Weniger Journaldienste

Wiener AKH muss ab Februar sechs Millionen Euro einsparen

28. November 2011, 11:12

Sparmaßnahmen treten am 1. Februar 2012 in Kraft - Med-Uni Rektor Schütz: 14 Prozent weniger Journaldienste

Wien  - Die Medizinische Universität Wien (MUW) macht nun endgültig Ernst und setzt die angedrohten Sparmaßnahmen am Allgemeinen Krankenhaus (AKH) um. Heute, Montag, wurden alle betroffenen Klinikvorstände offiziell verständigt, "dass eine Reduktion der Journaldienste um etwa 14 Prozent stattfindet", berichtete der Rektor der Medizinische Universität (MUW), Wolfgang Schütz. Die Maßnahme werde mit 1. Februar 2012 in Kraft treten.

Die Ärzte am AKH die angekündigte Kürzung nicht ohne weiteres hinnehmen: "Wir werden kämpfen, bis diese Maßnahme zurückgenommen wird", kündigte der Vorsitzende des Betriebsrats des ärztlichen Personals, Ärztekammer-Vizepräsident Thomas Szekeres an.

Derzeit sind im größten Krankenhaus des Landes 172 Ärzte pro Nacht bzw. am Wochenende im Einsatz. Diese Zahl wird nun auf 146 reduziert. Das würde "wahrscheinlich ein Einsparungsvolumen von sechs Millionen Euro bringen", rechnete Schütz vor. Durch die Kürzung "bekommen wir zwei Drittel der einzusparenden Summe herein". Die MUW wird heuer mit einem Minus von neun Millionen Euro abschließen. "Also von neun Millionen kriegen wir sechs herein", führte der Rektor weiter aus. Die restlichen drei Millionen Euro sollen durch die Nichtnachbesetzung von Stellen eingespart werden.

"Klinikleiter tragen Entscheidung mit"

Alle Kliniken seien gleichermaßen von den Kürzungen betroffen, so Rektor Schütz. Am vergangenen Freitag habe er noch einmal mit dem Großteil der Klinikleiter gesprochen: "Sie haben gesagt, dass sie die Entscheidung mittragen - unter der Bedingung, dass es gleichmäßig auf alle fällt. Das heißt, wir haben uns bemüht, so gut es geht, alle Kliniken gleichmäßig mit diesen Kürzungen zu betrauen." 

30 Stellen weniger im Jahr 2012

Der Prozess, bei dem Stellen nicht nachbesetzt werden, habe schon im Herbst begonnen, so Schütz. Ungefähr 20 Stellen seien heuer nicht mehr nachbesetzt worden, 30 weitere sollen 2012 folgen. Wie es 2013 weiter geht, wisse man nicht: "Das hängt natürlich dann ganz stark von der Budgetierung der österreichischen Universitäten insgesamt ab. Das wird sich bis Ende des Jahres weisen", erklärte der Rektor. Bis Ende 2011 müsse das Budget für die Unis für 2013 bis 2015 stehen.

Runder Tisch

Im Jänner soll ein runder Tisch mit Vertretern des Bundes, der Stadt Wien, AKH-Chef Reinhard Krepler und Schütz stattfinden, wo unter anderem die künftige Struktur des Krankenhauses besprochen wird. Es solle Klarheit geschaffen werden, wie das AKH mittel- bis langfristig geleitet werden solle, unterstrich Schütz. Eine Möglichkeit wäre eine Betriebsgesellschaft: "Wesentlich muss sein, dass diejenigen, die bestimmen, was zu leisten ist, auch zahlen, auch die Finanzierung festlegen." Derzeit laufe dies parallel: "Lehre und Forschung einerseits, Krankenversorgung auf der anderen Seite."

Dabei kritisierte Schütz die Stadt: "Die Stadt Wien definiert nicht, was an Krankenversorgung zu leisten ist und wir müssen, da wir alle Ärzte im AKH stellen, bei Zunahme der Versorgungstätigkeiten immer mehr Ärzte stellen. Und das passt nicht zusammen." Derzeit gebe es eine "exorbitante Querfinanzierung" der Krankenversorgung Wiens durch das Budget, "das wir vom Bund für Lehre und Forschung bekommen", erklärte Schütz.

Der Hintergrund des Konflikts: Es gibt eine gültige Vereinbarung zwischen Stadt und Bund, die besagt, dass die Kosten für das medizinische Personal von der Uni zu tragen sind. Das Pflege- und Erhaltungspersonal wird hingegen von der Stadt bezahlt, die auch Betreiberin und Erhalterin des AKH ist. Zudem habe im Haus Vollbetrieb zu herrschen, so der Rektor: "Wir haben bisher diese Vereinbarung immer erfüllt." Die MUW habe immer Ärzte in ausreichender Zahl zur Verfügung gestellt, versicherte er.

Prominente Ex-Patienten machen mobil

"Diejenige Partei, die diese Vereinbarung bis jetzt nicht eingehalten hat, ist die Stadt Wien", beklagte Schütz. Die Stadt reduziere laufend das Personal für Pflege und Leitstellen, sodass laufend Teile von Stationen, Betten und Leitstellen gesperrt seien. Er betonte: "Das heißt, der nicht bestehende Vollbetrieb, der jetzt herrscht, ist auf die Stadt Wien zurückzuführen und nicht auf die Ärzte." Er forderte Bund und Stadt zur Einigung auf.

Morgen, Dienstag, werden die Ärzte am AKH wieder eine bereits vor Tagen angekündigte Protestveranstaltung gegen die Einsparungsmaßnahmen abhalten. Bei dieser öffentlichen Versammlung werden auch prominente Ex-Patienten teilnehmen, etwa der Gastronom Attila Dogudan und die ehemalige Politikerin Frida Meissner-Blau. Ex-Rennfahrer Niki Lauda wird eine Videobotschaft senden. Auch Schütz will bei der Veranstaltung das Wort ergreifen, wie er heute gegenüber der APA bekanntgab. Der Rektor betonte, dass man im ständigen Kontakt mit dem Betriebsrat stehe: "Wir machen nichts, ohne den Betriebsrat vorher zu informieren und nehmen alle Vorschläge des Betriebsrats letztlich sehr ernst und an, die darauf hinauslaufen, dass man es so verträglich wie möglich für die Mitarbeiter gestaltet. Aber das Budget muss eingehalten werden um das kommen wir nicht herum." (APA)

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Posting 1 bis 25 von 73
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ND1
00
5.12.2011, 13:39
die Rache

des E-Card Tourismusses ...

let's dance
 
00
29.11.2011, 11:28
Noch weniger Ärzte

und diese noch schlecht entlohnt, mit 36 Stunden Schichten, da macht die Arbeit doch gleich viel mehr Spass.

Gesundheit, (Aus-) Bildung etc. da wird gespart bis nichts mehr geht, aber für ein Heer von Politikern und Beamten ist Geld im Überfluss da, die sind auch viel notwendiger, denn wer soll uns sonst weiterhin belügen, und betrügen und uns das Geld aus der Tasche ziehen das gebraucht wird um den ganzen korrupten Sumpf zu finanzieren.

Ein beschi.... System das wir mittlerweile haben und sowas wird auch noch (aus Mangel an besserem) demokratisch gewählt.

also ich find mich super
01
29.11.2011, 10:59
14% weniger journaldienste ....

.... ich bin mir sicher, mit 4% weniger in der führung lässt sich mehr einsparen. man braucht nur ein paar unnötige freunde und familienmitglieder rauswerfen

quod licet Iovi2
00
30.11.2011, 18:20

Wäre beispielgebend für ganz Wien. Sprach doch aber der Obermichl: ich lasse mir meine Genossen nicht von ihren wohldotierten Dienstposten vertreiben!! Prost,Freundschaft

Bluestone
00
29.11.2011, 06:12
Gibt es eine Postigsperre?

Helmut Hromadnik21
 
10
28.11.2011, 17:24
Für die nordumfahrung ist geld da, für die gesundheit nicht !!!

Da kann man den verantwortlichen nur einen baldigen spitalsaufenthalt wünschen.

mad as hell
01
28.11.2011, 17:10
Überschrift vs. Inhalt

Warum sollte das Wiener AKH 6 Mio. Euro einsparen müssen, wenn die Med.Uni-Wien Journaldienste um 6 Mio. Euro streicht, für welche diese selbst die Personalkosten trägt?
Irgendwie geht es in dem Artikel doch hauptsächlich darum, dass die Med. Uni unterfinanziert ist und deshalb Kürzungen vornehmen muss ...

Erika Rothen
00
28.11.2011, 15:52
Besser wäre, wenn man sich entschließen könnte, ZUMINDEST EINEN TEIL der

am AKH üblichen Kickbackzahlungen abzuschaffen, und die Beschaffungsvorgänge nach seriösen wirtschaftlichen Grundsätzen abzuwickeln:

das sollte ein Einsparungspotenzial von jährlich zig-Millionen Euro bringen.

N. Ruhen
01
28.11.2011, 15:18
Vielleicht naiv gefragt

Stimmt es denn, dass es Menschen aus dem schlechtergestellten Ausland gibt, die gezielt nach Österreich kommen, weil es hier eine bessere Versorgung gibt (z.B. Schwangere zur Geburt) die Verrechnung mit dem Ausland jedoch nicht nach österreichischem Tarif, sondern nach ausländischen Tarif (also einem Bruchteil) erfolgt? Habe das schon mehrfach gehört. Und falls dem so ist, gäbe es hier nicht die Möglichkeit das zu ändern?

Originallindwurm
00
28.11.2011, 17:39
Das stimmt nicht

N. Ruhen
01
28.11.2011, 17:47

Verzeihung, welcher Teil davon stimmt nicht?

wuestenfuchs
01
28.11.2011, 19:13

der teil dass die verrechnung nach dem günstigeren, ausländischen, tarif erfolgt.
der stimmt nicht.

Ain't got no how watchamacallit
00
28.11.2011, 15:12

gut, so wird es also sein. dann muss man mit der neuen situation umgehen. von Seiten der assistenzebene kann das nur nur dann umgesetzt werde wenn: A die pflege auf internationales Niveau hieven und die stationsroutine Durch diplomiertes personal durchführen lassen, B die pflege durch massives einstellen von stationsgehilfen von ihren berufsfremden Tätigkeiten (bettenmachen, putzen, essenausteilen) entlasten, C Aufwertung der Assistenzärzte und deren tätigkeitsprofil (siehe A), D Einrichtung von IV teams/phlebotomisten, E Einrichtung von dokumentationsassistenten und Sekretären. wenn das alles gewährleistet ist mache ich >>journaldienst<< für 100 betten, locker…

warp.faktor
20
28.11.2011, 14:46
Was hat die Anzahl der diensthabenden Ärzte in einem Krankenhaus ...

... mit dem Uni-Budget zu tun?

Hier wird schmutziges politisches Kleingeld gewechselt!

Asylwiener
01
28.11.2011, 15:08

Die Uni zahlt die diensthabenden Ärzte (aus dem Uni-Budget)...

IHR WERNER HANSCH
00
28.11.2011, 16:22

was ja mal a wahnsinn an sich ist...

Wüstenfloh
03
28.11.2011, 14:40
Ich würde den 1. Politiker, der zur Behandlung kommt....

auf die Warteliste setzen, und ihm einen Termin geben, der dem eines Normalpatienten für eine Hüftprotese entspricht. Leider hat auch Hr. Schütz keine eche Konsequenz!

smea_gol
00
28.11.2011, 22:52

nein, sondern dem hausmeister im arztkittel zur behandlung übergeben ...
vorallem wenns einer von den schwarzen ist.

Küki
02
28.11.2011, 14:35
Ui

da wirds wohl nix mit den geforderten dolmetschern

einkremser Winzer
15
28.11.2011, 14:12
Bitte den Gehalt der Primare um die Hälfte kürzen.

Das wäre dann anteilig mit ihrer Anwesenheit an ihrer Arbeit. Schon sind die 9 Millionen herinnen.
Es wird langsam Zeit, den "Spitzenärzten" ihre Privilegien zu nehmen.
Ja, ich weiß, es wird argumentiert, dass die Ärzte dann ins Ausland gehen werden. Ich behaupte mal: die wenigsten werden es tun. Freunde, Privatordi usw müsste man aufgeben. Wer tut das schon.

Asylwiener
01
28.11.2011, 15:11

die UNI zahlt professoren 4360,40 Brutto pro Monat (steigt bis 6104,50 nach 24 Dienstjahren) s. Uni Kollektivvertrag Para 47.

das können Sie gerne halbieren, aber dann müssen Sie erst 250 Professoren der höchsten Gehaltsstufe finden um im Jahr auf 9 Mio zu kommen.

andkos
10
28.11.2011, 17:45
wuhaha

zuerst denken, dann schreiben

uni kollektiv vs. med uni profs.....

wuestenfuchs
00
28.11.2011, 19:14

was ist drann wuhaha.
der uni kollektivvertrag regelt die bezahlung der universitätsbediensteten, damit natürlich auch der profs der med uni wien.

Christoph Karl Steininger
00
28.11.2011, 14:03
Ich dachte da gibt es einen Vertrag mit der Gemeinde?

Kann man als Vertragspartner diesen einfach abändern ohne die Zustimmung des Anderen?
Wenn Verträge zur politischen Manövriermasse degenerieren haben wir ein echtes Problem!

chaote2
 
23
28.11.2011, 13:55
einsparungen

Hauptsache Darabos kann seine Friedenstruppen nach Afrika und in den Libanon ect. entsenden.
War brauchen wir da noch Spitalsärzte in Österreich.

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