Medwedew fordert nach Raumfahrt-Pannen "strenge" Strafen

26. November 2011, 20:46
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Russischer Präsident: Aber nicht so streng wie in Stalin-Zeit

Moskau - Nach der kostspieligen Pannenserie in der russischen Raumfahrt hat Präsident Dmitri Medwedew eine Bestrafung der Verantwortlichen angekündigt - und dabei die drakonischen Strafen der Stalin-Zeit erwähnt. "Ich schlage nicht vor, dass wir die Leute vor eine Wand stellen, wie wir es gemacht haben, als Josef Wissarionowitsch an der Macht war", sagte Medwedew am Samstag im russischen Fernsehen mit Blick auf die Erschießungskommandos, mit denen der Diktator Josef Stalin politische Gegner hinrichten ließ. Die Strafen sollten aber "streng" sein, sagte der Präsident.

Die Pannen seien "ein schwerer Schlag" für die Konkurrenzfähigkeit Russlands, sagte Medwedew. Die Verantwortlichen müssten ausfindig gemacht werden, um über Geldstrafen die verloren gegangenen Investitionen wieder reinzuholen. Möglich seien auch Disziplinarverfahren oder strafrechtliche Ermittlungen. Medwedew hatte im Mai die Sowjetunion erstmals als "totalitären" Staat bezeichnet und die Verbrechen unter Stalin verurteilt.

Das russische Raumfahrtprogramm musste in den vergangenen Monaten mehrere Rückschläge einstecken. Im August stürzt eine unbemannte Sojus-Rakete mit einem Progress-Versorgungsmodell ab, im Dezember vergangenen Jahres stürzten drei Satelliten in den Pazifik. Anfang des Monats scheiterte dann der Start einer Sonde, die den Marsmond Phobos-Grunt untersuchen sollte. (APA)

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