Ein Blitz-Out als gute Erinnerung für Marlies Schild

26. November 2011, 11:38
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Im Vorjahr war für Österreichs Slalom-Weltmeisterin in Aspen schon am ersten Tor Schluss - 2011 ist sie wieder Favoritin

Aspen - Eigentlich war es ein gutes Omen. Nachdem Marlies Schild vergangenes Jahr im Aspen-Slalom mit Startnummer eins schon beim ersten Tor eingefädelt hatte, gewann sie sechs von neun Saisonslaloms, wurde Weltcupsiegerin und Weltmeisterin. Die Salzburger Slalom-Königin hat aber nicht vor, deshalb am Sonntag in Aspen (18.15/21.15 Uhr) wieder ähnlich schnell auszuscheiden.

Für ihr Blitz-Out hatte Schild am Saisonende sogar einen eigenen Preis erhalten. Den "worst mistake award", eine Urkunde von Sponsor Audi für die schlechteste Leistung des Jahres, hat sie selbstredend zu Hause aufbewahrt. Dem Malheur war die einst verbissene Rennläufern schon auf der Strecke mit viel Humor begegnet. "Wenigstens war ich nicht langsam", hatte sie damals gemeint und Technikchef Günter Obkircher scherzte: "Wir haben seitdem dieses erste Tor besonders oft trainiert. Eine Steigerung müsste diesmal also möglich sein."

Schild ist so oder so klare Favoritin für den wegen der Levi-Absage ersten Saisonslalom. Gewonnen hat sie in Aspen schon einmal, nämlich 2006. Damals zog sie mit ihrem achten Weltcupsieg im Slalom mit Österreichs Nummer eins, Roswitha Steiner gleich. Heute hält Schild trotz einjähriger Verletzungspause bei bereits 27 Slalomsiegen. "Ich mag den Hang in Aspen sehr gerne und freu mich auf das Rennen", gab die Freundin von Benjamin Rach zu Protokoll.

Dass in diesem Winter kein Großereignis stattfindet und daher keine Medaille winkt, schmälert Schilds Lust auf Siege nicht im Geringsten. "Ich bin voll motiviert, auch wenn kein Großereignis ist. Mein Ziel ist, Rennen zu gewinnen. Ich möchte dort anschließen und am Ende wieder dort sein, wo ich vergangenes Jahr aufgehört habe", so die 30-Jährige, die auch im Riesentorlauf einen Schritt nach vorne plant. Speed-Bewerbe lässt sie nach ihrer schweren Verletzung bekanntlich nach wie vor links liegen.

Schild ist aber bewusst, dass auch in ihrer Spezialdisziplin Slalom nichts verschenkt wird. "Wenn man so eine Saison hatte wie ich letztes Jahr, ist es schwierig, anzuknüpfen. Die anderen schlafen auch nicht", ist der nunmehrigen Wahl-Tirolerin klar. "Wenn man aber stehen bleibt und sich auf den Lorbeeren ausruht, ist man schnell wieder hinten."

Deshalb ist Schild überzeugt, dass die Nervosität beim erstem Rennen größer ist als sonst. Was ihr taugte, war: "Die Temperaturen sind heuer in Aspen nicht so tief, deshalb ist der Schnee nicht so aggressiv und trocken, das kommt uns allgemein entgegen." Dass sie im internen Slalom-Training wieder klar voran war, wollte sie nicht kommentieren. "Es geht ja am Ende ausschließlich darum, wie schnell man es im Rennen vom Start bis ins Ziel bringt und nicht im Training." (APA)

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