Kontra Frauen früher in Pension

Zeit für Gleichbehandlung

Kommentar | Conrad Seidl , 27. November 2011, 17:58

Um eine gute Pension zu erreichen, braucht man viele Beitragsjahre

Recht geschieht den Frauen! Sozialversicherungsrecht, genau genommen: Dieses sieht vor, dass man nach einem langen Arbeitsleben die letzten Lebensjahre annähernd den Lebensstandard halten kann, den man sich im Berufsleben erarbeitet hat. Bei vielen Pensionistinnen geht sich nur ein niedriger Lebensstandard aus, weil sie in ihrer aktiven Zeit nie jene hohen Einkommen erreicht haben, die man allenfalls am Ende der Karriere hat. Nach aktueller Sterbetafel hat eine Frau, die heute mit 57 Jahren in Pension geht, noch 26,69 Jahre Lebenszeit mit einer tatsächlich oft mickrigen Pension vor sich.

Kann das erstrebenswert sein? Natürlich nicht. Um eine gute, auskömmliche Pension zu erreichen, muss man versicherungsmathematisch viele Beitragsjahre mit hohen Beitragsleistungen haben und eine nicht allzu hohe statistische Lebenserwartung. Das funktioniert schon bei den männlichen Versicherten nur höchst unzureichend.

Man hat sich daran gewöhnt, zum frühestmöglichen Zeitpunkt in Pension zu gehen. Dabei war bei Einführung der Pensionsversicherung kalkuliert worden, dass Pensionen nur 15 Jahre lang bezahlt werden. Wer eine Lebenserwartung von 83 Jahren hat, sollte also etwa mit 68 in Pension gehen. Das verlangt ohnehin keiner. Was man aber erwarten kann: dass Frauen in der zweiten Lebenshälfte, wenn die Kinder aus dem Haus sind, so lange arbeiten wie Männer - mit gleichem Pensionalter, natürlich aber auch mit gleichen Gehalts- und Pensionsansprüchen. (DER STANDARD, Printausgabe, 28. 11. 2011)

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General Cornwell
03
28.11.2011, 21:20
Ja derf denn der des?

Sowas sagen? Wird er jetzt zitroniert?

maggo22
03
28.11.2011, 18:32

Die Frage wurde übrigens schon ZWEI mal vom Verfassungsgerichtshof beantwortet (ein früherer Antritt ist eine Ungleichbehandlung und damit Verfassungswidrig!), aber von der jeweiligen Regierung einfach trotzdem nicht geändert...

Der lachende Mann
11
28.11.2011, 21:55
Dochdoch

SPÖ und ÖVP haben es 1992 in den Verfassungsrang gehoben und dadurch dem Zugriff des Verfassungsgerichtshofes entzogen.

A.B. Artig1
11
3.12.2011, 23:08

Na sowas, und bei der Karenz und bei der Pflege wurde auch nix geändert... 50/50
bitte gerne.

Freigeistin1
00
4.12.2011, 13:49
@Karenz

Ja, freiwillig gerne - haben wir ja schon.
Aber sicher niemals verpflichtend (weder für Frauen noch für Männer)!

Europa geht pleite, wer geht mit?
 
01
28.11.2011, 18:24
Wie wärs denn mit gar keiner Pension?

Nach erfolgtem Staatsbankrott bzw. Hyperinflation/Währungsreform wird eine monatliche Pension vom Gegenwert von ein paar Wurstsemmeln ausgezahlt werden- in einer neuen, goldgedeckten Währung. In Osteuropa und generell in jedem Land mit Währungskrise ist das zu sehen, nun bald auch hier. Glaubt ihr wirklich, die Grundgesetze des Umgangs mit Geld gelten nicht bei uns? Es hat sich auspensioniert!

Munis
24
28.11.2011, 13:31
Nicht das Pensionsantrittsalter alleine soll záhlen....

sondern auch wieviel ein Mann oder eine Frau zum Generationenvertrag beigetragen haben. Eine fuenffache Mutter soll meinetwegen mit 55 in Pension gehen koennen, hingegen sollen kinderlose Single-Frauen oder Frauen in einer DINK Beziehuno bis 75 arbeiten muessen.

ravenna
01
28.11.2011, 18:01

Aber nur eine fünffache Mutter, deren Kinder auch Steuer zahlen. Für erwerbslose Kinder müssen ein paar Jahre nachgearbeitet werden.

Arbeiter
11
28.11.2011, 12:16
Sollte man ungleiches nicht auch ungleich behandeln? - z.B. kinderlose Konsumentinnen,

von denen es immer mehr gibt, die also keine Last der Kindererziehung zu tragen hatten, ihr Einkommen immer ganz allen für sich zur Verfügung, für schöne Kleider, ferne Reisen, Wellness rundherum? Im Gegensatz zu denen, die sich zwischen Büro und Familie abstrudelten?

weana beinhart
12
28.11.2011, 11:16
sorry

aber: frauen leben länger und haben weniger einbezahlt, müssen daher auch länger arbeiten als männer.

super1
10
28.11.2011, 13:48
Weniger Arbeit = Länger Leben

A.B. Artig1
00
3.12.2011, 23:09

Rechtzeitig vorsorgen, Arztbesuche und weniger Alk und Risikofahrstil = länger leben.

VoK
00
5.12.2011, 08:45

Ihre eigenen Ratschläge scheinen Sie aber nicht zu beherzigen - "Arztbesuche" wäre schon lange ganz dringend nötig.

miriam7
32
28.11.2011, 11:56
frauen leben länger und haben weniger einbezahlt, müssen daher auch länger arbeiten als männer.

Sorry, aber Frauen haben die Kinder bekommen, die die Pensionen (auch) der Männer zahlen.

So wie ich die Pensionen jener Frauen und Männer zahle, die nicht oder nur wenig einbezahlt haben (Bauern, Selbständige, "Hausfrauen", . . .). Wenn ich nur für meine eigene Pension einbezahlen müsste/einbezahlt hätte, ginge sich das locker aus, wenn ich mit 60 in Pension gehe.

sterngucker
 
14
28.11.2011, 12:53
Alle Frauen bekommen Kinder? Und alle diese Kinder werden einmal Beitragszahler? Ich denke nicht.

Das Pensionsalter gilt aber für alle.

Pensionssysteme, dessen Beiträge im Gebären bestehen, findet man nur in eher unterentwickelten Ländern. Sie führen zu Überbevölkerung. Aus guten Gründen sind wir daher schon lange davon abgekommen.

Es ist für mich immer wieder verblüffend, wie unverfroren manche Frauen Benachteiligungen, die entweder vorangegangene Generationen betroffen haben, oder von denen nur ein Teil der Frauen betroffen ist, als Argument für eine generelle Bevorzugung von Frauen gebrauchen. Beispiel: Glawischnigs Forderung nach einem niedrigeren Einkommenssteuersatz für Frauen, weil Frauen im Durchschnitt weniger verdienen. Das ist soziales Trittbrettfahrertum.

miriam7
11
28.11.2011, 13:16
Alle Frauen bekommen Kinder?

Alle Frauen leben länger und haben weniger einbezahlt? Ich denke nicht.

In unterentwickelten Ländern finden Sie normalerweise gar keine Pensionssysteme. Dort ist der "Beitrag des Gebärens" erforderlich, weil Eltern (gilt für Männer und Frauen gleich) im Alter von den Zuwendungen der Kinder abhängig sind, genau so wie die Kinder von den Zuwendungen der Eltern abhängig waren. Was das mit unserer Diskussion über die Zukunft des Pensionssystems zu tun hat, kann ich leider nicht nachvollziehen.

Die Glawischnig-Forderung kenne ich im Wortlaut nicht, kann daher nichts dazu sagen. Prinzipiell zahlen Menschen mit niedrigerem Einkommen ohnehin einen niedrigeren Einkommenssteuersatz. Ganz egal, ob Mann oder Frau.

wurm83
 
01
28.11.2011, 12:24
...beantworten sie nicht ein dummes argument mit einem anderen...

die lebenszeit ist viel zu individuell um sie sinnvoll nach frauen und männern zu teilen, es müssen einfach alle gleichlang arbeiten, dass ist die höchste annäherung an gleichbehandlung aller die man erreichen kann..PUNKT!

"kinder bekommen" als argument ist völliger schwachsinn weil dass argument dann ja offen für jeden ist, dann sagt der nächste arbeitgeber: ich zahl der frau weniger weil die könnt ja kinder bekommen wärend sie bei mir arbeitet...

gleichberechtigung bedeutet eben auch, dass man die vorteile aufgeben muss die man bisher genoss und auch wenns ungerecht ist weil die frauen bisher benachteiligt waren, aber man muss immer zuerst selber ein system leben bevor man es von anderen einfordern kann!

miriam7
01
28.11.2011, 12:46
dann sagt der nächste arbeitgeber: ich zahl der frau weniger weil die könnt ja kinder bekommen wärend sie bei mir arbeitet...

Was heisst "DANN sagt . . ."?
Offensichtlich haben Sie keine Ahnung von den Realitäten des weiblichen Berufslebens. Das ist nicht nur ein Grund für schlechtere Bezahlung, sondern auch ein Grund eventuell bei gleicher Qualifikation einen Job nicht zu bekommen.

>> gleichberechtigung bedeutet eben auch, dass man die vorteile aufgeben muss die man bisher genoss<<
Nun, ich komme ohnehin nicht in den Genuss dieser angeblichen Vorteile. Während Männer mit durchschnittlich 59 Jahren in Pension gehen, kann ich das erst mit 60. Und bis Männer es "leben" werden, mit 65 in Pension zu gehen, wird das Antrittsalter der Frauen auch schon beim gleichen Alter sein.

wurm83
 
00
28.11.2011, 17:02
....

also natürlich ist das völliger schwachsinn, dass frauen im glecihen job schlechter bezahlt werden BEI DEN JUNGEN...

an den verträgen der alten kann ich ncihts ändern sorry...aber heutzutage werden alle nach kollektiv bezahlt...und daher die männer auch nciht mehr bekommen als kollektiv und die frauen nicht weniger bekommen können....

sie können mir aber gerne ein einziges gegenbeispiel nenen von mann&frau gleich lange im glecihen beruf, gleich gut, !!!UNTER 30 !!!! und der mann verdient mehr...

ich kenne auch keinen arbeitgeber der bei gleicher qualifikation nciht lieber eine frau einstellt, da diese verantwortungsbewusster sind...ich komme aus der technik und hier werden frauen EXTREM bevorzugt weil es so wenig gibt

Markus Finster
01
28.11.2011, 17:28

Ich geb Ihnen ein Beispiel: Ein Kollege, eine Kollegin, beide unter 30, beide in etwa gleich lang beim Unternehmen.
Beide gründen eine Familie (mit jeweils wem andern :-) ).
Allgemeine Reaktion der Kollegen und insbesondere der (männlichen) Vorgesetzten:
Gegenüber IHM: Vorziehen der Gehaltserhöhung, weil "er ja jetzt eine Familie versorgen muss".
Gegenüber IHR: Wollte eigentlich Führungskraft werden, davon wird ihr jetzt abgeraten, weil Karenz, und dann wird sie doch nur Teilzeit machen wollen, wegen dem Kind... das geht mit Führungsfunktion natürlich gar nicht zusammen.
Wohlgemerkt: Nach ihren Wünschen oder Vorstellungen wurde gar nicht gefragt.

Ist natürlich anekdotisch, aber sie wollten ja ein Beispiel. ;-)

Der lachende Mann
11
28.11.2011, 19:16
Müde Geschichte

Nach Ausbildung gefragt: Kann seine Partnerin mehr verdienen als er und kann ihr Partner mehr als sie verdienen?

Ohne die Infos ist Ihre Geschichte ... eine Geschichte.

Peter Traudi
 
00
29.11.2011, 06:38
Müde Geschichte

aber wahr

Markus Finster
00
28.11.2011, 19:22

Was genau hat die Verdienstmöglichkeit des Partners mit dem eigenen Verdienst und der eigenen Karriere zu tun zu tun?

Der lachende Mann
11
28.11.2011, 21:47

Firmen fragen sich, was passiert wenn sie schwanger wird. Erfahrungsgemäß geht der besser verdienende Mann weiter arbeiten was die Frau tangiert.

Also: Die Frage steht noch oben.

miriam7
00
28.11.2011, 17:12
aber heutzutage werden alle nach kollektiv bezahlt...

Sorry, da kann ich nicht mitreden.

Ich habe in meinem Bekanntenkreis niemanden, egal ob jung oder alt, Mann oder Frau, der nur den Kollektivvertragslohn bekommt.

Aber ich kenne einige Arbeitgeber, die bei gleicher Qualifikation lieber einen Mann einstellen, weil . . . (siehe oben). Wenn das in Ihrer Brache anders ist, finde ich das gut, sagt aber nichts über andere Branchen aus.

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