Kommentar von Reiner Wandler

Wahlen in Marokko: Die Unruhe bleibt

Kommentar | Reiner Wandler, 27. November 2011, 18:11

Noch nie wurde ein marokkanischer Monarch so offen kritisiert

Der große Verlierer der marokkanischen Parlamentswahlen heißt König Mohamed VI. Die um ein Jahr vorgezogene Wahl sollte den vom Monarchen als Antwort auf den arabischen Frühling erlassenen Reformprozess stärken. Das Gegenteil ist der Fall.

Das Reformprojekt begeistert nicht. Obwohl die neue Verfassung den König verpflichtet, den Regierungschef aus den Reihen der stärksten Partei zu bestimmen, und der Regierung mehr Kompetenzen zugesteht, gingen die Marokkaner nur zögerlich an die Urnen. Die Wahlbeteiligung lag bei 45 Prozent. Das Parteienbündnis um den amtierenden Wirtschafts- und Finanzminister konnte die islamistische Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung nicht stoppen.

Die niedrige Wahlbeteiligung ist ein Erfolg für die außerparlamentarischen Kräfte, die Demokratiebewegung 20.Februar und die verbotene islamistische Justiz und Geistlichkeit, die zum Wahlboykott aufriefen und eine Demokratisierung fordern. Auch das mäßige Ergebnis der Palastparteien ist auf die Demonstrationen zurückzuführen.

Die Demokratiebewegung macht Front gegen korrupte Lokal- und Parteifürsten, nennt sie beim Namen und bringt sie ganz direkt mit dem Königshaus in Zusammenhang. Noch nie wurde ein marokkanischer Monarch so offen kritisiert. Die Bilanz ist klar: König Mohamed VI. hat die erste Welle des arabischen Frühlings ausgestanden, aber er ist weit davon entfernt, sein Land zu beruhigen. (DER STANDARD, Printausgabe, 28.11.2011)

Faymanns bezahlter Jubelperser
30
28.11.2011, 00:54

Das Land ist zu unwichtig als dass das irgendwie auch nur halbsteif ein burner werden könnte, sorry.

de Bourbon
01
27.11.2011, 19:36

wird interessant.
Schließlich handelt es sich hier um einen Monarchen und ein geistiges Oberhaupt.

papounet
01
27.11.2011, 19:42

...geistliches Oberhaupt.

de Bourbon
04
27.11.2011, 19:44

oh ja
ich war geistig schon weg ^^

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