Sensation

Mainz und Ivanschitz stür­zen Bayern vom Thron

27. November 2011, 22:59

ÖFB-Teamspieler trifft beim FSV-Sieg gegen die Münchner - Werder zeigt sich beim 2:0 über Stuttgart erholt

Mainz/Bremen - Der zu Saisonbeginn übermächtig erscheinende Fußball-Rekordmeister Bayern München hat den Sprung an die Bundesliga-Spitze aufgrund einer über weite Strecken blutleeren Vorstellung verpasst und steckt nach der zweiten Pleite in Folge erstmals in einem Tief. Die schwachen Bayern unterlagen zum Abschluss des 14. Spieltags 2:3 (0:1) beim FSV Mainz 05.

ÖFB-Teamspieler Andreas Ivanschitz (10.), Marco Caligiuri (65.) und Niko Bungert (74.) trafen gegen die Münchner, die hinter Meister Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach auf den dritten Platz zurückgefallen sind. Der Belgier Daniel van Buyten hatte den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Bayern erzielt (56.) und sein Team mit seinem zweiten Treffer (79.) noch einmal ins Spiel zurückgebracht.

Die 34.000 Zuschauer in der ausverkauften Mainzer Arena sahen in der Angfangsphase dominante Münchner. Unter den Augen von DFB-Teamchef  Joachim Löw erzeugten die Gäste, bei denen Arjen Robben seinen Platz in der Startelf wieder für Thomas Müller räumen musste, zu Beginn großen Druck. Die Münchner, die ohne den verletzten Nationalspieler Bastian Schweinsteiger und den gesperrten Anatoli Timoschtschuk auskommen mussten, brachten ihre Überlegenheit aber nicht auf die Anzeigentafel.

Ivanschitz eröffnet für Mainz

Die auf Konter lauernden Mainzer, die aufgrund des Selbstmordversuchs von Schiedsrichter Babak Rafati und der daraufhin abgesagten Partie beim 1. FC Köln insgesamt 23 Tage kein Pflichtspiel absolviert hatten, bestraften diese Nachlässigkeit durch den vierten Saisontreffer von Andreas Ivanschitz.

Die Gastgeber, bei denen Kapitän Nikolce Noveski, Jan Kirchhoff der gesperrte Eugen Polanski, Marcel Risse und Adam Szalai fehlten, brachten die Münchner Defensive auch im Anschluss in Verlegenheit. Ivanschitz, der eine starke Partie ablieferte und bei den Mainzern zu den Besten zählte, vergab in der 16. Minute die Möglichkeit zum zweiten Treffer. Kurz darauf verzog Nicolai Müller seinen Schuss nur knapp (20.).

Die Bayern sendeten erst in der 24. Minute wieder ein Lebenszeichen. Franck Ribéry scheiterte aber am Mainzer Torwart Christian Wetklo. Im Anschluss erarbeiteten sich die Münchner zwar eine Feldüberlegenheit, gefährlicher waren aber weiter die Mainzer. In der 32. Minute konnte Bayern-Kapitän Philipp Lahm gerade noch vor FSV-Stürmer Sami Allagui retten. Nur wenige Sekunden später verfehlte Allagui per Kopf nur knapp das Münchner Tor. Glück hatten die Mainzer, als Wetklo einen Freistoß von Holger Badstuber an die Latte lenken konnte (37.).

Kurz nach dem Seitenwechsel stellten die Gastgeber wieder ihre Konterstärke unter Beweis. Marco Caligiuri konnte die große Chance zum zweiten FSV-Treffer aber nicht nutzen (50.). Die ohne Inspiration agierenden Bayern konnten auch zu Beginn des zweiten Durchgangs nicht überzeugen.

Van Buyten-Doppelpack zu wenig

Das Tor van Buytens nach einem Freistoß von Toni Kroos fiel mehr oder weniger aus dem Nichts. Der starke Caligiuri brachte den FSV mit einem Distanzschuss, bei dem Nationaltorwart Manuel Neuer nicht besonders gut aussah, wieder in Führung. Kurz darauf musste Neuer erneut hinter sich greifen, als Bungert nach einer Ivanschitz-Ecke völlig freistehend aus fünf Metern einköpfen konnte. Die Münchener zeigten sich nur kurz geschockt und kamen auch nach dem Anschlusstreffer van Buytens noch zu guten Möglichkeiten.

Ivanschitz war nach seiner starken Vorstellung und dem Erfolg gegen die Bayern zufrieden. "Ich genieße diesen Erfolg sehr, ein Sieg gegen die Bayern gelingt dir nicht alle Tage", sagte der Burgenländer. Seine Truppe habe ein perfektes Spiel abgeliefert. "Unser Rezept ist aufgegangen. Wir sind tiefer als normal gestanden, aber auch unserem aggressiven Stil treugeblieben", fasste der 28-Jährige zusammen. Bei seinem Treffer sei das Zuspiel von Nicolai Müller ideal in die Schnittstelle gekommen. Der Eckball auf Bungert sei eine einstudierte Standardsituation gewesen. Lob bekam der Torschütze und Assistgeber auch von seinem Trainer. "Er ist diese Saison extrem gefährlich aus der Position als hängende Spitze", sagte Thomas Tuchel.

Bremen konzentriert und diszipliniert

Ein freches Tor von Aaron Hunt und ein fulminanter Freistoß von Naldo haben einen verdienten 2:0 (0:0)-Sieg von Werder Bremen gegen den VfB Stuttgart besiegelt. Hunt setzte sich nach Vorarbeit von Clemens Fritz im Strafraum der Schwaben durch und erzielte mit aufreizender Lässigkeit in der 57. Minute den Führungstreffer. Zehn Minuten später stellte der Brasilianer Naldo, der mehr als ein Jahr verletzungsbedingt gefehlt hatte, mit einem Gewaltschuss von der Strafraumgrenze den Endstand her.

Nur dank ihres überragenden Torhüters Sven Ulreich kamen die Schwaben um eine höhere Niederlage herum. Der VfB-Keeper stand insbesondere in der ersten Halbzeit bei zahlreichen Großchanchen der Platzherren im Blickpunkt, bügelte mehrfach Fehler seiner Vorderleute aus und hielt sein Team auch in schwierigsten Phasen lange im Spiel. Die Gäste stehen weiterhin auf dem siebten Platz, der SV Werder nimmt nun Rang vier in der Tabelle ein.

"Das war eine sehr gute Leistung, sehr konzentriert, sehr diszipliniert. Das, was uns in den letzten Spielen etwas verloren gegangen ist, haben wir heute konzentriert in den Aktionen umgesetzt. Wir haben hier eine klare Partie gespielt", sagte Werder-Coach Thomas Schaaf.

Arnautovic mit guter Leistung und Chancen

Vor 40.800 Zuschauern im fast ausverkauften Weserstadion erarbeiteten sich die Gastgeber, bei denen Sebastian Prödl nur auf der Bank saß, in der 15. Minute die erste Torgelegenheit. Nach einer geschickten Körpertäuschung von Marko Arnautovic, der eine starke Partie ablieferte, tauchte Markus Rosenberg frei vor dem Stuttgarter Gehäuse auf, scheiterte aber am reaktionsschnellen Ulreich. Acht Minuten später fand der ÖFB-Teamspieler dann selbst in einer ähnlichen Position in Ulreich seinen Meister.

In der 26. Minute war es erneut Ulreich, der dem einschussbereiten Arnautovic in letzter Sekunde den Ball vom Fuß spitzelte. Auch bei einem Distanzschuss von Außenverteidiger Lukas Schmitz (30.) war Ulreich auf dem Posten. Die Gäste sorgten erstmals in der 41. Minute für Gefahr vor dem Tor der Hanseaten, doch Keeper Tim Wiese entschärfte einen platzierten Kopfball von Mannschaftskapitän Serdar Tasci.

Schaaf hatte den schwedischen Stürmer als Ersatz für den am Knie verletzten Torjäger Claudio Pizarro aufgeboten. Sein Stuttgarter Kollege Bruno Labbadia verbannte den formschwachen Cacau auf die Reservebank. Stattdessen stand Pawel Pogrebnjak in der Startformation der Schwaben, wurde aber nach 61 Minuten durch den gebürtigen Brasilianer abgelöst.

Nach dem Seitenwechsel gelang es dem VfB zunächst, die Partie offener zu gestalten, ohne jedoch selbst mehr Torgefahr zu entwickeln. Doch als die Schwaben gerade besser ins Spiel gefunden hatte, waren Hunt und Naldo binnen zehn Minuten erfolgreich. In der 84. Minute vergab Sandro Wagner freistehend vor Ulreich die Chance, das Ergebnis noch auszubauen. (APA/sid)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 170
1 2 3 4
menf
02
28.11.2011, 13:04
mit diesen Nationalspielern ist die WM-Quali..

..ja schon fast ein Muß!! ;-))

Rotz Franz
96
28.11.2011, 12:34
Bravo Andi!

Wenn die Bayern (echter Rekordmeister) verlieren freut das die Massen gleich, wie wenn Rapid (Möchtegernrekordmeister) in Österreich verliert!

Das bewegt uns alle und stellt uns zufrieden!

Jupidupidu
00
28.11.2011, 15:16

ich, als rapidler, tu mich grad über ihr post furchtbar ärgern.

JBird
 
00
28.11.2011, 13:58

Viel wichtiger: Es macht die Liga wieder spannend!

Anti-Joke Chicken
00
28.11.2011, 12:22

Ich finde, wie hier der Trend der Bayern jedes Wochenende wieder in eine neue Richtung zugeschrieben wird unerträglich.
Gewinnen sie nächste Woche wieder 6:0, dann sind sie schon wieder "fast"-Meister.

An einem guten/schlechten Spiel, kann man nur wenig ausmachen.

rr772
00
28.11.2011, 12:41
Gut, es war jetzt das 2. Spiel in Serie.

Kann in einer starken Liga immer passieren. Der Zusammenhang mit dem Ausfall von Schweinsteiger liegt halt nahe, passiert ist in der Meisterschaft aber noch gar nichts.
Aber jede Serie geht halt (zum glück) zu Ende...

Anti-Joke Chicken
10
28.11.2011, 12:17

naja die Mainzer haben 3 Wochen nicht gespielt (ein paar Nationalspieler 2 Wochen)
ergo die waren total frisch!

und die Bayern haben jedes Wochenende (auch Nationalmannschaft) und auch noch Champions League gespielt

also wenn man mal ein Spiel gegen einen "Kleineren" verlieren darf, dann gestern gegen Mainz!

gensfleischs_erbe
00
28.11.2011, 12:51
Jeder darf gegen Mainz verlieren,

aber hier eine Minderbelastung des Teams wegen des ausgefallenen Spiels gegen Köln zu attestieren ist schlicht eine faule Ausrede. Besagte Kölner müssten dann ja genauso ausgeruht gewesen sein.

Panini
00
28.11.2011, 12:12

Ich finde es ist wieder höchste Zeit, dass sich die deutsche Bundesliga wieder mal hinterfragt

Gefrierflügelverpacker
02
28.11.2011, 12:01

Habe das Bremen Spiel mitverfolgt. Arnautovic spielte stark, hat sich viel bewegt, Räume geschaffen, Spielwitz gezeigt. Und viel nach hinten gerackert!

Er scheint mir ideal als hängende Spitze; für einen Strafraumstürmer a la Gomez der zu 60% abstaubt, ist sein Potential und Können zu groß! ;)

Ich Bins6
04
28.11.2011, 12:33

Naja Arnautovic kann viele Dinge (bzw. hat Talente) welche der Gomez nicht kann, ABER vorm Tor ist der Arnautovic im Vergleich zum Gomez (noch) ein Blinder.

Ich weiss nicht wie oft MA allein im letzten Jahr im 1 gegen 1 am Torwart gescheitert ist, da ist er die reinst Antithese zu Pizzaro oder Gomez.

Ich denke er ist einfach kein Goalgetter sondern ein Spielmacher/Vorbereiter.

Gefrierflügelverpacker
01
28.11.2011, 15:02

Ja, bei der Chancenauswertung fehlt ihm noch die Kaltschnäuzigkeit, muss aber sagen dass ich persönlich einen hohen Glücksfaktor mitrechne, ich erinnere nur an den langen Leerlauf von Abstaub-mez.

Was mir bei Arno so gut gefällt, ist seine Spielübersicht, auf dem Platz ist er alles andere als egoistisch - setzt seine Mitspieler meistens gut in Szene. Er hat eine sehr hohe Kreativität im Spiel und ich denke mit der Zeit kommt auch die Lockerheit vor dem Tor. Was mir in letzter Zeit etwas negativ auffällt, sind seine Ballannahmen, die legt er sich oft selbst viel zu weit vor....was meistens in einem Ballverlust ändert. Wird er aber sicher auch selbst wissen ;)

haista paska
01
28.11.2011, 13:32

vorbereiter ja - spielmacher aus meiner sicht nicht. daher würd ich auch im nationalteam arnautovic linksaußen und dafür ivanschitz (etwas tiefer) in der zentrale sehen. das mf mit alaba-baumgartlinger und davor arnautovic-ivanschitz-harnik scheint derzeit mit recht erste wahl zu sein...

lechn mineges
00
28.11.2011, 11:54
baumgartlinger und alaba

mit den meisten kilometern und beim topspeed unter den ersten 5...

ghgh
34
28.11.2011, 11:37

Jaa super Mainz!!
Weg mit de drecks Bayern!!
Haha

Johann Hunger1
00
30.11.2011, 20:24
Sie müssen krank sein! Wieoft hat den Mainz den Meistertitel,oder den Cup in Deutschland gewonnen? Von den Nationalspielern und Internationalentitel ganz zu schweigen! Was haben Sie gegen Sieger wie Bayern? Neid macht krank!

Louis Gara
00
28.11.2011, 11:16

schön, dass auch die bayern mal einen schweini-schen durchhänger haben.

sehr gute mannschaft - aber der selbstläufer isses halt auch nicht. die "abhängigkeit" von schweini is wohl größer als gedacht...

die zwei borussias sind sehr erfreulich - auch wenn am ende wohl mal wieder der fcb den titel holt.

roundabout
02
28.11.2011, 10:59
Bravo Mainz.

Bioberni31
111
28.11.2011, 10:17
Alaba ist echt ein Problem

ein 19jähriger der nicht jede Woche Topleistungen bei Bayern bringt sollt wirklich aufhören mit dem Kicken und was sinnvolles lernen, speziell als Österreicher noch dazu wo wir in den letzen 20 Jahren enorm vieler solcher Kicker hervorgebracht haben, wer erinnert sich nicht an ... bei Barca, .... bei ManU und natürlich an ... bei Real...

Die Kritiken an Alaba sind typisch österreichisch, kaum zeigt er etwas Schwächen stürz man sich auf ihn. Hallo, der Junge ist 19. Und spielt regelmäßig bei Bayern, manchmal sogar gut.

Und warum werden bei der gestrigen Niederlage nicht die Leistungen von Superstar Gomez - der angeblich so ein toller Scorer oder vom Welttorhüter Neuer thematisiert? Und das Schweinsteiger so abgeht ist doch bedenklich..

Anti-Joke Chicken
00
28.11.2011, 12:19

am Gomez kannst du aber nicht viel kritisieren, denn ein Stürmer kann nur treffen, wenn er gute Bälle bekommt

rr772
02
28.11.2011, 11:47
eine ganz sachliche Kritik könnte lauten:

grosse Anlagen, für einen 19-Jährigen schon weit, für einen 19-jährigen Österreicher schon sehr weit.
Aber: bei hohem Tempo noch immer etwas schusslig und überhastet.
Und die Position, auf der er spielt, dürfte sehr wichtig sein. Zentrales Mittelfeld ist (noch) nicht seines, auch im Team hat er auf der Aussenbahn besser gefallen...

Bruder Leichtfuß
11
28.11.2011, 11:11
Das ist ganz einfach,

..auf Alaba beruhen die meisten (auch meine) Hoffnungen für das Nationalteam. Wenn er verletzungsfrei bleibt, macht er wohl bis zu 100 Länderspiele. Wir haben für die nächsten 15 Jahre einen absoluten Topspieler in unseren Reihen.

Deshalb ist es mir zB besonders wichtig, dass er sich auch gut entwickelt. Und wenn die Leistung gestern schlecht war, dann kann man das schon mal ansprechen, ohne dass das hier die Mehrheit als persönlichen Angriff sieht, oder?
Alaba war schon gegen Augsburg und auch gestern gegen Mainz im Zentrum überfordert.

Ich finde, schlechte Leistungen gehören genauso angesprochen wie gute, ohne dass man hier gleich mit 20 roten Strichen rechnen muss..

Bioberni31
01
28.11.2011, 11:21
Ja er liegt mir auch am Herzen

aber trotzdem: er spielt bei Bayern und hat das Vertrauen von Heynckes das heisst der Bursche kann was. Und ist auf dem besten WEge sein Potential auszubauen, das da mal schwächerePhasen dabei sind kann sein aber das gehört zur Entwicklung dazu.

Außerdem würd ich das Team ncht an Alaba alleine aufhängen...da gibts noch Fuchs, Harnik, Ivanschitz und Arnautovic...und dazu noch eine Reihe von Leuten mit internationalem Format wie Prödl, Pogerl, Garics, Kavlak, Janko,,,

Und ein Superstar allein hilft gar nix, siehe die finnen mit litmanen oder wales mit giggs...besser ist man hat mehrere gute spieler als einen topmann den der gegner zudeckt....

Für deppert gehaltener Wähler
00
28.11.2011, 11:10

Hans Krankl bei Barca?
Herbert Prohaska bei Inter?

Schinkenfleckerl 3000
00
28.11.2011, 12:30

In den letzten 20 Jahren? Höchsten's als Gäste auf der Ehrentribüne...

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