Weltmeisterin dominiert den ersten Saison-Torlauf vor der Schwedin Pietilä-Holmner und Maria Riesch - Zettel auf Rang fünf
Aspen - Besser kann man nicht antworten. Ein Jahr nachdem
sie mit ihrem Einfädler gleich beim ersten Tor für den Lacher der
Saison gesorgt hatte, gewann Marlies Schild am Sonntag zum zweiten
Mal nach 2006 den Slalom in Aspen. Nach einer wahren
Machtdemonstration siegte die Weltmeisterin 1,19 Sekunden vor der
Schwedin Maria Pietilä-Holmner und schon fast zwei Sekunden vor der
Deutschen Maria Höfl-Riesch. Ihr 28. Slalomsieg war gleichzeitig ein
"runder" insgesamt, nämlich der 30. Erfolg im Weltcup. Für den ÖSV
war es im sechsten Saisonrennen der erste Erfolg.
Einen Tag nach dem Riesentorlauf ging auch der Slalom in Aspen bei
prachtvollem und sonnigem Wetter sowie perfekter Piste über die
Bühne. Das nützte nicht nur Schild zur überlegenen Halbzeit-Führung
0,78 Sekunden vor der Finnin Tanja Poutiainen, das half auch jungen
Läuferinnen, ganz nach vorne zu kommen. Österreichs Carmen Thalmann
(22) fuhr mit Nummer 36 auf Platz 23, die erst 16-jährige
US-Meisterin Mikaela Shiffrin stürmte mit Nummer 37 gar auf Platz
acht.
"Das ist ein Traum. Das erste Rennen ist ja nicht so leicht",
machte Schild aus ihrer Erleichterung keinen Hehl. Für ihr
Vorjahres-Hoppala hatte sie sogar den "weirdest-mistake-award"
(Verrücktester Fehler des Jahres) erhalten, doch diese einzigartige
Panne hatte die Weltmeisterin nur stärker gemacht. "Natürlich denkt
man viel nach und überlegt. Aber offenbar passt es wieder, ich bin
überglücklich."
Für Österreichs Slalomdamen gab es ein gutes Endergebnis, und das
obwohl die Halbzeit-Sechste Nicole Hosp wie schon im Riesentorlauf
ausschied. Kathrin Zettel als Fünfte ("Damit habe ich eine
Riesenfreude") und Michael Kirchgasser als Neunte - die Salzburgerin
verbesserte sich in Lauf zwei um zwölf Plätze ("Mit drei Sekunden
Rückstand aus Lauf eins hat man nicht mehr viel mitzureden") - kamen
drei ÖSV-Damen in die Top-Ten.
Während Lokalmatadorin Lindsey Vonn am Sonntag wegen einer
Rückenverletzung passen musste, gelang ihrer Dauerrivalin Höfl-Riesch
der Befreiungsschlag. Nachdem beide Riesentorläufe in die Hose
gegangen waren, fuhr die Weltcup-Titelverteidigerin ihr erstes
Podestergebnis dieser Saison heraus.
"Das war sehr wichtig nach den ersten beiden Rennen, die nicht
optimal gelaufen sind. So etwas nagt natürlich am Selbstvertrauen,
aber den Riesentorlauf-Weltcup gewinne ich ohnehin nicht mehr", sagte
die Deutsche, die sich auch vor Schild verbeugte. "Ich werde Videos
von Marlies schauen und genau so fahren. Letztes Jahr war sie oft in
einer eigenen Liga, das hat sie heute wieder gezeigt."
Wie wahr. Dabei hatte man schon gemutmaßt, dass Schilds
Überlegenheit nicht mehr ganz so groß sei, nachdem sie im Training
nicht mehr so dominant gewesen sein soll. Doch dann fuhr sie im
ersten Saisonslalom gleich einen klaren Halbzeitvorsprung heraus und
ließ am Ende mit neuerlicher Bestzeit den Rest der Welt wieder einmal
um Lichtjahre hinter sich.
Mit ihrem 30. Weltcupsieg ist Schild nun auf einer Ebene mit der
Kroatin Janica Kostelic, nach ihrem 28. Slalomsieg fehlen ihr nur
noch sechs Erfolge auf die Allzeit-Beste Vreni Schneider (SUI). "Wenn
man das vorgerechnet bekommt, ist das schon etwas Tolles. Da bin ich
schon stolz drauf", erklärte Schild. Vor allem, weil Aspen ein sehr
schwieriger Hang sei. "Man muss immer arbeiten, kann sich nie
ausrasten oder erholen. Man muss vom Start bis ins Ziel Gas geben."
Lob für Schild kam auch von Zettel. "Marlies hat es einfach drauf,
dass sie im Rennen alles aus sich herausholt. Ihr Sieg ist absolut
gerechtfertigt. Marlies ist und bleibt das Maß aller Dinge, man muss
ihr gratulieren", sagte die Niederöstereicherin. (APA)