Neue libysche Regierung wirft Mahmoudi Vergewaltigungen vor
Tunis - Die tunesische Justiz hat die Auslieferung des früheren
libyschen Regierungschefs Baghdadi al-Mahmoudi an Libyen nochmals befürwortet.
Ein Berufungsgericht in Tunis habe dem Auslieferungsgesuch der neuen libyschen
Führung am Freitag stattgegeben, sagte ein Rechtsbeistand Mahmoudis in Tunis. Er
vertrat die Ansicht, Mahmoudi müsse bis zur Bestätigung des
Auslieferungsbeschlusses durch das tunesische Präsidialamt auf freien Fuß
gesetzt werden.
Mahmoudi war Ende September an der tunesisch-algerischen Grenze festgenommen
und zu sechs Monaten Haft wegen illegalen Grenzübertritts verurteilt worden. Ein
Berufungsgericht sprach ihn jedoch wenige Tage später von dem Vorwurf frei.
Mahmoudis Anwalt hatte erklärt, sein Mandant fürchte im Falle einer Auslieferung
um sein Leben, da er seit dem Tod von Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi der
einzige sei, der von bestimmten Staatsgeheimnissen wisse.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte Tunis
aufgefordert, Mahmoudi nicht an sein Heimatland auszuliefern, da er dort schwere
Menschenrechtsverletzungen wie Folter zu befürchten habe. Inzwischen wirft die
libysche Regierung Mahmoudi auch die Vergewaltigung von Frauen in Suara im
Westen des Landes vor. (APA)