Rafik Tagi hatte die eigene und die iranische Regierung kritisiert
Baku/Wien - Der regierungskritische Journalist Rafiq Tagi in
Aserbaidschan ist nach einer Attacke durch Unbekannten verstorben. Der Autor,
der für seine Kritik an der eigenen und der iranischen Regierung bekannt war,
sei bei einer Messerattacke am 19. November schwer verletzt worden, berichtete
das International Press Institute (IPI) in Wien am Freitag in einer Aussendung.
Tagi sei zunächst erfolgreich operiert worden und habe sich auf dem Weg der
Besserung befunden, jedoch habe das Krankenhaus einige Tage später seinen Tod
bekanntgegeben.
Im Krankenhaus hatte der Journalist über eine zuvor veröffentlichte Kritik am
Iran als Auslöser für die Attacke spekuliert, hieß es. Bereits im Jahr 2006 war
von dem iranischen Ayatollah Fazel Lankarani eine Fatwa (Rechtsgutachten) gegen
ihn veröffentlicht worden, in dem sein Tod verlangt wurde. In iranischen
Zeitungen sei der Tod Tagis begrüßt worden, berichtet das IPI. In einer Zeitung
sei vom Ableben des "Aserbaidschanischen Salman Rushdie" die Rede gewesen. (APA)