Wiener unterliegen FC Lustenau - Altach mit Chance auf Winterkrone, WAC bleibt erster Verfolger, BW Linz und LASK erfolgreich
Statt einen Befreiungsschlag zu feiern, musste die Vienna am Freitag in der 20. Runde der Ersten Liga eine empfindliche 2:3 (0:2)-Niederlage gegen Abstiegskonkurrenten FC Lustenau hinnehmen.
In der vorletzten Runde vor der Winterpause gingen die Gäste vor 1.500 Zusehener auf der Hohen Warte r vor dem Seitenwechsel bereits 2:0 in Führung. Beide Tore erzielte Rieß. Das erste Tor viel nach gleich zwei schlimmen Patzern von Vienna-Tormann Traby, der zweite Treffer fiel nach einem von Beciri verursachten, unnötigen Handelfmeter.
Die Aktion des Slowenen ließ schlagartig Erinnerungen an eine Aktion in der vergangenen Saison wach werden. Am 12. April hatte Beciri auf ähnliche Weise einen Elfmeter gegen Austria Lustenau (die Vienna verlor auch damals 2:3) verursacht.
Kapitän Toth brachte die Hausherren unmittelbar nach der Pause wieder heran, woraufhin sich ein spannender Schlagabtausch entwickelte. In der 87. Minute schien ein Treffer von Rupp zum 1:3 bereits alles klar zu machen, doch nur zwei Minuten später schoss abermals Toth seine Mannschaft wieder ins Spiel. In der sechsminütigen Nachspielzeit gab es große Chancen auf beiden Seiten, weitere Treffer gelangen allerdings nicht.
Die Döblinger rutschen nach der Niederlage sogar hinter die
Vorarlberger zurück und liegen nun nur noch auf dem neunten Rang. Beide Teams liegen bei 19 Punkten.
Altach bleibt spitze
Der SCR Altach hat seine Tabellenführung erfolgreich verteidigt. Die Vorarlberger setzten sich am
Freitagabend auswärts gegen den TSV Hartberg dank Toren von Mirnel
Sadovic (36.) und Philipp Netzer (51.) erwartungsgemäß mit 2:0 (1:0)
durch. Für die nun schon seit sieben Runden sieglosen und am
Tabellenende liegenden Steirer war es ein weiterer Rückschlag im
Abstiegskampf, ihnen fehlen nun schon drei Punkte auf die Vienna und
den FC Lustenau.
Die Altacher hatten in der Steiermark ihre Mühe, gingen aber in
einer schnellen Partie mit wenig Tormöglichkeiten in Führung. Nach
einem Seeger-Zuspiel ließ Sadovic Hartberg-Verteidiger Huber an der
Strafraumgrenze aussteigen und traf ins kurze Eck (36.). Nach dem
Seitenwechsel machte die Truppe von Chefcoach Adi Hütter schnell den
Sack zu. Einen Schick-Einwurf verlängerte Netzer per Kopf zum 2:0 ins
Netz (51.).
Danach verwalteten die Altacher das Ergebnis clever, ließen kaum
Chancen der Hausherren zu. Die Hütter-Elf hat es damit in der eigenen
Hand, sich am Dienstag im letzten Spiel vor der Winterpause vor
eigenem Publikum gegen Austria Lustenau die "Winterkrone"
aufzusetzen.
WAC biegt Grödig
Der Tabellenzweite WAC/St. Andrä hat seine Heimstärke am Freitag
neuerlich unter Beweis gestellt. Die Kärntner besiegten den SV Grödig verdient 3:2 (1:0) und ist
damit in der Lavanttal-Arena seit bereits 16 Spielen ungeschlagen.
Auf Spitzenreiter Altach (2:0 in Hartberg) fehlen den Wolfsbergern
weiterhin zwei Punkte. Grödig ist unverändert
Siebenter.
Bis zum verdienten Führungstreffer vergaben die Kärntner
zahlreiche Großchancen. Einige Male zeichnete sich dabei
Grödig-Schlussmann Schranz aus, beim 1:0 kurz vor der Pause war er
allerdings machtlos. Denn Christian Falk (45.) verwertete einen
Jacobo-Steilpass souverän zu seinem bereits 16. Saisontor. Zehn
Minuten nach Wiederbeginn gelang Dario Baldauf (55.) mit einem
wuchtigen Kopfball nach einer Ecke die vermeintliche Vorentscheidung.
Ein Fehler von WAC-Schlussmann Dobnik brachte die Gäste in der 69.
Minute wieder ins Spiel. Peter Tschernegg staubte nach einem von
Dobnik ausgelassenen Weitschuss zum 1:2 ab. Fünf Minuten später
stellte Abwehrchef Nenad Jovanovic (74.) mit einem sehenswerten
Seitfallzieher den Zweitorevorsprung wieder her. Dieser hielt jedoch
nur eine Minute, weil Thomas Krammer (76.) nach einem neuerlichen
Dobnik-Patzer wieder verkürzte.
Das 3:3, wie im Duell in Grödig, kam aber nicht mehr zustande,
womit der WAC seinen zehnten Saisonsieg feierte. In der letzten Runde
vor der Winterpause am Dienstag trifft der WAC auswärts auf den FC
Lustenau, Grödig empfängt St. Pölten.
Aigner reißt LASK raus
Auch der LASK bleibt im Aufstiegsrennen. Am Freitag
feierten die Linzer vor eigenem Publikum gegen St.
Pölten einen glücklichen 2:1-(0:1)-Sieg und hielten damit den
Rückstand auf Leader Altach bzw. WAC/St. Andrä mit sechs bzw. vier
Punkten konstant. Männer des Abends für die Linzer waren Tormann
Thomas Mandl sowie Hannes Aigner, der mit zwei Treffern im Finish
(82., 90.) den Sieg rettete.
Der LASK startete zwar mit mehr Elan ins Spiel, sorgte aber kaum
für Gefahr vor dem Tor der St. Pöltner. Einzig in der 26. Minute
schien nach einem Kogler-Schuss das 1:0 gefallen, Vollnhofer kratzte
den Ball aber mit einer tollen Parade noch von der Linie - trotz der
Proteste der Linzer, die das Spielgerät hinter der Linie gesehen
haben wollten, blieb es beim 0:0.
Nur für kurze Zeit freilich, weil die immer gefährlicheren Gäste
wenig später zuschlugen: Hart parierte einen Segovia-Köpfler vor der
Linie per Kopf, irritierte dabei aber Mandl, der beim Nachschuss
Fröschls machtlos war (34.). Auch nach dem Seitenwechsel war die
Scherb-Elf das wesentlich gefährlichere Team, mehrmals bewahrte aber
Mandl die Hausherren vor dem zweiten Gegentor.
Im Finish rächte sich schließlich die mangelnde Chancenauswertung
der Niederösterreicher: Erst schlug Aigner vom Elfmeterpunkt zu, er
war zuvor von Vollnhofer im Strafraum gefoult worden. Schon in den
ersten beiden Saisonpartien gegen St. Pölten hatte der Tiroler je
einen Strafstoß verwertet. Kurz vor dem Abpfiff war es neuerlich
Aigner, der nach Freudenthalers Flanke per Kopf das Siegestor
erzielte.
BW Linz hält sich hoch
Blau Weiß Linz hat seinen Platz in den oberen Tabellenregionen weiter gefestigt. Der Aufsteiger setzte
sich bei Austria Lustenau verdient mit 3:1 (0:0)
durch, rangiert weiter auf Rang vier. Matchwinner war der Slowene David
Poljanec, der bereits zum zweiten Mal in dieser Saison drei Treffer
in einer Partie erzielte.
Die Austria, die ihre erst zweite Saison-Heimniederlage bezog,
droht indes den Anschluss an die Tabellenspitze zu verlieren. Die
Vorarlberger halten so wie BW Linz bei 30 Zählern, der Rückstand auf
Tabellenleader Altach bzw. WAC/St. Andrä beträgt 10 bzw. 8 Punkte.
Poljanec musste für seine großen Auftritte bis zur zweiten Hälfte
warten. Aber schon davor agierten die Gäste nach passivem Beginn
besser, dominierten die schwachen Hausherren klar. In der 48. und 62.
Minute brachte der 24-Jährige sein Team mit schönen Treffern 2:0 in
Führung, der Anschlusstreffer von Zwischenbrugger (69.) wenig später
brachte die Linzer nicht mehr ins Wanken. In der 78. Minute war
neuerlich Poljanec zur Stelle, traf nach hartem Foulelfer zum seinem
bereits 12. Saisontor. (red/APA)