Bifie kritisiert Einführung der Neuen Mittelschule ohne Evaluierung

28. November 2011, 11:26
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Modellversuche sollten eigentlich bis Ende 2012 vom Bifie wissenschaftlich überprüft werden - Direktor Lucyshyn wirft Politik "Ignoranz gegenüber Daten" vor

Wien - 2009 wurde das Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) per Parlamentsbeschluss damit beauftragt, den Modellversuch Neue Mittelschule (NMS) mit ihren immerhin 1.000 Euro Zusatzbudget pro Schüler und Jahr zu evaluieren. Der Bericht sollte Ende 2012 als Entscheidungsgrundlage für die Einführung der NMS vorgelegt werden, die flächendeckende Umstellung der Hauptschulen auf NMS wurde in der Zwischenzeit dennoch längst beschlossen. Für Bifie-Direktor Josef Lucyshyn ist das ein Beispiel für "die Ignoranz der Politik gegenüber Daten".

Die Darstellung im Vorblatt zum entsprechenden Gesetzesentwurf, wonach sich "der Modellversuch in Österreich bewährt hat", wie es dort wörtlich heißt, sei sachlich nicht nachvollziehbar. "Das ist nicht datenbasierte Politik, sondern hier ist man wieder in alte Muster zurückgefallen und ideologischen Argumentationen gefolgt", so Lucyshyn.

Ergebnisse nun erst 2015

Die Ergebnisse der Evaluierung der NMS durch das Bifie sollen nun erst 2015 vorliegen, wenn die flächendeckende Umstellung der Hauptschulen bereits abgeschlossen ist. Zu diesem Zeitpunkt wird auch der erste Durchgang der Überprüfung der Bildungsstandards für die achte Schulstufe in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch abgeschlossen sein - und damit erstmals Daten vorliegen, wie die NMS mit ihren zusätzlichen Fördermitteln im Vergleich zu den AHS-Unterstufen abschneiden. (APA)

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