Karzai nennt Liste für Übergabe der Sicherheitsverantwortung

27. November 2011, 19:32

Rasmussen beglückwünschte afghanische Regierung und Bevölkerung

Kabul - Die Übergabe der Sicherheitsverantwortung von der internationalen Schutztruppe ISAF an die afghanische Armee und Polizei geht in die zweite Phase. Am Sonntag gab Präsident Hamid Karzai eine Liste von Provinzen, Städten und Bezirken bekannt, in denen Afghanen die Verantwortung übernehmen werden. Davon liegen im Zuständigkeitsgebiet der Bundeswehr die Provinzen Balch, Tachar und Samangan sowie die Stadt Faisabad.

Damit befindet sich dann fast jeder zweite Afghane unter dem Sicherheitsschirm einheimischer Kräfte. Ein genaues Datum für den Beginn der zweiten Phase gab Karzai nicht an. Die Übergabe der Sicherheitsverantwortung hatte im Juli begonnen und soll mit dem Abzug der NATO-Kampftruppen Ende 2014 abgeschlossen sein.

Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle begrüßte die Entwicklung. "Der Übergabeprozess geht voran", stellte der FDP-Politiker am Sonntagabend in Berlin fest. Im Bundeswehr-Zuständigkeitsgebiet war in einem ersten Schritt nur die relativ sichere Provinzhauptstadt Masar-i-Scharif übergeben worden.

"Erfreulich"

"Es ist erfreulich, dass erneut Gebiete im deutschen Verantwortungsbereich im Norden Afghanistans übergeben werden sollen", sagte Westerwelle. Deutschland leiste dort gute Arbeit. Die Ankündigung Karzais sei zudem ein gutes Signal vor der Bonner Afghanistan-Konferenz in einer Woche.

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen beglückwünschte die afghanische Regierung und Bevölkerung. "Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt hin zu unserem gemeinsamen Ziel, ein Afghanistan zu schaffen, das von Afghanen für Afghanen regiert und gesichert wird", sagte Rasmussen laut einer in Brüssel verbreiteten Stellungnahme. Die NATO werde weiterhin afghanische Sicherheitskräfte ausbilden - im laufenden Übergangsprozess, aber auch darüber hinaus.

Nach der neuen Liste übernehmen die afghanischen Sicherheitskräfte die gesamte Sicherheitsverantwortung auch in den Provinzen Kabul, Nimrus und Daikundi. Außerdem sollen sie in sieben Provinzhauptstädten und etwa drei Dutzend Distrikten für die Sicherheit sorgen. (APA)

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