Tunis will libyschen Ex-Regierungschef ausliefern

25. November 2011, 22:28
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Neue libysche Regierung wirft Mahmoudi Vergewaltigungen vor

Tunis - Die tunesische Justiz hat die Auslieferung des früheren libyschen Regierungschefs Baghdadi al-Mahmoudi an Libyen nochmals befürwortet. Ein Berufungsgericht in Tunis habe dem Auslieferungsgesuch der neuen libyschen Führung am Freitag stattgegeben, sagte ein Rechtsbeistand Mahmoudis in Tunis. Er vertrat die Ansicht, Mahmoudi müsse bis zur Bestätigung des Auslieferungsbeschlusses durch das tunesische Präsidialamt auf freien Fuß gesetzt werden.

Mahmoudi war Ende September an der tunesisch-algerischen Grenze festgenommen und zu sechs Monaten Haft wegen illegalen Grenzübertritts verurteilt worden. Ein Berufungsgericht sprach ihn jedoch wenige Tage später von dem Vorwurf frei. Mahmoudis Anwalt hatte erklärt, sein Mandant fürchte im Falle einer Auslieferung um sein Leben, da er seit dem Tod von Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi der einzige sei, der von bestimmten Staatsgeheimnissen wisse.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte Tunis aufgefordert, Mahmoudi nicht an sein Heimatland auszuliefern, da er dort schwere Menschenrechtsverletzungen wie Folter zu befürchten habe. Inzwischen wirft die libysche Regierung Mahmoudi auch die Vergewaltigung von Frauen in Suara im Westen des Landes vor. (APA)

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