Südossetien: Präsidentenwahl bringt Machtwechsel

27. November 2011, 19:52
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1.200 Polizisten und Soldaten im Einsatz nach Morddrohungen gegen Wahlleitung

Moskau - Drei Jahre nach dem Krieg zwischen Russland und Georgien hat das abtrünnige georgische Gebiet Südossetien im Südkaukasus unter starken Sicherheitsvorkehrungen einen neuen Präsidenten gewählt. In einer Stichwahl bewarben sich am Sonntag der pro-russische Zivilschutzminister Anatoli Bibilow und die frühere Bildungsministerin Alla Dschiojewa um die Nachfolge von Amtsinhaber Eduard Kokoity. Trotz Schneefalls hätten bis zum Nachmittag bereits rund 50 Prozent der 52.000 Bürger ihre Stimme abgegeben, sagte Wahlleiterin Bella Plijewa. Damit sei die Abstimmung gültig.

Von Zwischenfällen sei nichts bekannt, sagte die russische Duma-Abgeordnete Olga Bobrowskaja als Beobachterin der Wahl. Amtsinhaber Eduard Kokoity muss nach zwei Amtszeiten abtreten.

Nach Morddrohungen gegen die Wahlleitung seien rund 1.200 Polizisten und Soldaten eingesetzt worden, meldete die Agentur Interfax aus der Hauptstadt Zchinwali. Erste Wahlergebnisse wurden für Sonntagabend erwartet.

Dschiojewa sagte bei der Stimmabgabe, sie wolle sich im Fall des Sieges besonders auch für politische Häftlinge einsetzen. Ihr Gegner Bibilow betonte, die immer noch vom Krieg gezeichnete Region brauche einen politischen Neubeginn. Der vom Kreml unterstützte Bibilow hatte die erste Runde am 13. November mit einem hauchdünnen Vorsprung gewonnen.

Die Wahl in dem von Russland 2008 als unabhängiger Staat anerkannten Gebiet wird von Georgien, aber auch von der Europäischen Union und den USA nicht anerkannt. Der Westen sieht Südossetien und das ebenfalls von Tiflis abtrünnige Abchasien weiterhin als Teile Georgiens.  (APA)

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    Südossetien ist noch immer vom georgischen Überfall auf die abtrünnige Provinz gezeichnet.

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