Rasmussen beglückwünschte afghanische Regierung und Bevölkerung
Kabul - Die Übergabe der Sicherheitsverantwortung von der
internationalen Schutztruppe ISAF an die afghanische Armee und Polizei geht in
die zweite Phase. Am Sonntag gab Präsident Hamid Karzai eine Liste von
Provinzen, Städten und Bezirken bekannt, in denen Afghanen die Verantwortung
übernehmen werden. Davon liegen im Zuständigkeitsgebiet der Bundeswehr die
Provinzen Balch, Tachar und Samangan sowie die Stadt Faisabad.
Damit befindet sich dann fast jeder zweite Afghane unter dem
Sicherheitsschirm einheimischer Kräfte. Ein genaues Datum für den Beginn der
zweiten Phase gab Karzai nicht an. Die Übergabe der Sicherheitsverantwortung
hatte im Juli begonnen und soll mit dem Abzug der NATO-Kampftruppen Ende 2014
abgeschlossen sein.
Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle begrüßte die Entwicklung. "Der
Übergabeprozess geht voran", stellte der FDP-Politiker am Sonntagabend in Berlin
fest. Im Bundeswehr-Zuständigkeitsgebiet war in einem ersten Schritt nur die
relativ sichere Provinzhauptstadt Masar-i-Scharif übergeben worden.
"Erfreulich"
"Es ist erfreulich, dass erneut Gebiete im deutschen Verantwortungsbereich im
Norden Afghanistans übergeben werden sollen", sagte Westerwelle. Deutschland
leiste dort gute Arbeit. Die Ankündigung Karzais sei zudem ein gutes Signal vor
der Bonner Afghanistan-Konferenz in einer Woche.
NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen beglückwünschte die afghanische
Regierung und Bevölkerung. "Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt hin zu
unserem gemeinsamen Ziel, ein Afghanistan zu schaffen, das von Afghanen für
Afghanen regiert und gesichert wird", sagte Rasmussen laut einer in Brüssel
verbreiteten Stellungnahme. Die NATO werde weiterhin afghanische
Sicherheitskräfte ausbilden - im laufenden Übergangsprozess, aber auch darüber
hinaus.
Nach der neuen Liste übernehmen die afghanischen Sicherheitskräfte die
gesamte Sicherheitsverantwortung auch in den Provinzen Kabul, Nimrus und
Daikundi. Außerdem sollen sie in sieben Provinzhauptstädten und etwa drei
Dutzend Distrikten für die Sicherheit sorgen. (APA)