Auseinandersetzungen zwischen Schiiten und Sunniten
Sanaa - Auch nach dem Machtverzicht von Präsident
Ali Abdullah Saleh kommt der Nord-Jemen nicht zur Ruhe. Nach
mühevollen Verhandlungen über eine Waffenruhe brachen am Wochenende
erneut Kämpfe in dem Gebiet aus, das von schiitischen Rebellen
dominiert wird. Dabei wurden am Samstag und Sonntag mindestens 21
Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt. Schiiten und
Sunniten warfen sich gegenseitig vor, die Kämpfe begonnen zu haben.
Der Konflikt in der nördlichen Provinz Saada ist einer von
zahlreichen Brandherden im Jemen. Unter dem Druck einer wachsenden
Demokratiebewegung hat Saleh nach 33 Jahren im Amt in der vergangenen
Woche ein Abkommen zu Machtübergabe unterzeichnet. Die
Präsidentenwahl soll nach Angaben von Samstag am 21. Februar
stattfinden. Die Nachbarländer des Jemens, die USA und die Vereinten
Nationen hoffen mit der Ablösung Salehs den Ausbruch eines
Bürgerkriegs in dem verarmten Land verhindern zu können. Allerdings
hat die politische Lähmung während der zehnmonatigen Proteste den
separatistische Bewegungen neuen Auftrieb gegeben. (APA/Reuters)