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vergrößern 800x496Shoppingcenter auf der grünen Wiese sind passee: Das "Citycenter Poznan" der ungarischen TriGranit, das auf der Mapic präsentiert wurde, bindet den Handel an die Infrastruktur an.
vergrößern 800x533Das EKZ "Megaló" in Chieti wurde kurz vor der Mapic vom "European Prime Shopping Centre Fund" aufgekauft.
Die Sparte Shoppingcenter wächst, aber sie wächst mit Vorsicht.
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Meistens sind es Welten, die die Repräsentanten des Handels und die Vertreter der Immobilienwirtschaft voneinander trennen. Erstere denken in immer wieder neuen und daher kurzfristigen Konzepten, letztere planen in langfristigen Zeiträumen und bemühen sich, große Veränderungen zu vermeiden. Doch derzeit finden beide leicht zueinander. Denn die Immobilienbranche sucht nach Investitionsmöglichkeiten, die über Büroprojekte hinausgehen, viele Händler wiederum befinden sich auf Expansionskurs. Gemeinsame Interessen kennzeichnen die unterschiedlichen Charaktere.
Handel schlägt Bürosektor
Als idealer Treffpunkt erwies sich unter diesen Gegebenheiten die Mapic 2011. Die Fachmesse für den Handel und seine Immobilien ging heuer vom 16. bis 18. November in Cannes über die Bühne. Messeveranstalter Reed Midem freute sich nach eigenen Angaben über mehr als 8000 Teilnehmer aus 62 Ländern - gegenüber dem Vorjahr ist das eine Steigerung von neun Prozent.
Vor allem der Anteil der Handelsrepräsentanten nahm zu. Mit rund 2300 Vertretern legte diese von der Immobilienwirtschaft begehrte Teilnehmergruppe - so die offiziellen Zahlen - sogar um 12 Prozent zu. Und in der Tat: Im Palais des Festivals und in der angrenzenden Riviera Hall auf der 17. Mapic war deutlich mehr los als in all den Jahren zuvor. Kein Wunder, denn schließlich hat in Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern bei den Investitionen institutioneller Investoren der Handel das Segment Büro längst schon überholt.
Doch die derart Getriebenen blieben am Boden. Es ging nicht um hochfliegende Pläne am Morgen, um Champagnerempfänge am Nachmittag, um Galadinners am Abend, sondern ganz konkret und realistisch ums tägliche Geschäft. Mit dem Expansionsdrang der Händler einerseits und der Investitionsbereitschaft der Immobilienwirtschaft andererseits wurden zahlreiche Chancen und Möglichkeiten ausgelotet. Dabei sind sich die ernstzunehmenden Akteure der Branche dessen bewusst, dass es auch im Segment Handel ein "Wachstum ohne Grenzen" nicht mehr geben kann und nicht mehr geben wird.
Beste und schlechteste Assets
Zwar ist derzeit noch keine Blase zu befürchten, wohl aber befindet sich so manch problematisches Projekt in Sicht. Alice Breheny, Head of Research Property Europe bei Henderson Global Investors in London, formulierte es sehr direkt: "Von den rund 500 Shoppingcentern, die allein in England gebaut oder geplant sind, sind nur 250 wirklich notwendig." Aufgrund der vielfachen Aktivitäten sieht sie einen "neuen Grad der Polarisierung, der nicht nur gute und schlechte, sondern beste und schlechteste Assets" kennen wird. Um Flops zu vermeiden, sei im eigenen Unternehmen vor jedem Investment eine umfassende Analyse Voraussetzung.
Für Österreich dürften dabei die Aussichten nicht so schlecht sein, denn Henderson Global Investors erwarb in diesem Jahr für den Österreich Fonds Nr. 2 des Joint Ventures Warburg-Henderson ein Fachmarktzentrum in Wien. Der Österreich Fonds Nr. 2 ist ein Spezialfonds nach deutschem KAG-Recht, der derzeit für rund 130 Millionen Euro investieren kann. Je nach Zufluss des Kapitals kann sich diese Summe aber auf 300 Millionen Euro erhöhen. Gesucht werden primär landesweit Handelsimmobilien und sekundär Büroimmobilien in Wien. Insgesamt soll das Zielportfolio 10 bis fünfzehn Objekte umfassen. Ein bereits seit längerer Zeit existierendes Investment von Henderson Global Investors ist das Outlet-Center in Parndorf, Burgenland.
Aus Ungarn war TriGranit vertreten. Das auf Projektentwicklung und PPP-Projekte spezialisierte Unternehmen, an dem die österreichische Immofinanz 25 Prozent hält, ist längst nicht mehr nur im Heimatland, sondern mittlerweile in sieben CEE- und SEE-Ländern aktiv. Präsentiert wurden unter anderem das "Emonika Citycenter" in Ljubljana, Slowenien, sowie das Bahnhofsprojekt "Citycenter Poznan" im polnischen Posen. Das 140.000-Quadratmeter-Projekt umfasst ein Einkaufszentrum, bei dem auch ein historisches Backsteingebäude einbezogen wird. Die Bauarbeiten haben im März 2011 begonnen.
Gastland Italien
"Country of Honour" war heuer Italien. Zahlreiche Vorträge und Diskussionen widmeten sich dem Land, zudem verzeichnete die Mapic eine beträchtliche Zahl italienischer Aussteller und Besucher. Ein Highlight war der Vortrag von Mario Moretti Polegato, Chairman des Schuh- und Bekleidungsfilialisten Geox aus Italien, der über Innovatives Unternehmertum für erfolgreiche Geschäfte sprach.
Auch ein anderes italienisches Thema, ein aktueller Deal, den zwei in Deutschland beheimatete Player untereinander ausgemacht hatten, wurde heuer stark diskutiert: Kurz vor der Mapic erwarb der vom Immobilienunternehmen ECE in diesem Jahr neu initiierte "European Prime Shopping Centre Fund" vom an sich offenen, aber derzeit geschlossenen Fonds SEB ImmoInvest das Shopping Center "Megaló" in Chieti in den Abruzzen.
Und weitere Investitionen des neuen Fonds stehen an. Denn mit einer Kapitalausstattung von 775 Millionen Euro, die mit Fremdkapital auf rund zwei Milliarden Euro ansteigen kann, ist der eine oder andere Erwerb noch drin. Dabei ist die ECE gar nicht auf Italien fixiert, sondern nennt deutlich ganz Europa sowie besonders Zentral- und Osteuropa als geographischen Fokus. Die einzige Bedingung für die ECE lautet: keine Projektentwicklung, sondern fertige Zentren mit Potenzial zur Wertsteigerung.
Begehrte "Mapic Awards" vergeben
So sehr Italien auf der Mapic im Mittelpunkt stand, so leer ging das Land bei den "Mapic Awards" aus. Zwar war in der Kategorie Beste Revitalisierung eines Handelsprojekts das Einkaufszentrum "Milano City Center" unter den drei Finalisten nominiert, doch gewonnen hat "Galeria Echo" in der polnischen Stadt Kielce, der Heimstadt des Projektentwicklers Echo Investment. Und noch ein zweiter der begehrten Awards ging nach Zentraleuropa: Die Ballymore Group gewann mit ihrem Shoppingcenter "Eurovea" in Bratislava in der Kategorie "Beste Projektentwicklung". (Andreas Schiller aus Cannes, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26./27.11.2011)
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