von 'Findet Nemo'", erklärte Greenpeace-Meeresbiologin Antje Helms. "Jährlich verenden so weltweit mehrere hunderttausende Walhaie, Delfine, Schildkröten, Rochen und Jungfische - bis zu zehn Prozent der Fänge."

Der Anbieter "Rio Mare", der mit dem neuen Slogan "Qualität mit Verantwortung" werbe, will Greenpeace zufolge nur knapp die Hälfte seiner Thunfischdosen nachhaltig produzieren. Das ergab nur einen Platz im Mittelfeld der Rangliste, die insgesamt 18 Marken umfasst. Der abschließende Rat der Meeresexpertin an die KonsumentInnen derzeit: "nur Skipjack-Thunfischdosen aus Angelfischerei kaufen". Denn, so Helms, "nur bei Thunfisch der mit der Angel gefangen wurde, kann man davon ausgehen, dass kein Walhai oder Delfin beim Fang getötet wurde. Es lohnt sich jedoch auch durchaus nach freischwimmend gefangenem Thunfisch zu verlangen, obwohl es im österreichischen Handel noch kein solches klar gekennzeichnetes Produkt gibt. Denn oft regelt die Nachfrage bekanntlich das Angebot und das wäre sehr zu begrüßen". (red)

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