Vorwürfe gegen Schulen

"Die Lehrer haben einfach geprügelt"

Interview | 25. November 2011, 17:00
  • Artikelbild
    foto: der standard/andy urban

    Karlsson fordert ein Umdenken im Umgang mit Kindern: "Ich frage mich, was im Kopf eines Lehrergewerkschafters vorgeht, wenn er von Durchgriffsrecht gegen undisziplinierte Kinder spricht."

Irmtraut Karlsson, ehemalige rote Sozial- und Frauenpolitikerin, sagt, dass Kinder nicht nur in Heimen misshandelt wurden

Standard: Sie haben 1974 einen Bericht über Missstände in städtischen Kinderheimen erstellt. Schließen Sie aus, dass es heute in Institutionen Übergriffe gibt?

Karlsson: Solche systematisch über Jahre gehende Übergriffe gibt es, so glaube ich, nicht mehr. Andererseits gibt es noch immer Institutionen, wo schwere Übergriffe möglich wären. Also geschlossene Internate zum Beispiel. Darum muss man immer schauen, dass solche Einrichtungen offen sind, dass das Kind viele Bezugspersonen hat. Was mir derzeit viel mehr Sorgen macht, ist der oberösterreichische Fall, wo ein Schuldirektor einen Siebenjährigen geschlagen haben soll. Indirekt gibt er es zu, die Republik sagt hingegen, das Kind ist schuld, es hätte provoziert. Und es gibt keinen Aufschrei gegen eine derartige Auffassung von professioneller Pädagogik.

Standard: Laut Zahlen des Netzwerks Kinderrechte finden in Österreich 68 Prozent die "g'sunde Watsch'n" in Ordnung, in Schweden nur 18 Prozent. Was ist das? Woran liegt das? Ist das Tradition?

Karlsson: Wir haben eine sehr kurze demokratische Tradition - unterbrochen von zwei Diktaturen. Nach dem Ersten Weltkrieg hat man im roten Wien eine Glöckel'sche Schulreform versucht. Diese Revolution im Denken hat es nach dem Zweiten Weltkrieg nicht gegeben. Es gab nie eine Aufarbeitung des faschistischen Erziehungsideals. Jetzt sehen wir die Folgen.

Standard: Sie haben in Ihrer Studie 14 von 34 Kinderheimen als Kindergefängnisse qualifiziert. Gab es vorher Gerüchte, dass es Kindern in städtischen Heimen schlecht ergeht?

Karlsson: Ja, darum wurde die Heimkommission ins Leben gerufen, die dann 1971 einen hübschen Katalog über bessere Ausbildung, Öffnung der Heime, Erziehung zur Selbstverantwortung der Kinder erarbeitet hat. Meine Idee war, in den Heimen zu schauen, wie viel umgesetzt worden ist. Diese Studie wurde dann veröffentlicht. Das ist dem Mut des damaligen Leiters des Instituts für Stadtforschung zu verdanken.

Standard: Haben Sie Schwierigkeiten wegen der Studie gekriegt?

Karlsson: Im Vergleich zu dem, was den Opfern in den Heimen passiert ist, war es ein Klacks. Drohbriefe mit Hinweis auf die Amtsverschwiegenheit, Verweigerung einer Dienstbeschreibung zu meiner Gehaltsvorrückung als Beamtin. Unangenehm, aber nicht lebenszerstörend wie die Methoden in den Heimen.

Standard: Elfriede Jelinek hat im "Falter" berichtet, wie man sie als Fünfjährige im St.-Anna-Kinderspital seelisch misshandelt hat. Erst kirchliche Heime, dann städtische, jetzt Spitäler. Was kommt als Nächstes?

Karlsson: Der Schulbereich ist überhaupt noch nicht aufgearbeitet. Die Lehrer haben einfach geprügelt - und denen ist nichts passiert. Darum bewegt mich auch die Geschichte in Oberösterreich so. Dort wurde der Lehrer einfach in Pension geschickt.

Standard: Ute Bock hat erzählt, dass im Heim in Biedermannsdorf, in dem sie als Erzieherin war, in den 1960er-Jahren Nazis gearbeitet haben. Sie sprachen nur von einer "Ausbildung der Erzieher im Nazi-Geist". Was stimmt?

Karlsson: Das muss man in Altersgenerationen sehen. Mir wurde ja auch immer vorgeworfen, dass es 1974 keine Nazis mehr gegeben habe. Aber 50-Jährige, die damals in einem Heim gearbeitet haben, sind vom Naziregime ausgebildet worden, das ihnen Gehorsam und Disziplin eingetrichtert hat.

Standard: Befürchten Sie, dass die Opfer im Zuge der Aufarbeitung ein weiteres Mal traumatisiert werden?

Karlsson: Diejenigen, die sich öffentlich geäußert haben und zu denen ich Kontakt hatte, sind sehr starke Menschen. Die sind schon durch alle Arten von Anschuldigungen und Verdächtigungen gegangen. Schlimm sind die Aufspürer, die im medialen Wettkampf um den schlimmsten Fall stehen. Da können Opfer reintaumeln, die das nicht durchstehen.

Standard: Sind Sie für eine Verlängerung der Verjährungsfrist?

Karlsson: Es gehört alles aufgearbeitet. Der Wilhelminenberg ist nur die Spitze eines Eisbergs. Aber auf Teufel komm raus das Strafmaß zu erhöhen wäre gegen meine rechtspolitische Haltung. Wenn ein Opfer einen Strafprozess will, muss der auch Aussicht auf Erfolg haben. Da darf Verjährung keine Rolle spielen.

Standard: Sollte es Änderungen beim Schadenersatz geben?

Karlsson: Ja, das würde nämlich den Opfern etwas bringen.

Standard: Ging Gewalt in Heimen immer auch mit sexuellen Übergriffen einher?

Karlsson: Nein. Die hat nur immer die Spießer in ihrer Morgenzeitung am meisten aufgegeilt. Die anderen Formen von Gewalt interessieren schon viel weniger. Etwa, dass Kinder aufspringen mussten, sobald ein Erwachsener den Raum betritt. Oder dass vor dem Kind abschätzig über dessen Eltern geredet wurde. Das waren Demütigungsrituale, die kaum jemand als Unrecht empfand. Bei der sexuellen Gewalt dagegen war auch damals allen bewusst, dass sie Unrecht tun.

Standard: Sie haben stets kritisiert, dass die Reformen viel zu lange gedauert haben. Woran lag das?

Karlsson: Die Leute waren alle Beamte. Zum Beispiel gab es im Heim in Eggenburg einen äußerst problematischen Erzieher. Eine Suspendierung wurde mit dem Argument abgelehnt, er habe gerade begonnen, ein Haus zu bauen und habe Kinder.

Standard: Hat sich da etwas im Umgang mit Kindern gesellschaftlich so entwickelt, wie Sie es sich 1974 gewünscht hätten?

Karlsson: Eine Zeitlang waren wir optimistisch. Aber wenn man heute Bilder aus Schulen sieht, dann sieht man immer noch wie in der Monarchie die Bankreihen und den Frontalunterricht. Das ist Zurichtungspädagogik. Und ich frage mich, was im Kopf eines Lehrergewerkschafters vorgeht, wenn er von "Durchgriffsrecht" gegen undisziplinierte Kinder spricht.

Standard: Glauben Sie, dass Schadenersatz-Geld den Opfern die gewünschte Genugtuung bringt?

Karlsson: Geld allein nicht, aber es kann Therapie ermöglichen, es zeigt Respekt. Der kann auch anders ausgedrückt werden: In Schweden gab es einen Staatsakt wegen Gewalt in Kinderheimen. Die Zeremonie fand in dem Saal statt, in dem die Nobelpreise vergeben werden. Die Königin, Minister und der Parlamentspräsident waren anwesend. Letzterer hat gesagt, "die schwedische Gesellschaft entschuldigt sich". Es wäre schön, wenn auch die österreichische Kirchen- und Staatsspitze etwas Ähnliches arrangieren könnte. (Petra Stuiber/Bettina Fernsebner-Kokert/DER STANDARD, Printausgabe, 26./27.11.2011)

Zur Person

Irmtraut Karlsson (67), langjährige Nationalratsabgeordnete, SPÖ-Frauensekretärin und Krimi-Autorin, studierte Sozialpädagogik und erstellte 1974 für die Stadt Wien die Studie "Verwaltete Kinder", in der sie Missstände in städtischen Kinderheimen anprangerte.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 336
1 2 3 4 5 6 7 8
Gerhard Schwarz6
 
00
17.12.2011, 11:41

Mich entsetzt besonders, dass die von Irmtraut Karlsson 1974 gewonnenen Erkenntnisse erst 2011 öffentlich diskutiert werden.Der Kadavergehorsam in Gremien und Institutionen ist immer noch virulent. Und wird aktiv gefördert. Man lese Dienstverträge im öffentlichen Dienst. Oder bedenke die Förderung reaktionärer Erziehungsformen in Einrichtungen zugewanderter Mitbürger. Makaberstes Beispiel für mich ist die "sozialdemokratische" Karriere politischer Figuren etwa eines Omar Al Rawi, politisch protegierter Lobbyist reaktionärreligiöser Institutionen.
Das autoritär-patriarchalische Menschenbild wird dort trdiert und wiederbelebt. Und in "integratives" Engagement umgelogen.

Dagmar Rehak Wien
 
00
17.12.2011, 14:17

Wo kann man denn solche Dienstverträge nachlesen?

Gerhard Schwarz6
 
00
18.12.2011, 13:32

Bei jedem offentlich Bediensteten und in den "Verschwiegenheitsbestimmungen" der Dienstordnung.

Sukram's Panopticum
 
00
30.11.2011, 14:01
Es geht um Autorität & damit einhergend der Respekt

Wieso gibt es eigentlich noch keine Studie dazu, wie Autorität in Österreich gesehen wird? Landläufig wird doch immer wieder gesagt, dass Autorität etwas negatives ist. Die einzig negative ist die, die durch Macht entsteht.
Daneben gibt es aber noch die Autorität durch Wissen und die Autorität durch Anerkennung. Die beiden kommen super ohne die Macht aus, und jeder kann sie sich erarbeiten. Selbst Kinder & Jugendliche gestehen Erwachsenen das automatisch zu, und respektieren diese.

Die Autorität durch Macht ist die einzige, die man missbrauchen kann. Weil sie über den Dingen steht. Das Kinder & Jugendliche sich gegen Erwachsene auflehnen, hat IMO AUCH den Grund, dass sie diese Autorität nicht wollen! Zu Recht, oder?

ziegenhals
 
00
29.11.2011, 05:55

die turnlehrer im gym in den 80ern hatten ihre ausbildung wohl nicht in der pädak, sondern beim militär genossen, derartige schinder und brüller waren das. das hat mir die freude am sport und an der bewegung genommen, vor fast jeder turnstunde fürchtete ich mich. seither bin ich absolut bewegungsfaul (zum glück trotzdem nicht übergewichtig), und sport nur vor dem fernseher.

Rene Stangeler
00
30.11.2011, 22:40
Ging mir ähnlich

Unser Turnlehrer war einfach ein Sadist. Suchte sich immer die Schwächsten raus um sie zu runterzumachen, zu quälen. Ich war ein schwächliches, introvertiertes Kind und ein willkommenes Opfer (neben einigen anderen) für ihn. Turnen war Horror, ein Jahr gab er mir einen Vierer ins Zeugnis.
Habe aber Jahre später zum Sport gefunden (allerdings kein Mannschaftssport) und halte mich fit.

Rosa Stahl
00
29.11.2011, 12:38

na nur ka Selbstverantwortung. Bekanntlich sind bis ins hohe Alter immer die anderen schuld, wenn man selbst was nicht macht.

ziegenhals
 
00
30.11.2011, 05:58

wem hab irgendeine schuld gegeben, und v. a. wofür? niemandem für nichts. bist im falschen artikel? ich hab nur erzählt, was war und was ist.

Rosa Stahl
10
28.11.2011, 14:55

ui, da gibts aber Gschichten.

Bin selbst ebenfalls in den 80ern sowohl katholischprivat alsauch öffentlich in die Schule gegangen. Davon sogar ein Jahr katholisches Internat.

Das einzige, was ich berichten kann, ist, dass in der ersten Klasse mich eine weltliche Lehrerin nicht aufs Klo gehen ließ und ich dann auf den Sessel gepinkelt habe.

Ansonsten war nix. Keine Schlüsselbunde, keine Watschen, kein Ohrziehen. Hab auch nichts dergleichen bei meinen Mitschülern beobachtet.

K. K. Lacke
00
28.11.2011, 13:25
da ich Mitte der 80er selbst noch erleben durfte wie Lehrkräfte (Klosterschwestern) einer Bildungseinrichtung (röm.-kath. Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht) ihre Schutzbefohlenen (Volksschüler, 1te und 2te Klasse) misshandelten

spreche ich aus Erfahrung wenn ich sage:

die "g'sunde Watsch'n" wurde vierlerorts noch bis Anfang der 90er verteilt

nicht umsonst wurde (falls ich mich nicht täusche) '84 auch die elterliche Gewaltanwendung für illegal erklärt... weil diese eben "üblich" war...

ich habe als Kind eingetrichtert bekommen dass "wer seine Kinder liebt, der züchtigt sie", es sich also um eine Form der Zuneigung handelte, mit der ich heute noch nicht klarkomme.

Und auch heute findet die "schwarze Pädagogik" immer wieder noch ihre Verfechter und Schlupfwinkel, sei es bei der psychischen Gewaltausübung durch LehrerInnen (ja, auch Frauen bedienten sich in Schulen gerne dieses Mittels) oder dem Direktor der erklärt der provokante Schüler hätte "es" verdient...

Stephen Dedalus
18
27.11.2011, 18:33
Na dann mein Bericht

Volksschule, 70er Jahre, Salzburger Land.
Täter: der Pfarrer/Religionslehrer (mittlerweile verreckt).
Strafen für "schwätzen":
- Ohrfeigen
- an den Ohren reißen
- an den Haaren reißen
- 30 Minuten und länger auf dem Boden knien

Gymnasium Unterstufe, 80er Jahre, Salzburg.
Täter: Turnlehrer.
Strafen für Nichtbeachten der Hausschuhpflicht, Herumlaufen im Gang, Geschrei:
- an den Ohren reißen
- Gelegentlich Schubser an die Wand oder Boxhieb in den Bauch (selbstverständlich nachher abgestritten)

Gab noch mehr, z.B. Werfen von Schlüsselbund wegen Schwätzen (hab mal einen heftigen Treffer abgekriegt).

Hat aber irgendwann aufgehört. Ob sie (wie kolportiert) mal einem Lehrer nach Dienst aufgelauert haben oder aus anderen Gründen, weiß ich nicht.

triage
32
28.11.2011, 11:18

So ist es. Gleich wie bei mir. Es waren andere Zeiten und andere Maßstäbe. Das heißt nicht, daß ich physische oder psychische Gewalt in der Erziehung gutheiße.

Ich hab mich allerdings damals nicht mißhandelt gefühlt und fühle mich auch heut noch nicht so, wenn ich an damals denke.

Im Gegenteil: Für den Blödsinn, den wir gemacht haben, haben wir die Tetschn bewußt in Kauf genommen. ;-)

Pintinho
01
29.11.2011, 16:25

Das Problem bei allzu großzügiger Sichtweise der Umstände von früher ist halt, dass man dieselbe großzügige Sichtweise dann von den eigenen Kindern auch verlangt.

Andrea Fürtauer
02
27.11.2011, 18:21
Was ich da so lese läßt den Schluß zu, dass es

in den goldenen Kreisky-Jahren schlimmer wurde. Ich beendete die Mittelschule 1969 in Wien und hatte eine gewaltfreie Schulzeit, von Mitschülern abgesehen.
Seelisch litt ich unter der Volksschullehrerin, die hysterisch war und uns zumindest manchmal zuviel Hausaufgaben aufgab. Auch bei meinen Kontakten mit Gleichaltrigen wurde mir nichts von körperlichen Mißhandlungen in der Schule erzählt. Der Turnlehrer in der Mittelschule war zwar ein Schleifer, aber handgreiflich wurde er nicht .Mehr als meine eigenen Erfahrungen kann ich nicht beisteuern.

Dagmar Rehak Wien
 
00
28.11.2011, 15:18

Nein, die goldenen Kreisky-Jahre waren absolut friedlich. Das einzige Mal, wo ich in der Volksschule Gewalt erlebte, war die durch einen Schüler gegen eine Lehrerin gerichtet.

der_kleine_pariser
 
02
27.11.2011, 22:57

ich bin in den 70ern zur Schule gegangen und heb auch eine relaiv gewaltfreie Schule erlebt.

Wir sind zwei Personen und statistisch nicht wirklich relevant

Doktor Jörg Haider
00
27.11.2011, 16:37
Ich widerspreche Frau Karlsson:

meine VS-Lehrerin hat ebenfalls Kinder geschlagen.

Camino
03
27.11.2011, 15:18

Habe mir einige Kommentare über Mißhandlungen von Lehrern durchgelesen. Ich bin weder in der Volkschule noch im Gymnasium von einem Lehrer körperlich angegriffen worden. Ich bin schockiert, wenn dies alles wahr sein sollte. Klar, einige Lehrer haben ihren Sadismus an uns (den Schwachen,die sich nicht trauen sich zu wehren) ausgelassen, aber nur über "Psychoterror". Das waren aber Ausnahmen

rabelais
06
27.11.2011, 15:06
Braunau

In der dortigen Hauptschule wurde Anfang der 70er-Jahre nicht nur mit Stock geprügelt. Es existierte auch eine gut funktionierender struktureller Unterbau. bestehend aus Strafeneinsammlern, Pausen-Kapos, Schweigegeboten, Im-Kreis-Gehen usw. Damit wurde die Lehrergewalt durch Gewalt unter den Schülern gefestigt und erschien letztlich als natürlich. Und ja, der unaufgearbeitete Überhang der Nazi-Erziehungsideologie zeigte sich nicht nur im offenen Nazismus des Geografie-Lehrers und Oberprüglers Hubert S., sondern auch in der Zustimmung und in der Doppelung der Strafen durch die Eltern. Jene, die heute meinen, man solle doch nicht so zimperlich sein sorgen dafür, dass dieser Irrsinn in die nächste Generation weiter getragen wird.

Igypop83
163
27.11.2011, 14:00
Immer nur am Jammern!

Ooooh Lehrer haben mich geprügelt. Ja irgendwas wirst schon gemacht haben, womit du dir a gsunde Watschn verdient hast!

Vertrauen Sie dem Testsieger
04
27.11.2011, 14:41
stimmt

für diesen sager solltest nach deiner auffassung auch eine umgehängt kriegen

Igypop83
61
27.11.2011, 19:55
Hab in der Schule eh was abbekommen und es hat mir auch nicht geschadet.

rabelais
010
27.11.2011, 22:28
Offensichtlich

.. doch.

kater bruno
18
27.11.2011, 12:23

Die meisten am Land wurden vom Lehrer mißhandelt. Ich war in einem kleinen Bauerndorf, 4 Jahre Volksschule 1966 bis 1970 mit dem
selben Lehrer, der hat uns und auch mich immerwieder geschlagen und ausgepeitscht. Leider war in der Ortschaft ein Ehrenbürger.
Anschließend in der Hauptschule wurde auch noch geschlagen, verspottet und gedemütigt. Besonders die Arbeiterkinder waren
arm dran, im Gegensatz zu den Bauernkinder. Kein Menschen hat das damals gescherrt. Was mir noch aufffällt, der Geschichtsunterreicht hörte vor 1938 auf. Waren die meisten Lehrer vermutlich im Krieg und in diesen Geiste aufgewachsen und gaben dies vermutlich weiter. Ich hoffe, heute ist das anders.

Weichnachtszwölf
03
27.11.2011, 13:36
Genau dieselbe Erfahrung, selbe Zeit

obwohl wir vermutlich nicht im selben Dorf in die Schule gegangen sind. Solches Verhalten galt als gesellschaftlich akzeptiert, schon weil es in den Familien nicht anders zugegangen ist. Es ist mE nicht speziell ein Problem der NS-Vergangenheit, sondern überhaupt nachwirkendes 19. Jahrhundert gewesen. Auch bekennende Linke haben ihre Kinder verprügelt.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 336
1 2 3 4 5 6 7 8

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.