Pro Frauen früher in Pension

Recht so!

Kommentar | Nina Weißensteiner, 27. November 2011, 17:59

Wahre Gleichstellung beginnt schon ab dem ersten Bewerbungsgespräch

Interessant, dass Mä..., äh Menschen, die es mit der Gleichstellung oft nicht so genau nehmen, plötzlichen Eifer an den Tag legen, wenn es darum geht, eines von sehr wenigen Privilegien arbeitender Frauen abzuschaffen. Da wird nach einer rascheren Angleichung der Pensionsalter gerufen, weil sich Arbeitnehmerinnen per Gesetz um fünf Jahre früher als ihre männlichen Kollegen in den Ruhestand vertschüssen dürfen.

Doch wer strudelt sich denn normalerweise bis zur Pension mit geringerem Lohn für die gleiche Arbeit ab? Schupft neben dem Job mehr als zwei Drittel des Haushalts? Setzt zwischendurch betreuungsintensive Kinder in die Welt? Nimmt deswegen bis heute Karriereknicks samt flacheren Einkommenskurven hin - ohne wutschnaubend die Chefbüros zu okkupieren? Meine Herren, es sind die Frauen!

Ihre legistische Besserstellung beim Pensionsantritt schrumpft angesichts der Zahlen aus der Praxis ohnehin zusammen. Tatsächlich gehen Frauen im Schnitt mit 57 in Pension, Männer mit 59. Macht also nur mehr zwei Jahre Unterschied. Allen, die jetzt gern ins Treffen führen, dass Frauen gemäß Statistik länger leben, deshalb in Summe auch noch mehr Pension kassieren, sei vorgerechnet: Wegen ihrer schlechteren Bezüge kommen Frauen auf rund 300.000 Euro Rente, Männer auf 400.000. Ist das gerecht? Wohl kaum. Wahre Gleichstellung beginnt schon ab dem ersten Bewerbungsgespräch und nicht erst in der Pension. (DER STANDARD, Printausgabe, 28. 11. 2011)

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Posting 1 bis 25 von 204
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Threonin
02
28.11.2011, 19:02

Gleichstellung muss vor Allem eine gesetzliche Gleichstellung sein. Das bedeutet gleiche Regeln und Gesetze für alle.

Das bedeutet nicht unbedingt Chancengleichheit.

leftjustified
12
28.11.2011, 18:45

Das mit den 300.000 vs 400.000 ist doch eine Milchmädchenrechnung. Bestest Beispiel: Wenn man Soziologie oder Publizistik studiert, darf man sich nicht wundern, wenn man weniger verdient als ein Maschinenbau oder IT'ler. Und das ist unabhängig des Geschlechts!
Wie viele Mädchen machen AHS anstatt einer HTL?
Oder schaut man sich mal lt. Statistik Austria an wie die Verteilung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit nach Geschlechter in Vollzeitanstellungen aussieht: Männer=44,6 Frauen=42,6 (Jahr 2010).

Und das Argument "Kinderbetreuung" etc. trifft auch nur auf Frauen mit Kindern zu. Wieso dürfen dann auch Frauen ohne Kinder früher in die Pensi?

Der lachende Mann
00
28.11.2011, 19:58
Tatsächlich wird genau umgekehrt gerechnet

http://www.wienerzeitung.at/nachricht... eform.html

... von seriösen Organisationen.

kleinerpinguin
610
28.11.2011, 15:44
Selber Schuld

Wenn die Mädels alle Publizistik und Co studieren brauchen sie sich nachher nicht beschweren, dass sie weniger verdienen als die Elektrotechniker.

§83SPG
17
28.11.2011, 14:54

Hier wird (bewußt?) mit überholten Klischees gearbeitet. In meinem Umkreis, unter Kolleginnen, Bekannten, Freunden und Verwandten, kann ich die unterbezahlte und bei Haushalt und Kindern übervorteilte Frau nicht mehr wahrnehmen. Da werden die Lasten zwischen den Partnern aufgeteilt und die Jobs sind praktisch gleichwertig.
Wenn es überhaupt aktuelle, verlässliche und nachvollziehbare Zahlen geben sollte die das Weltbild der Autorin untermauern, frage ich mich ernsthaft, wie die zustande kommen können?
Kann es gar sein, dass sich unsere Gesellschaft alte Rollenmodelle und prekäre Verhältnisse importiert?
Wird bei der Berechnung vielleicht so wenig wie möglich differenziert, damit der richtige Trend abzulesen ist?

Markus Finster
11
28.11.2011, 17:20

Anekdotischen Erfahrungen helfen in der Diskussion aber nicht weiter.
Ich kenne auch keine Frau, die gerne Hausfrau und Mutter sein will, nur weil "er" genug verdient - trotzdem haben das neulich in einer Umfrage sehr viele junge Mädels (die Mehrheit, glaub ich) so ausgesagt.

§83SPG
01
28.11.2011, 17:44

Na dann schauen sie sich mal die "jungen Mädels" an, die da befragt wurden. Vielleicht würden sie dann meine Annahme vom Import überholter Werte verstehen. Auch die Werte und Vorbilder, die den jungen Menschen über die Medien vermittelt werden, könnten sie auf die richtige Spur führen, zur Lösung ihres Rätsels. Genauso wie die mögliche soziale Unreife junger Menschen.
Was sie als anekdotische Erfahrungen bezeichnen sind die realen Lebenswelten der Menschen und nicht ominöse Zahlen und Umfragen. Ich persönlich traue den Erfahrungen der Menschen mehr als Zahlen und Befragungen deren Zustandekommen ich nicht kenne und schon gar nicht traue. Verwendet wird ja doch nur, was nutzt um das eigene Argument zu untermauern.

sfoglio
12
28.11.2011, 14:51
gleichstellung

beginnt mit dem ersten bewerbungsgespräch - durchaus. aber genauso beginnt gleichstellung mit der gleichheit vor dem gesetz. wie, zur hölle, soll sich denn jemals gesellschaftlich gleichstellung durchsetzen, wenn vor dem gesetz nicht alle gleich sind?

und da rede ich jetzt nicht von korrektiven maßnahmen quotenregeln, die eben gesellschaftliche missstände ausgleichen wollen und durchaus sinnvoll sind bis diese missstände beseitigt sind.
aber ein ungleiches pensionsantrittsalter ist eben nicht geeignet als korrektive maßnahme. das ist eine "frauen sind so benachteiligt, also geben wir ihnen irgendwo einen vorteil" maßnahme, die "ausgleichende gerechtigkeit" schaffen soll, aber an der situation der frau in der gesellschaft genau nix ändert.

the bugger_off
10
28.11.2011, 15:38

ja aber man könnte auch so argumentieren das die realität vielleicht eher nahelegen würde das alter der männer abzusenken...
in wahrheit gehts da um arbeitsplätze und gelder die beide fehlen und nicht um gender.

verinus
00
29.11.2011, 10:41

wie kommens drauf dass die jobs fehlten? ich mein bei den überstunden die da so in den betrieben gemacht werden...

the bugger_off
00
29.11.2011, 23:00

und die überstunden gibts weil sich keine leute für die arbeit finden?
wieso gibts dann arbeitslose, wieso werden dann männer mit 49 , frauen mit 47 in pesion gegangen?

flotter denker
212
28.11.2011, 14:22
Statt dass man sich intensiv um tatsaechliche Gleichstellung bemueht

haelt man mit Zaehnen und Klauen an Kompensationsprivilegien fest.
Typisch Emanzen halt

flotter denker
33
28.11.2011, 14:20
Das gehoert sofort abgeschafft

Haette eigentlich nie eingefuehrt werden duerfen.
Und das haben wir der Dohnal zu verdanken, (die Worte, die mir zu dieser Frau einfallen, wuerden es leider nicht durch die Zensur schaffen)

super1
02
28.11.2011, 13:44
Ihre Argumentation hat 2 Konsequenzen, die weder ich noch Sie gut finden::

1. Als moderner Mann, der 50% seines Anteils tut (Kinder, Haushalt) - sofern er nicht 50-100% mehr arbeitet als die Frau (Normalfall) - ist damit am schlechtesten gestellt. Jene, die die traditionelle Rollenverteilung haben, können sich daher zurücklehnen, denn ihr "vorteilhaftes Leben" ist durch die div. Besserstellungen der Frauen schon ausgeglichen.

2. Eine Angleichung in anderen Bereichen (Lohn, etc.) ist nicht mehr nötig, weil das ja durch die Bevorzugungen schon abgegolten wird.

typograph
00
28.11.2011, 17:39

Alles richtig. Bloß wer will hier schon echte Argumente hören?

tri tra trallala
313
28.11.2011, 13:03
geleck

soviele alte, längt überholte Klischees in nur einem Beitrag.
-> Gleicher Lohn für gleich Arbeit. Völlig ok, kenne aber persönlich wenige Jobs wo das nicht so ist
-> Frauen machen den Haushalt. Also das ist Privatsache und in gut funktionierenden Partnerschaften funktioniert auch die Arbeitsteilung recht gut
-> Frauen kriegen Kinder. Nonanet. Hier können wir Männer aber wirklich wenig dafür. Fällt mir auch grad keine Lösung ein
-> Frauen ziehen die Kinder groß. Stimmt nicht. Ich war soviel wie möglich bei den Kindern und was eine Karenz betrifft, ist ein 50:50 Modell (wechselweise) am allerbesten

banane
00
28.11.2011, 18:01

lustigerweise sind es eigentlich nur männer, die die "haushaltsteilung" (welche teilung bitte?) nach dem Motto "Frau macht fast alles allein" so unglaublich toll und effizient finden...

jive snobs
00
28.11.2011, 12:51
aber

warum muessen frauen im oeffentlichen dienst bis 65 arbeiten?
kann man das nicht einklagen?

woidviadla
00
28.11.2011, 12:18
Hm

Könnte man durch späteren Pensionsantritt nicht mehr Pension zahlen?

Peter G
01
28.11.2011, 13:58
Wäre das nicht in der Tat so ..... ?

...vorausgesetzt, die Frau ist bis zum Schluß arbeitstätig, hat damit ein Einkommen und zahlt Pensionsbeiträge.

Himym
013
28.11.2011, 12:14
Ich kann diese ablehnende Haltung nicht nachvollziehen.

Bei den öffentlichen Bediensteten ist das gleiche Pensionsantrittsalter auch kein Drama. Warum hier unterschieden wird, ist mir unklar.
Das Argument, dass Frauen den Haushalt und die Kinderbetreuung zum Großteil übernehmen würden, finde ich nicht mehr stichhaltig. Erstens hat sich in diesem Bereich schon viel in der Gesellschaft geändert und zweitens sehe ich es nicht ein warum ich der Frau des Nachbaren die frühere Pension zahlen soll, nur weil er sich nicht mir ihr darüber verständigen kann wer was im Haushalt erledigt. Es steht jeder Frau frei sich den Partner zu wählen mit dem sie eine gerecht aufgeteilte Haushaltsführung vereinbaren kann.

W s
24
28.11.2011, 10:55
Wie scheinheilig.

Das unterschiedliche Pensionsalter ist der Hauptgrund
für die statistischen Einkommensunterschiede zwischen Mann und Frau.

4simo
00
28.11.2011, 11:33

Sie können belegen, dass die störvariable pensionsalter in den vergleichen der einkommensunterschiede beinhaltet sind?

Der lachende Mann
02
28.11.2011, 12:47
HAben Sie schon einmal in die Kollektivverträge reingeschnuppert?

4simo
00
28.11.2011, 12:52

Sie meinen, dass ich in den Kollektivverträgen information finde, ob in den Einkommensvergleichsstudien das unterscheidliche Pensionsantrittsalter herausgerechnet wurde?

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