Wieder nur heiße Luft

25. November 2011, 18:56
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Große Resignation vor dem Durban-Gipfel - bei Klimakonferenzen gewinnt meist der größte Bremser

Euphorische Aufbruchstimmung schaut ein bisserl anders aus. Am Montag beginnt die UN-Klimakonferenz in Durban, wieder reisen zigtausende Teilnehmer NGOs und Journalisten an - und wieder waren im Vorfeld fast nur skeptische bis resignative Stimmen zu hören. Wie etwa die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, die diese Woche im Bundestag meinte: Es sei nicht abzusehen, dass es im südafrikanischen Durban eine Anschlussvereinbarung zum Kioto-Protokoll geben werde. 

Dieses läuft 2012 aus - und man kann sich schon jetzt fragen, was es eigentlich gebracht habe. Seit 1997, als das Protokoll beschlossen wurde, stieg der CO2-Ausstoß weltweit von 24,1 auf 33,5 Milliarden Tonnen an. Zum Vergleich: Als 1992 die Klimarahmenkonvention in Rio beschlossen wurde, lag der weltweite CO2-Ausstoß noch bei 22,5 Milliarden Tonnen. Seither stiegen die Werte kontinuierlich. Ein Trend, der sich 2010 rasanter denn je fortsetzte. Laut ersten Berechnungen schnellte der weltweite CO2-Ausstoß im Vorjahr von 31,3 auf besagte 33,5 Milliarden Tonnen in die Höhe.

Der kleinste gemeinsame Nenner

Positiv gesehen könnte man sagen, dass es ohne der seit 1995 jährlich abgehaltenen Klimakonferenzen noch viel schlimmer aussähe. Allerdings: Das Dilemma der Klimagipfel hatte der im Vorjahr verstorbene SPD-Politiker Hermann Scheer immer wieder angeprangert: Bei diesem Verhandlungssystem ist immer nur eine Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner möglich. Sprich: Der größte Bremser wird in den meisten Fällen gewinnen. Noch dazu, wenn sich zwei der größten Verschmutzer - die USA und China - dann auch noch weigern, diesen Minimalkonsens per Ratifizierung anzuerkennen.

Scheitert Durban, dann wurde bei diesem Gipfel jedenfalls wieder einmal nur heiße Luft produziert - und das hat in diesem Zusammenhang eine traurige und alarmierende Doppelbedeutung. The Guardian hat dies in einem Artikel aus gegebenem Anlass auf den Punkt gebracht: "Es ist Zeit, dass Wissenschafter mit der Reduktion ihres CO2-Fußabdruckes ein Beispiel setzen." (Roman David-Freihsl, derStandard.at, 25.11.2011)

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    Am Abschluss der Klimakonferenz in Durban wird wohl wieder vor allem heiße Luft abgegeben worden sein.

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