Budapest auf Ramschstatus

Ungarn-Bashing ist in

Kommentar | András Szigetvari, 25. November 2011, 19:40

Der Absturz Ungarns belegt, dass in der EU eine Wirtschaftspolitik abseits des Mainstreams an den Märkten knallhart bestraft wird

Der Absturz Ungarns belegt, dass in der EU eine Wirtschaftspolitik abseits des Mainstreams an den Märkten knallhart bestraft wird. Das ist eine schmerzhafte Lektion für die Magyaren und für Europa.

Die Herabstufung Ungarns durch Moody's war der jüngste Akt in einem bizarren Schauspiel. Seit fast zwei Jahren geraten die Regierung in Budapest und ausländische Investoren laufend aneinander. In Westeuropa, allen voran in Österreich, hat sich dabei eine einseitige Sicht durchgesetzt: Premier Orbán sei ein Nationalist, der ohne Rücksicht auf Marktprinzipien und rechtliche Schranken agiert. Österreichische Politiker, Banken und Medien waren sich selten einig, sprachen von "Enteignungspolitik". Keine Frage: Orbán pflegt einen revisionistischen Diskurs. Seine Einschüchterungspolitik gegen Medien und Opposition ist eine Schande. Seine Wirtschaftspolitik hat er katastrophal kommuniziert - aber in der Sache hatte er in vielem recht.

So hat Ungarn als bisher einziges Land in Osteuropa versucht, das gewaltige Problem mit den Fremdwährungskrediten anzugehen. Zwei Drittel der Kreditnehmer im Land sind in Franken verschuldet. Hunderttausende können ihre Raten kaum bedienen, die Darlehen bremsen das Wachstum. Weil Budapest den Tausch der Fremdwährungskredite unter Marktpreisen erlaubt, hagelt es Kritik. Vergessen wird, dass Devisendarlehen der Exportschlager österreichischer Banken waren. Die Aufsicht in Wien hat lange zugeschaut. Nur: Die Zeche gezahlt haben bisher in Ungarn - wie Rumänien und Polen - nur die Bürger.

Dass Budapest bei diesem in Osteuropa virulenten Problem eine Lastenteilung probiert, war ein guter Ansatz. Der rückwirkende Eingriff in Verträge, den Banken beklagen, ist auch in Österreich (unter strengen Auflagen) erlaubt. Ob das Vorgehen rechtswidrig ist, müssen Gerichte klären. Schlecht gemacht war die Aktion dennoch, denn die Banken wurden überrumpelt. Andere strittige Ideen Orbáns, wie die Verstaatlichung der Pensionskassen, passen genau in dieses Schema.

Moody's begründet die Abstufung Ungarns mit der miesen Konjunkturlage und mit der umstrittenen Politik im Land. Das ist legitim, sollte aber stutzig machen. Die Wirtschaftspolitik eines Landes braucht Spielraum, um Dinge auszuprobieren. Selbst dann, wenn das Investoren missfällt. Das gilt besonders in Osteuropa, wo die Märkte in vielen Ländern immer noch schwach reguliert sind. (DER STANDARD; Print-Ausgabe, 26.11/27.11.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 127
1 2 3 4
videoopa
00
23.12.2011, 10:44
ja so gehts auch, in Österreich nicht in Ungarn

http://www.youtube.com/videoatta... D6vgb1x84U

helge schneider
03
2.12.2011, 14:27
wer bei der weltbank keine schulden hat

ist in der achse des bösen dabei.

ungarn ist das beste beispiel.

Janosch bacsi
00
28.11.2011, 17:08
Janosch bacsi
01
28.11.2011, 17:07
Moody's Abstufungen

Sturm im Wasserglas. Jetzt wird sogar ganz Europa abgewertet. Einfach ignorieren, die W.....r.

Marcus Maccabaeus
23
27.11.2011, 18:22
Angesichts des nichtfunktionierenden westlichen "Geldsystems" hat Ungarn jedes Recht eigene Wege zu gehen.

Gerade die "Finanzexperten", die sich über Ungarn das Maul zereissen, haben uns die Eurokrise beschert.
Das Ungarn-Bashing soll davon nur ablenken!

Die Aufklärung
 
10
27.11.2011, 19:37
OK

OK, dann muss Ungarn aber sich auch selber und alleine finanzieren. Und nicht um Kredite herumwinseln.

monoton
47
27.11.2011, 16:31

was für eine dümmliche pro-orban propaganda.
orban ist dabei die demokratie abzuschaffen, indem er die pressefreiheit untergräbt, alle rechtsstaatlichen kontrollen der regierung abgeschafft hat, und die rechtssicherheit zugunsten heimischer betriebe zerstörte.
sollen die ungarn nun schauen wo sie mit ihrem diktator orban hinkommen, mitleid gibt es bei der politik keine

Adolf Ogi
14
27.11.2011, 18:32
differenziert

Herr Szigetvari (selbst ungarischer Jude, der quasi im schweizer Exil lebt), ist sicher alles andere als ein Orban-Apologet. Er schreibt einfach eine neutrale Analyse und es muss auch einmal erlaubt sein, neben aller Kritik, einzelne Aktionen der Orban-Regierung lobenswert zu finden.

omar chamra
00
27.11.2011, 19:41
Die Frage ist doch nicht die Abstammung oder die ethnische Zugehörigkeit des Verfassers

sondern die Qualität seiner Analyse und die ist mangelhaft.

Die Aufklärung
 
01
27.11.2011, 19:39
Lächerlich

Die Instrumentalisierung von ethnischer Herkunft ist genau das, was widerwärtig und lächerlich ist.
Zudem ist die "Analyse" nachweisbar falsch.

1116er
31
27.11.2011, 16:27
ungarn muss da durch!

das sprichwort sagt mehr über dieses volk als alle analysen: ein ungar geht hinter dir in eine drehtür und kommt vor dir raus....

egal wie weit man in der geschichte zurückgeht, ob eigenes reich, habsburgerzeit, nazizeit, kommunismus oder postkommunismus: immer haben die ungarn sich irgendwie durchgeschwindelt.

es wird zeit, dass ungarn mal die bittere lektion lernt, dass bei benützung einer drehtür es keinen privilegierten ausstieg gibt!

1116er
00
27.11.2011, 16:24
ungarn muss da durch!

Die Aufklärung
 
63
27.11.2011, 14:30
Katastrophal

Der Kommentar des magyarischen Orbanologen András Szigetvari ist hungaro-chauvinistisch, sachlich falsch und ein Irreführungsversuch.

Insbesondere haben Östereichs Banken 2008 in ganz Europa Stimmung für Ungarn und den Verbleib in den siechen Ostländern (vor allem auch in Ungarn) gemacht und hatten damit Erfolg bei der EU, der Weltbank und beim IWF.

Diese Loyalität wurde den Österreichern (wie oft in der Geschichte) bitterböse heimgezahlt. Und das Orban-System, das den Rassisten Csurka zum Theaterdirektor machte, auch noch als unschuldiges Opfer darzustellen, das ist einfach falsch, wieder besseres Wissen.

Das ist eine gelbe Karte für den STANDARD

Bagolyvár
01
31.12.2011, 20:39
Lesen Sie genau bevor sie wen aufklären!

Dass "das Orban-System, das den Rassisten Csurka zum Theaterdirektor machte" ist "sachlich falsch und ein Irreführungsversuch", er war nicht einmal als solcher vorgesehen.
Der Ausdruck "magyarisch" sagt schon alleine genug und dann schwafeln sie noch von "Instrumentalisierung von ethnischer Herkunft" die "widerwärtig und lächerlich" sei. Versuchen sie einmal über sich selbst klar zu werden, "Aufklärer"!

Oddo Wolf
03
28.11.2011, 06:53

3 österreichische Banken haben ungarische Häuselbauer über den Tisch gezogen und am Wechselkurs mehr als 100% verdient.
GELBE KARTE FÜR DEN BANKER-LOBBIYSTEN

Alpenkönig & Menschenfeind
13
27.11.2011, 13:09
"Seine xxxxxxpolitik hat er katastrophal kommuniziert - aber in der Sache hatte er in vielem recht."

Hat er auch Autobahnen gebaut?

Bagolyvár
00
31.12.2011, 20:42
Nein er ist Ministerpräsident.

Die Autobahnen hat STRBAG gebaut, samt der längsten Talbrücke Mitteleuropas (In Ungarn!!!) und hat gut daran verdient.

Hr. Berth
01
27.11.2011, 16:17
Nein, aber das häusliche Schnapsbrennen

hat er legalisiert ;-)

Don Quixote1
00
27.11.2011, 11:35

Polarisieren, und das national und international, um die Abzocke ungestört weiter machen zu können.

Gastarbeiter
 
11
27.11.2011, 11:02
Niemand kann...

das Wechselkurs Risiko für ein Jahrzehnt einschätzen.
Auch die Banken nicht, daher trägt der Kreditnehmer das ganze Risiko dafür: die Verträge wurden so gestaltet. Der Zinssatz ist auch wesentlich höher als z.B. in Österreich, weil eben Risiko vorhanden ist.
Das geht ganz einfach nicht weiter, ob Orbán, Österreich-Ungarn oder die EU will oder nicht. Diese Vertäge werden -so wie sie jetzt da sind- nicht eingehalten, weil sie nicht eingehalten werden können.

asd73
00
28.11.2011, 10:57

In HU haben die Banken 3-5% Zins-Marge. Die Risikoaufshcläge (CDS) sind weit weniger. So kommt man in HU auf 7-8% auf CHF Kredit (bei 0,01% CHF-3M-LIBOR).

Die Aufklärung
 
03
27.11.2011, 14:31
Wie immer

In Ungarn ist es wohl Usus Verträge nicht einzuhalten, weil sie angeblich nicht einzuhalten seien.

Voilá, dann macht Euch Eure Verträge nur mehr mit Euch selber.

roa64
37
27.11.2011, 09:55
schade

um Ungarn.Ich hätte dem Land mehr Potenzial zugestanden als diese rechtslastige Bagage. Nun sollen sie diese hausgemachten Probleme aber auch selber ausbügeln.

Kleanthes
30
27.11.2011, 09:25
Nicht alles was "in" ist, ist auch falsch!

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