Demonstration gegen Rechtsextremismus in Zwickau

25. November 2011, 22:15
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Rund 1500 Menschen gedachten der Opfer der Neonazi-Zelle

Zwickau - Rund 1.500 Menschen haben am Freitagabend in der ostdeutschen Stadt Zwickau ein Zeichen gegen den Rechtsextremismus gesetzt. Mit einer Kundgebung in der Innenstadt gedachten sie der Opfer des Neonazi-Trios, das jahrelang unentdeckt in Zwickau gelebt hatte und für insgesamt zehn Morde an Migranten und einer Polizistin verantwortlich gemacht wird. Viele Menschen hatten Kerzen entzündet. Sie folgten einem Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes und der Stadtverwaltung. Es solle deutlich gemacht werden, "unsere Stadt ist nicht braun", sagte Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD). Viele Menschen in Zwickau seien "zutiefst bestürzt", dass das Neonazi-Trio jahrelang in der Stadt untertauchen konnte.

Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) betonte auf der Kundgebung, dass Zwickau "nicht die Keimzelle des Rechtsterrorismus" sei. Es werde alles daran gesetzt, die Umstände der Neonazi-Mordserie so schnell wie möglich aufzuklären. Dabei müsse auch geklärt werden, wo die zuständigen Behörden versagt hätten. Die Kundgebung für Demokratie und Toleranz wurde von Kirchen, Parteien, Unternehmen und Sportvereinen unterstützt.

Die inhaftierte Beate Zschäpe und ihre vor drei Wochen tot aufgefundenen Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hatten nach ihrem Abtauchen in den Untergrund 1998 jahrelang im sächsischen Zwickau gelebt. In der zerstörten Zwickauer Wohnung des Trios, die Zschäpe nach dem Tod der beiden Neonazis in Band gesteckt haben soll, fanden die Ermittler unter anderem die Waffe, mit der zwischen 2000 bis 2006 neun Migranten erschossen wurden. In den Trümmern fand sich auch ein Propagandavideo, mit dem sich die Neonazi-Zelle zu den Morden bekannte. Sie steht auch im Verdacht, 2001 und 2004 zwei Sprengstoffanschläge in Köln verübt zu haben.

Neben Zschäpe sitzen bisher zwei mutmaßliche Unterstützter des Trios in Untersuchungshaft. Die Ermittler haben noch weitere Verdächtige im Visier. Die Aufdeckung der rechten Mordserie hatte eine Debatte um Pannen der deutschen Ermittlungsbehörden und ein erneutes NPD-Verbot entfacht. (APA)

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