Rund 13 Jahre nach ihrer Entführung - Einem Polizisten gelang nach zwölf Jahren die Flucht
Bogota - Die kolumbianische Guerilla-Gruppe FARC hat
vier Geiseln getötet. Wie das Verteidigungsministerium in Bogota am
Samstag (Ortszeit) mitteilte, handelte es sich um drei Polizisten und
einen Soldaten, die seit Jahren festgehalten wurden. Die Geiseln
wurden umgebracht, als sich Einheiten der Sicherheitskräfte einem
FARC-Lager im Bezirk Caqueta näherten.
Einem Polizisten, der seit mehr als zwölf Jahren von den
Guerilla-Kämpfern festgehalten wurde, gelang den Angaben zufolge die
Flucht. "Als er die ersten Schüsse hörte, entschied er sich für die
Flucht", sagte Verteidigungsminister Juan Carlos Pinzon. Der Polizist
sei von den FARC-Kämpfern verfolgt und am Kopf verletzt worden. Auf
den heimkehrenden Polizisten warteten zwei Töchter.
Drei der vier Getöteten wiesen den Angaben zufolge Kopfschüsse
auf, der vierte wurde von hinten erschossen. Der getötete Soldat José
Libio Martinez befand sich demnach bereits seit 1997 in der Hand der
FARC. Der Vater eines der erschossenen Polizisten machte die
kolumbianischen Streitkräfte für den Tod seines Sohnes
verantwortlich.
Zuvor sei es zu Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen
gekommen, erklärte Verteidigungsminister Pinzon. Die vier Entführten
gehörten zu den am längsten festgehaltenen Geiseln der
Guerillagruppe. Die FARC, die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens,
sollen noch knapp 20 Angehörige der Sicherheitskräfte in ihrer Gewalt
haben.
Erst vor wenigen Tagen hatten die Revolutionären Streitkräfte
Kolumbiens (FARC) einen neuen Chef benannt. Timoleon Jimenez alias
Timoschenko wurde laut Medienberichten zum neuen Kommandanten
gewählt, nachdem sein Vorgänger Guillermo Leon Saenz Vargas alias
Alfonso Cano Anfang November bei einem Gefecht mit der Armee getötet
worden war. Jimenez gehört der Bewegung seit Beginn der 1980er Jahre
an und zählte zuletzt zu den sieben Führungsmitgliedern der FARC.
Die FARC gilt als bedeutendste Rebellenorganisation Kolumbiens.
Ihr gehören nach offiziellen Angaben rund 8000 Kämpfer an, die vor
allem in den Grenzgebieten zu Venezuela und Ecuador aktiv sind. Seit
den 1980er Jahren versucht die FARC durch Entführungen von Beamten
und Politikern Druck auf die Regierung auszuüben. (APA)