Oberösterreich

Hagenberger stimmten klar gegen Gemeindefusion

27. November 2011, 17:48

90,3 Prozent der Hagenberger wollen nicht, dass ihre Gemeinde mit den beiden Nachbarorten Pregarten und Wartberg zusammengelegt wird

Hagenberg - Hagenberg bleibt Hagenberg und wird kein Teil der noch virtuellen Stadt Aist. Mit 90,3 Prozent haben sich die Einwohner am Sonntag gegen die Fusion ihrer Gemeinde mit den Mühlviertler Nachbarorten Pregarten und Wartberg ausgesprochen. Die Wahlbeteiligung betrug 74,4 Prozent. "Jetzt können wir uns wieder auf unsere Hausaufgaben konzentrieren", kommentierte Bürgermeisterin Kathrin Kühtreiber (ÖVP) das Ergebnis.

Den negativen Ausgang der Volksbefragung hatte Pregartens Bürgermeister Anton Scheuwimmer (ÖVP) schon kommen sehen. "Die Zusammenlegung war in Hagenberg politisch nicht gewollt", so seine erste Reaktion. Entsprechend schlecht sei "die Qualität der Aufbereitung für diese Volksbefragung" gewesen, hält er seiner Parteikollegin Kühtreiber vor. Emotionen hätten vor allem in den letzten Tagen vor dem Urnengang "die sachliche Grundlage überlagert", die Scheuwimmer nicht müde wird aufzuzählen: keine drei Bürgermeister mehr, keine 81 Gemeinderäte. Auch nicht mehr drei Amtsleiter, drei Bauhöfe und 19 Ausschüsse in den Gemeinden mit rund 130 Personen. Einsparungspotenzial laut Volkswirt Friedrich Schneider (Uni Linz): 800.000 Euro pro Jahr.

Von Anfang an war der Pregartner Bürgermeister mit seiner Idee, die drei Orte zu einer Stadt Aist zu verschmelzen, bei Kühtreiber auf Ablehnung gestoßen. Für sie stand dieses Thema nicht auf der "Prioritätenliste". "Hagenberg ist eine Marke, die in der ganzen Welt bekannt ist. Das gilt es zu erhalten", stellte sich auch Wilhelm Burger, Dekan der renommierten FH-Hagenberg, hinter sie.

Mit dem Nein ihrer Gemeinde dürfte auch für das rote Wartberg, das Scheuwimmers Idee der Einheit offen gegenüberstand, vom Tisch sein. Dennoch bedeute dies für Kühtreiber nicht, dass Hagenberg nicht mit den anderen Orten kooperieren werde. "Zusammenleben statt zusammenlegen" lautet das Motto der Bürgermeisterin. (Kerstin Scheller, DER STANDARD, Printausgabe, 28. 11. 2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 105
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Lord Lurch
00
30.11.2011, 15:44
Alles zu Linz

und a Ruh is! Ebenso Pasching, Leonding, Ansfelden, Traun, Gallneukirchen, Puchenau, Pasching und Asten. ;-)

Mulder
00
30.11.2011, 14:25
Wo kommen wir hin?

wenn wir die Bürger darüber abstimmen lassen, ob ihre Gemeinden zusammengelegt werden sollen, oder sie ihre Nummerntaferln abgeben sollen? Der betroffene Mensch ist ist nicht im Stande eine rationale Entscheidung im Sinne des Gemeinwohls zu treffen, dafür hat man ja aber hoffentlich Politiker! Aber nein, wenns um das Heimatgefühl geht, wird abgestimmt, ansonsten ist direkte Demokratie unerwünscht, siehe Eurofighter.

hirnloser
00
28.11.2011, 19:47
typische wir san wir mentalität

dachte solche ortstafelfanatiker gibts nur in kärnten, aber siehe da auch im mühlviertel.

mstislav raskachlovitsch
00
30.11.2011, 09:49
Nicht jeder Nachbar ist ein guter Nachbar....

Die Abneigung gegen die Zusammenlegung hat ganz sicherlich Gründe, die hier nicht explizit dargestellt werden (können), einem betroffenen Insider (Ortsbewohner) aber durchaus plausibel erscheinen....

Mick 22
01
28.11.2011, 17:58
Wie wärs damit

Jeder Einwohner erhält in den ersten drei Jahren 50% der Einsparung (dividiert durch die Einwohneranzahl) pro Jahr bar auf die Hand.

Wenn es zu keiner Zusammenlegung kommt, darf er stattdessen die Kosten selber zuschießen.

Da hätte es anders ausgesehen. Ohne Anreize zu schaffen wird es nicht gehen.

Po Polos
11
28.11.2011, 16:10

Klar, dass Pregarten auf die immensen Kommunalabgaben von Hagenberg scharf ist und die Hagenberger diese nicht mit den (noch dazu roten) Nachbarn, denen es, am Hagenberger (Wirtschafts-) Tropf hängend, auch nicht gerade schlecht geht, nicht teilen wollen.

Peter G
12
28.11.2011, 16:02
"Zusammenleben statt zusammenlegen" lautet das Motto der Bürgermeisterin.

Ok,

dann sollen die Hagenberger ihre Bürgermeisterin selbst bezahlen !

phorus
00
28.11.2011, 22:23

ja, und die pregartner sich den ihren.

der gärtner
52
28.11.2011, 13:51
dazu muss man wissen:

mühlviertler sind provinzielle bauern mit minderwertigkeitskomplex. ihr horizont geht kaum über linz hinaus, dass sie als nabel der welt betrachten, und ein akademiker wird dort wie ein ausserirdischer behandelt.

phorus
00
28.11.2011, 22:24

na, seien Sie froh, wenn Sie dort nie hinmüssen. dann bleiben Sie den Mühlviertlern erspart.

Kinkidra
02
28.11.2011, 16:25

Du meine Güte, was für einen Minderwertigkeitskomplex müssen Sie erst haben, wenn Sie mit derartigen Dummheitspauschalisierungen um sich werfen. (Dabei müsste ich mich als Exil-Linzerin von dem "Nabel der Welt"-Unfug ja fast geschmeichelt fühlen...) Beim nächsten Mal reden wir dann mal über ihre Einschätzung des Burgenlandes, die heutige Jugend und Hundebesitzer. Da haben Sie bestimmt auch viel Interessantes beizutragen.

Mizabiza
01
28.11.2011, 15:52

Aja! Gut zu wissen, wie Sie mich und die meisten der anderen 268.000 MühltviertlerInnen anhand Ihrer brillianten vorurteilsfreien und keineswegs pausalisierenden Ferndiagnose einschätzen!
BTW nur zur Info: ich bin FÜR die Fusionierung.

Blitzo
11
28.11.2011, 12:17

Hagenberg mag vielleicht ein netter Ort sein.
Aber eine Marke, die in der ganzen Welt bekannt ist, sicher nicht !!

Liebe Frau Bürgermeister fahren sie 200km in eine x-beliebige Richtung und fragen sie die Leute dort ob sie überhaupt jemals was von Hagenberg gehört haben.

Kinkidra
00
28.11.2011, 12:33

Das bezieht sich nicht auf Hagenberg als ort sondern auf die Fachhochschule Hagenberg, das Zitat stammt ja auch nicht aus Bürgermeisterkreisen sondern vom Direktor der FH. Und die hat in Fachkreisen schon einen guten Namen.

Bilderrahmen
00
28.11.2011, 17:01

Da wird sich der Dekan aber bedanken, wenn Sie ihn "Direktor" nennen. Schuldirektor...

Blitzo
00
28.11.2011, 14:01

Ok, da war ich zu schnell. Das bezieht sich auf die FH und nicht den Ort. Allerdings glaub ich nicht, dass es dem Ruf der FH schadet wenn Sie statt in einer kleinen Marktgemeinde mit ~2500 Einwohnern in einer Stadt mit ca. 10.000 Einwohnern beheimatet ist, oder?

Kinkidra
02
28.11.2011, 14:47

Das wäre bestimmt nicht schlecht, aber PR-technisch ist so eine Namensänderung natürlich schon eine Herausforderung. Allerdings müsste es wahrscheinlich gar nicht sein, dass man den Namen der FH mitändert - die könnte ja nostalgisch das Hagenberg behalten...

Peter G
10
28.11.2011, 16:04
Na, da ist es aber mit der Marke "Hagenberg" eh nicht weit her,

wenn man da PR-Klimmzüge starten muss .....

Kinkidra
00
28.11.2011, 16:20

Was soll denn das bedeuten? Wenn "Dr. Oetker" sich von heut auf morgen "Mimikuchen" nennt, muss das auch von PR- und anderen Kommunikationsmaßnahmen begleitet werden, sonst weiß ja niemand, worum es sich handelt. Was glauben Sie, warum große Firmen bei Namensänderungen immer so eine große Kampagne fahren? (Beispiele: Bounty heißt jetzt Plenty, Calgonit wird zu Finish, Raider heißt jetzt Twix...) Wenn sie ihren Nachnamen ändern und niemandem was davon sagen, werden Sie´s auch schwer haben, schriftlich wiedererkannt zu werden. Ihr Posting kommt mir also etwas beliebig vor...

Peter G
14
28.11.2011, 16:36
Wenn "FH Hagenberg" so eine starke Marke ist ....

..., ist es dann nicht egal, ob die FH Hagenberg in der politischen Gemeinde Hagenberg, Aist oder wo auch immer liegt ??

Ich verstehe einfach nicht, dass man mit DIESEM Argument eine Gemeindezusammenlegung abwürgt.

Kinkidra
10
28.11.2011, 17:40

Hat doch niemand, das war ja nur die Meinung des Direktors der FH - wie soll der so eine Abstimmung abwürgen? An die Schule geht doch fast niemand, der von dort stammt...

mbli
03
28.11.2011, 12:08
wer bezahlt nun weiterhin die hohen kosten von 800.000,--?

phorus
00
28.11.2011, 14:57

diese kosten sind doch rein hypothetisch. es ist nicht gesagt, dass jede der 3 gemeinden diese kosten ohne zusammenlegung für sich tragen müsste.

Peter G
00
28.11.2011, 17:56
"dass jede der 3 gemeinden diese kosten ohne zusammenlegung für sich tragen müsste."

Nicht tragen müssen.

Bei Zusammenlegung wäre der Betrag einzusparen !

Ohne Zusammenlegung: +/- 0 Euro
Mit Zusammenlegung: - 800.000 Euro

phorus
00
28.11.2011, 22:25

wie gesagt, eine pure fantasiezahl. welche gemeinde würde genau wieviel davon einsparen?

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