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Trotz verschärfter Repression prangert das "Freie Theater" in Minsk mit Aufführungen im Untergrund weiter das Regime an.

Walerij Karbalewitsch, Politologe, gehört zu den angesehensten Intellektuellen in Weißrussland. Seine Biografie über Präsident Alexander Lukaschenko gilt als Standardwerk. Für den unabhängigen Sender Radio Svaboda führt er einen Blog, in dem er die politische und wirtschaftliche Lage des Landes analysiert.
Mit Walerij Karbalewitsch sprach Ingo Petz.
*****
STANDARD: Seit der Präsidentschaftswahl vom Dezember 2010 rauscht eine beispiellose Repressionswelle durch Weißrussland. In welcher Situation befindet sich die Opposition?
Karbalewitsch: Ohne Frage in einer sehr schwierigen. Das Regime ist ein hartes, autokratisches und äußerst repressives. Die Opposition befindet sich schon seit 17 Jahren in einem politischen Ghetto. Dieses Jahr hat es die Opposition besonders hart getroffen. Dadurch, dass ihre wichtigsten Vertreter im Gefängnis sitzen oder ins Ausland geflohen sind, ist sie nur noch bedingt handlungsfähig.
STANDARD: Im Westen heißt es häufig, dass sie schwach und zerstritten sei. Ist das richtig?
Karbalewitsch: Teilweise. Es gibt eine Zersplitterung innerhalb der Opposition. Es fehlt eine reale Führungspersönlichkeit. Zudem ist die Opposition sehr unpopulär innerhalb der Gesellschaft, auch bei denen, die nicht auf Lukaschenkos Seite stehen. Was aber auch an der massiven Staatspropaganda liegt.
STANDARD: Gibt es denn überhaupt Hoffnung auf eine demokratische Entwicklung?
Karbalewitsch: Diese Hoffnung gibt es immer. Die weißrussische Gesellschaft ist nach 17 Jahren der Diktatur müde. Ich glaube, dass die Gesellschaft gereift ist für einen politischen Wandel, für eine demokratische Entwicklung.
STANDARD: In einigen Szenarien heißt es, dass eher ein neuer Autokrat als ein Demokrat Nutzen aus dieser Krise ziehen könnte.
Karbalewitsch: Wenn man an den Kopf dieses Regimes eine andere Person installieren würde, würde es sofort zusammenbrechen. Niemand außer Lukaschenko kann dieses Regime aufrechterhalten.
STANDARD: Welchen Einfluss hat die EU auf das Regime?
Karbalewitsch: Erklärungen und Resolutionen interessieren das Regime nicht. Auch die Sanktionen sind mehr symbolischer Natur, als dass sie einen realen Effekt hätten. Der Schlüssel, den die EU in der Hand hat, ist die Finanzkraft. Der polnische Premier Donald Tusk hat dem Regime auf dem Treffen der Östlichen Partnerschaft in Warschau ja auch neun Milliarden Euro angeboten - für politische Reformen. Dieses Geschenk, diese Torte, ist groß und reizvoll. Was aber fehlt, um das Regime zum Handeln zu bewegen, ist eine Knute, ein zwingender Mechanismus.
STANDARD: Was kann der Westen sonst tun?
Karbalewitsch: Nicht sehr viel. Ein starkes Druckmittel sind allerdings die Kredite des Internationalen Währungsfonds. Gerade jetzt, wo das Regime sehr viel Geld braucht, um sein Überleben zu sichern. Der IWF hat ja auch klar gemacht, dass man keine Kredite bewilligen wolle, solange politische Gefangene in weißrussischen Gefängnissen sitzen. Wenn man in dieser Forderung konsequent bleibt, sind die Kredite ein gutes Mittel, um politische Probleme zu lösen.
STANDARD: Weißrussland erlebt die schlimmste Wirtschaftskrise seiner jungen Geschichte. Der Staat steht vor dem Bankrott. Ist dies das Ende der "letzten Diktatur Europas" ?
Karbalewitsch: Heute befindet sich das Regime zweifelsohne in einer Systemkrise. Aber Krise bedeutet nicht, dass das System zusammenbrechen muss. Es könnte trotzdem noch lange überleben. Andererseits könnte auch alles ziemlich schnell vorbei sein. Wer hat schon die Aufstände in den arabischen Ländern erwartet? Diese Regime schienen stabil zu sein. Aber plötzlich fielen sie nacheinander in sich zusammen. Deswegen ist eine Prognose schwierig. Dazu kommt, dass das Regime wie eine Pyramide aufgebaut wurde. Mit einer strengen Hierarchie, in der alle Elemente eng miteinander verbunden sind. Wenn ein Ziegelstein herausbricht, kann es sein, dass die ganze Pyramide einstürzt. Aber wer weiß das schon? (DER STANDARD, Printausgabe, 26.11.2011)
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Auch Ex-Präsident Schuschkewitsch an der Grenze abgewiesen
http://www.rferl.org/section/B... 2/184.html
http://www.peacebuildingportal.org/index.asp... 9&org=5207
"Radio Svaboda is part of Radio Free Europe/Radio Liberty initiative, which established its broadcasting activity in Belarus in 1954. "
RFE/RL = Radio Free Europe/Radio Liberty
Das sind die Sender aus der Zeit des Kalten Krieges, die von der NATO finanziert werden.
So viel zur Unabhängigkeit dieses Politologen.
Wie immer "sehr gut" formuliert von Walerij Karbalewitsch, da er viel fuer die Deutsche Volksbildung arbeitet, sind manche Artikel von Walerij auch als Auftragsarbeit zu verstehen d macht ihm angreifbar.
Leider ist dieser Artikel auch bereits ueberholt. Vor einigen Stunden hat Weissrussland ein Gasabkommen mit Russland fuer die naechsten 3 Jahre unterzeichnet. Der Gaspreis faellt auf 165 USD und Weissrussland erhaelt ein AKW fuer 10 Mrd USD auf Kredit. Rueckzahlbar in 15 Jahren. Wer weiss was dann ist ? Die Krise ist damit beendet.
Sie sehen wieder alles nur durch die Moskauer Brille! Den Monopolisten rund um Gazprom wird schoen langsam klar, d mit ihrer sturen Preispolitik die Kunden davonrennen. Zuerst springt ein Tuerkischer Grosskunde ab. Dann klappt der Gasvertrag mit China nicht. Die Ukraine moechte einen Fluessiggasterminal, die Weissrussen auch.
Moskau steht vor den Scherben Ihrer Preis- und Aussenpolitik, nur diese Tatsache veranlasste Putin den Weissrussen ein Preisangebot zu machen, welches noch immer um 10 % ueber den freien Weltmarktpreis liegt. Von den Preisen fuer die Russische Industrie ganz zu schweigen. Hier wird noch immer die Russische Industrie unerlaubter Weise subventioniert, zum Nachteil von Weissrussland und Kasachstan.
ich habe wenigstens eine brille, sie sind offensichtlich lieber blind.
ihr lieblingsregime wurde aus politischen gründen gerade von moskau gerettet.
sagen sie danke und freuen sie sich, - das ist doch besser als zugrunde zu gehen, was geschehen wäre, hätte man lukaschenko nicht einmal mehr unter die arme gegriffen...
Von retten kann man nicht sprechen, die Gasmonopolisten haben zuerst sich selbst gerettet. Sogar in der Moskauer Kreml Agentur sieht man die Lage nicht so rosig wie Sie. Lesen und verstehen bildet. Ich empfehle Ihnen den Artikel: Gazprom uebernimmt weissrussische Pipelines- fuer 2.5 Mrd USD.
Uebrigens ich habe kein Lieblingsregime, auch in meiner Jugend hatte ich eher Don Quichotte als Vorbild.
Sehen Sie den Unterschied?
Beamte konnten sich in den vergangenen zehn Jahren über die stärksten Gehaltszuwächse freuen – seit 1998 betrug das Plus inflationsbereinigt 26 Prozent.
Die Zahlen für 2009 zeigen, wo gerechterweise gespart werden müsste:
Einkommen im arithmetischen Mittel: Arbeiter:.......18.318.-
Angestellte:..34.146.-
Beamte:........51.228.-
Selbststän.:..23.657.-
Medianeinkommen:
Arbeiter:.......17.874.-
Angestellte:..27.810.-
Beamte:........47.848.-
Selbststän.:....9.983.-
Ruhegenuss / Pensionen:
Ges. Pensver. Median:..11.579.-
Ruhegenuss Median:....31.804.-
Ges. Pensver. Mittel:...14.634.-
Ruhegenuss Mittel:.....35.693.-
http://www.statistik.at/web_de/st... index.html
"Die Zahlen für 2009 zeigen, wo gerechterweise gespart werden müsste". An der Schulbildung? An der Qualifikation? Am Alter? An der Funktion im Betrieb? Die Einkommen sind nur dann seriös vergleichbar, wenn die Stichproben hinsichtlich der genannten Kriterien parallelisiert sind.
Es wäre gut, wenn neben den harten Daten (Geburtsdaten, Werdegang) auch angegeben wäre, ob man Geld aus NATO-Staaten erhält (Gehälter, gelddotierte Menschenrechtspreise etc.) und wodurch man seinen Lebensunterhalt bestreitet.
Danke
verwirren...
http://www.guardian.co.uk/technolog... l-networks
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/a... y/20404513
Das hat System und dieses ist perfider als Sie denken.
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