Projekt Mars500

Medizinische Analyse: Crew zeigt nach Isolation Veränderungen

27. November 2011, 20:35

Abweichungen bei Steuerung des Immunsystems entdeckt - Nähere Ergebnisse in einigen Wochen erwartet

München - Rund drei Wochen nach dem Ende des Projektes "Mars500" haben Wissenschafter an der Uniklinik München die physischen Auswirkungen von Isolation und Stress auf die Teilnehmer analysiert. Sechs Teilnehmer aus Russland, China, Frankreich und Italien hatten in Moskau 520 Tage in einem nachgebauten Raumschiff gelebt und eine Reise zum Mars simuliert.

"Die Steuerung des Immunsystem zeigt deutliche Veränderungen", sagte dazu am Sonntag der Leiter des Stressprojekts von der Klinik für Anästhesiologie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), Alexander Chouker, in München. Wie und mit welchen Konsequenzen, das sei noch offen. Nähere Ergebnisse erwarte er aber in einigen Wochen. Am 4. November hatten die sechs Probanden nach dem gefühlten Flug von 100 Millionen Kilometern die "Blechbüchse" verlassen. Vier der sechs "Marsianer" unterzogen sich in München erneut Untersuchungen.

Unter anderem wurden bei den Mars500-Probanden Romain Charles, Diego Urbina, Wang Yue und Suchrob Kamolow Magnetresonanztomographien des Gehirns angefertigt. Auch hier erwarten die Forscher durch den Stress Veränderungen: Am Hippocampus, einem Zentrum zur Gedächtnisbildung, könnten die Strukturen weniger dicht sein, und auch die Masse könnte sich verringert haben, vermuten sie. Doch das werden erst genauere Auswertungen zeigen. Außerdem sollten Proben von Blut, Speichel und Atemluft entnommen werden. Das Experiment ist eins von 106 Experimenten des "Mars500"-Projektes. Elf der Experimente laufen in Deutschland.

Wertvolle Daten

"Mars500" sei das längste Isolationsexperiment, das es je gegeben habe, unterstrich Chouker. Deshalb seien die Daten sehr wertvoll. Möglich seien auch Rückschlüsse auf andere Bereiche, etwa Forscher in der Arktis, die monatelang abgeschieden von der Außenwelt ausharren müssten. Auch für Patienten, die hohem Stress ausgesetzt waren und unter posttraumatischen Belastungsstörungen litten, könnten die Ergebnisse Relevanz haben.

Bei "Mars500" hatten die Teilnehmer in dem röhrenförmigen Modul kaum Kontakt zur Außenwelt und wurden von Medizinern und Psychologen beobachtet. Die virtuelle Reise ins All soll Erkenntnisse für einen Flug zum Mars in vielen Jahren liefern. (APA, red)

Tycho Brahe
11
6.12.2011, 07:28
Alles schön und gut,

aber es gibt schon Unterschiede zu einem realen Marsflug, im Notfall können bei diesen Experimenten Alle raus. Das grösste Poblem wird allerdings die kosmische Strahlung sein. Wahrscheinlich werden die Astronauten den Mars gar nicht lebend erreichen.
Die fehlend Schwerkraft ist in den Griff zu kriegen, wenn man im Inneren eines rotieren Raumschiffzylinders künstliche Gavitation erzeugt, allerdings muss der Durchmesser entsprechend groß sein (Stichwort Karussell)
Als Forschungsprojekt ganz nett, aber krass an der Realität vorbei.

flonks
00
1.12.2011, 23:28

Da waren sie 1 1/2 Jahre in einer Röhre und müssen jetzt zur Untersuchung wieder in eine Röhre, super...

Raptor Jesus
00
30.11.2011, 13:51
Ein vergleich mit Isolationshäftlingen wäre interessant.

Desweiteren hoffe ich auch über die (oft vernachlässigten) soziologischen Auswirkungen des Experiments zu erfahren.

PyroTFD
01
1.12.2011, 17:24

naja, nicht ganz...

1. dürfen die auch mal "raus" - halt nur alleine
2. haben die mitunter schon veränderte Hirnareale, weil manche von denen definitiv einen "Knacks" haben.

vallis rosarum
 
01
29.11.2011, 23:06
Vielleicht hat der monatelange Frauenmangel das Gehirn verändert?

Ob zum Guten oder Schlechten muss noch untersucht werden...
;-)

M L3
00
26.12.2011, 15:45
Man hat sich an den Dreck gewöhnt, der sich ohne Putzfrau sammelt :-)

O5
31
28.11.2011, 16:13

Da fragt man sich natürlich ob diverse FPÖ-Politiker in ihrer Kindheit mal ein paar Jahre isoliert waren...

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