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Siebzig Prozent der Befragten befürchten nicht, dass sie zum "gläsernen Patietenten" werden.
Wien - Der Streit um die geplante Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) scheint die Bevölkerung unbeeindruckt zu lassen. Laut einer aktuellen Oekonsult-Umfrage sprechen sich knapp 81 Prozent für E-Health aus. Nur 29 Prozent haben Angst davor, "gläserner Patient" zu werden. Gar nicht gut kommt die aktuelle Gegenkampagne der Ärztekammer an, generell wird an den hehren Motiven der Mediziner gezweifelt.
Unter den 1.231 Befragten haben nicht einmal zehn Prozent eine Liste aller ihrer Medikamente parat, wenn sie zum Arzt gehen. Mehr als vier Fünftel halten die von der E-Medikation versprochene Prüfung auf Wechselwirkungen für notwendig. Doppelbefunde sind nach Ansicht von rund 75 Prozent gängige Praxis. Für rund 85 Prozent ist es nicht immer möglich, alte Befunde bereit zu halten. Dass - wie bei ELGA geplant - Ärzte der Wahl mit ausdrücklichem Einverständnis der Patienten per Computer in all dies Einblick bekommen, begrüßen fast 81 Prozent der Befragten.
Kein Zwang
Dass niemand zur Teilnahme an E-Health, E-Medikation oder ELGA gezwungen werden darf, ist 86 Prozent wichtig. Auch auf Transparenz wird Wert gelegt: 69 Prozent wollen jederzeit prüfen können, wer auf die Daten zugegriffen hat, 60 Prozent wollen checken, was überhaupt gespeichert ist.
Ärzte wenig glaubwürdig
Ein Glaubwürdigkeits- und Sympathieproblem scheint angesichts der Umfrageergebnisse die Ärztekammer haben. Die aktuellen Nackt-Inserate der Standesvertreter gegen die ELGA (derStandard.at berichtete) lehnen fast 70 Prozent ab. Als Motiv für den Protest orten fast 55 Prozent den Wunsch der Ärzte, das eigene Tun vor Transparenz und Kontrolle schützen zu wollen und nicht die Sorge um die Sicherheit der Patientendaten.
Offensichtlich wird mit der Umfrage allerdings auch das geringe Wissen um den elektronischen Umgang mit Gesundheitsdaten. So wissen nur 15 Prozent jener, die sich für Kenner der E-Card halten, dass auf dieser keine Gesundheitsdaten gespeichert sind. Alle anderen vermuten, dass dort alle, die wichtigsten oder zumindest einige wenige Gesundheitsdaten gespeichert sind.
Bei der Umfrag wurden rund 1.200 Personen zwischen 15 und 81 Jahren vom 18. bis zum 27. November befragt. (APA/red)
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weder die patientenanwaltschaft noch die große mehrheit der bevölkerung hat ein problem damit, wenn FREIWILLIG gesundheitsdaten und kranenakten mitgenommen werden können und so etwas wie vergleichbarkeit in der diagnostik und behandlung entsteht. die einzigen, die sich davor fürchten sind die götter in weiß, die sich nicht als dienstleister sehen wollen. viel lieber tut man mit der kassa rayons festlegen und gebietsschutz definieren, damit da bloß keiner dreinpfuschen kann. die argumente der ärztekammer sind daher hohl und in keiner weise glaubwürdig. weder geht es um die patienten, die eh für ihre eigenen interessen sprechen können. enorme summen für proletoide zeitungsanzeigen ist schon da, aber ein bissi edv führt gleich zum ruin. nein..
sollte man bedenken:
* Will ich meine Krankengeschichte auf einer Internetseite wiederfinden
* will ich, dass mein Arbeitgeber alle meine Wehwehchen kennt, mit allen daraus resultierenden, möglichen Folgen (z.B. Kündigung)
* will ich, dass ich keinen Kredit mehr bekomme, weil die Banken meine Kreditwürdigkeit aufgrund meines Gesundheitszustanden herabsetzen - kein AAA mehr ;-)
* ...
PS: Es gilt die Unschuldsvermutung!
wer finanziert die umfragen der ökonsult?
wie wird das sample ausgewählt?
was ist eine umfrage wert, die nur zeigt, dass die befragten inhaltlich keine ahnung haben, was elga ist und wie es funktioniert, dass sie betreffend doppelbefundungen völlig uninformiert sind usw. usf?
Ich hab mir die Umfrage interessehalber mal genauer angeschaut, die ist ja auf der Homepage der Oekonsult abrufbar. Die Fragen finde ich z.T. schon sehr suggestiv - da wird gefragt, ob es Doppelbefundungen gibt und die Leute sagen einfach mal "Ja". Klar gibt's Doppeluntersuchungen, ist mir auch schon passiert, dass eine Blutabnahme binnen zwei Wochen wiederholt wurde. Nur: Da wurden Werte geprüft, die sich rasch verändern können und auf die mit entsprechenden Medikamenten reagiert wird. Ich denke, da muss man schon unterscheiden. Tun aber offensichtlich viele Leute nicht.
Den Eindruck hab ich auch - nämlich völlig wurscht, um welches Thema es geht, es kommt immer zu einem positiven Ergebnis. Dazu kommt, dass die Befragten sich oft nicht auskennen - ich mein, wie lange gibt's die eCard jetzt schon? Locker zehn Jahre, oder? Und grade mal 15% der Befragten wissen, dass keine Gesundheitsdaten darauf gespeichert sind. Find ich arg.
was soll man mit der Aussage anfangen, 75% sind der Ansicht Doppelbefundungen seien gängige Praxis? Ist das Meinung oder haben die Menschen diese Erfahrung gemacht? und warum wird von einer "Qualitätszeitung" so eine bestellte Umfrage unreflektiert wiedergegeben?
aber dieses pfründeverteidigen auf patientenkosten wird es gottseidank nicht spielen. der patientennutzen überwiegt eindeutig und wenn nicht mitmachen will (also patienten) muss ja auch nicht. aber gerade für ältere, vergessliche patienten ohne angehörige ist dies ein riesenfortschritt der auch durch die korrupten kämmerer nicht aufgehalten werden kann.
denn gläsern wird hier nicht der patient, sondern die ärzte. da sieht man dann auf einmal was so manche wald-und-wiesen-praxen so im versteckten treiben.
ältere, vergessliche patienten vergessen nicht nur, was sie einnehmen sollen, sondern auch, dass sie es einnehmen sollen. daran ändert elga leider nix. wenn sie glauben, dass dann alles, was an medikamenten auf der elga registriert ist, auch eingenommen wird, dann sind sie schwer im irrtum.
und das mit den korrupten kämmerern ist eine entgleisung, mit der sie sich ohnehin disqualifizieren. jedenfalls hat man den eindruck, ihre postings sind von der wirtschaftskammer, bereich softwareindustrie, bezahlt.
die menschen sind leider wirklich völlig uninformiert - auch sie:
http://www.guardian.co.uk/healthcar... NTCMP=SRCH
elga kostet geld, das wir nicht haben, und zwar ein vielfaches von dem, was man uns weismachen will, und bringt den patienten nichts. vom datenschutz völlig abgesehen.
In den nächsten Jahren wird für Diabetiker der Führerschein nur mehr befristet auf max. 5 Jahre ausgegeben werden, es ist eine Frage der Zeit, dass auch andere Diagnosen nachfolgen werden. Mit ELGA ist die Diagnose transparent, da werden viele einstige Befürworter nach dem ersten kostenpflichtigen Gutachten sicherlich umdenken, aber dann ist es zu spät, die Datenkrake ist dann bereits installiert......
dass dann endlich halbblinde nimmer autofahren dürfen. vielleicht gehen dann die verkehrstoten in der statistik plötzlich zurück. in anderen ländern ist dies schon längst gang und gäbe. warum sollte das bei uns nicht so sein?
* Wollen sie Schuld sein an Verkehrstote durch zu schnelles Fahren? Nein -> Führerscheinbefristung nach Radarstrafe
* Wollen sie Schuld sein an Verkehrstote durch Medikamenteneinfluss? Nein -> Führerscheinbefristung nach Medikamentenverschreibung
Man könnte sogar einen Onlinezugriff der Polizei auf die Krankenakte erlauben - Sobald jemand Medikamente bekommt ist sein Führerschein für die Dauer der Verschreibung ungültig, super.
* Wollen sie Schuld sein an Verkehrstote durch Fahranfänger? Nein -> Keinen Führerschein für Fahranfänger und in wir haben mittelfristig gar keine Verkehrstote, weil keine Autofahrer mehr.
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