Analystin: Pecik-Einstieg bei Telekom beflügelt Kurs

28. November 2011, 11:01
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Weitere Zukäufe für Aufbau der Sperrminorität würden Telekom-Aktie stützen

"Übernahmefantasien stützen tendenziell meist den Aktienkurs", kommentierte die Erste-Group-Analystin Vera Sutedja die Reaktion des Marktes auf den Einstieg des Investors Ronny Pecik bei der Telekom Austria. Die Aktie des teilstaatlichen Unternehmens legte am Montag bis 9.40 Uhr in einem freundlichen Marktumfeld um 4,03 Prozent auf 8,54 Euro zu. Ein Kursziel könne man derzeit noch nicht nennen, sagte Sutedja, "dazu gibt es in diesem Fall zu viele Fragezeichen".

Sperrminorität

So sei z.B. noch nicht klar, ob Pecik letztlich nur eine Sperrminorität anstrebe oder ob es zu einer Übernahme kommen werde. Aber auch der Aufbau einer Sperrminorität durch Pecik werde während der Zukäufe den Kurs stützen. Ein wesentlicher Punkt sei auch, ob hinter Pecik der ägyptische Telekomkonzern Orascom stehe - in diesem Fall hätte der österreichische Staat nach neuer Gesetzeslage bei einer Übernahme ein entscheidendes Wort mitzureden.

Meldepflichten

Meldepflichten habe Pecik beim Aufbau seiner Telekom-Beteiligung ihrer Einschätzung nach nicht verletzt, sagte die Analystin - er habe den Deal vielmehr mehr oder weniger auf einen Schlag am selben Tag abgewickelt: Am 25. November habe Pecik einerseits seine bereits gemeldete Call-Option auf gut 5,4 Prozent der Telekom-Anteile ausgeübt und noch am selben Tag weitere Optionen im Umfang von 9,5 Prozent erworben und sofort ausgeübt.

International Practice Task Force

Die Erste-Analystin bestätigt auch einen Bericht, wonach die Telekom Austria bald gezwungen sein könnte, Abwertungen für ihre Weißrussland-Tochter vorzunehmen. Spätestens in den nächsten zwei Tagen werde die "International Practice Task Force" entscheiden, ob Weißrussland als Hyperinflationsland zu behandeln sei. Dem müsste die Telekom in ihren Büchern durch Abwertungen Rechnung tragen. Den von den Analysten der Berenberg-Bank genannten Abschreibungsbedarf von 400 Mio. Euro konnte Sutedja nicht bestätigen, sie haben selbst noch keine Berechnungen dazu angestellt. (APA)

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