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Mona Al-Tahawy
Ja, es ist tatsächlich geschehen: In Kairo wurde seitens Mitglieder der "Sicherheit" der Krieg ausgerufen und im Krieg, so meinen manche ja immer noch, ist alles erlaubt. Auch die Erniedrigung von den Frauen auf der anderen Seite der Front. Der Zweck, so heißt es immer wieder, heiligt die Mittel. JournalistInnen aber stehen bekanntlich zwischen den Fronten, doch das muss man ja nicht so genau nehmen. Mona Al-Tahawy, eine US-ägyptische Journalistin hatte dieser Tage böse Straßenschlachten zwischen Polizei und Demonstranten beim Tahrir-Platz fotografiert. Sie wurde verprügelt, festgenommen und mit verbundenen Augen in das Innenministerium verfrachtet. Heraus kam sie mit bandagierten Armen. Ihr Bild um die Welt.
Nicht nur wurden ihr rechte Hand und ihr linker Arm gebrochen. Sie wurde von oben bis unten schamlos begrapscht und befummelt: Die Polizei, Dein Freund und Helfer. "Ich konnte irgendwann nicht mehr mitzählen, wie viele Hände versuchten, in meine Hose zu gelangen". Es kann einem nur übel werden bei ihrer Darstellung.
Kalt wird einem auch ums Herz bei den Kommentaren mancher besorgter Mitmenschen. Frauen gehören eben nicht in Krisengebiete. Kinder, Küche, Altenpflege stünden ihnen um ein Vielfaches besser zu Gesicht. Es lebe die kostensparende Sicht der Dinge als kleine Sparvariante im Rahmen der Schuldenbremse, als essentielle Emanzipationsbremse.
Auch Reporter ohne Grenzen International hat sich im Fall Mona Al-Tahawy im ersten Affekt nicht unbedingt mit emanzipatorischem Ruhm befleckt und zunächst verlautbart, weibliche Reporter sollten nach Möglichkeit den Krisenherd meiden. Eine Fauxpas-Aussendung, die umgehend mit der Bitte um Entschuldigung zurückgepfiffen wurde. Berichtende Männer sind nicht minder Gefahren ausgesetzt. Job ist Job und Journalismus weder Gender-Case noch Gender-Falle.
Mona Al-Tahawy ist übrigens überzeugt, dass sie ihre Freilassung samt Entschuldigung seitens der Militärpolizei in erster Linie ihrer Doppelstaatsbürgerschaft verdankt. Ihr amerikanischer Pass habe sie gerettet.
Am selben Tag, als sie diesen Misshandlungen ausgesetzt war, tagte im österreichischen Außenministerium eine internationale Expertenrunde zum Thema "Sicherheit für JournalistInnen. VertreterInnen von Regierungen, internationalen Organisationen und NGOs hatten sich zu einem intensiven Gedankenaustausch getroffen. Reporter ohne Grenzen regte unter anderem für JournalistInnen semi-diplomatische Medienpässe an. Um Verstöße gegen JournalistInnen schneller und vor allem unabhängig ahnend zu können, macht auch ein internationaler Gerichtshof in enger Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft dringend Sinn: als Abschreckung für jene, die mit nackter Gewalt Medienberichterstattung abwürgen wollen.
Das österreichische Außenministerium will den Komplex "Sicherheit für JournalistInnen" und die Verfolgung von Verbrechen gegen JournalistInnen vor dem UN-Menschenrechtsrechtsrat in Genf thematisieren. Für 2012 , so Staatssekretär Wolfgang Waldner, will sich das Außenamt für eine entsprechende "substantielle Resolution" einsetzen. Ein Lichtblick angesichts der Tatsache, dass wöchentlich bereits zwei JournalistInnen getötet werden. Notwendig ist internationale Einsicht allemal. ReporterInnen dürfen kein Freiwild sein.
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US-Journalistin
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gelangen" - Beide Arme gebrochen
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und Text nicht erkennen.
Eine mutige Journalistin wurde gedemütigt und verletzt. Daraus eine "gender" ÜBerschrift zu basteln ist nicht passend.
PS: wenn es Journalisten und Journalistinnen gibt die den Mut haben bei solchen Ereignissen direkt an Ort und Stelle zu sein sollten sich österreichische Journalisten auch mal ein Herz fassen und bei grundsätzlich ungefährlichen Ereignissen (z.b. Gerichtsprozessen, Interviews) auch selbst mal an Ort und Stelle zu sein und nicht einfach so von ferne zu berichten.
Sie wurde eben als Journalisten UND Frau von einer gegenderten Polizei (da großteils männlich) entlang einer heterosexuellen Logik der Dominanz gedemütigt.
Wenn Sie es nicht für einen Zufall halten, dass es keine Polizistinnen waren, die einen männlichen Journalisten sexuell mißbrauchen, dann können Sie auch kaum die Gender-Dimension des Vorfalls ignorieren.
Natürlich gehört das dazu... die geschlechtliche Dimension der Gewalt kann ja nur anhand einer Kontrastierung der Übergriffe verstanden werden. Dass Geschlecht eine der dominantesten Kategorien in unserer Gesellschaft ist, bedeutet ja nicht einfach, dass Frauen immer benachteiligt wären, sondern dass Geschlechtlichkeit unsere Beziehungen und Interaktionen strukturiert.
Wobei ich schon anmerken muss, dass Ihr Versuch, eine Symmetrie herzustellen, an einer Tatsache scheitert: In beiden Fällen geht (vermutlich) die Gewalt von Männern aus.
Ich würde Sie übrigens bitten, sexuellen Missbrauch nicht mit "begrapschen" zu verharmlosen.
"Berichtende Männer sind nicht minder Gefahren ausgesetzt."
Sogar größeren. Die werden noch mehr misshandelt, und nahezu alle Todesopfer unter Journalisten waren immer schon Männer. Auch bei den Verletzten, Folteropfern, etc. sind Männer die absolut dominierende Opfergruppe. Aber das passt nicht anscheinend nicht ins Standardweltbild, weil davon hört man hier wenig.
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