Spanien schließt Hilfe von EU oder IWF nicht aus

25. November 2011, 16:39
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Für die Konservativen ist das eine der Optionen, die auf dem Tisch liegt. Kreise: "Wenn wir es tun müssen, müssen wir es jetzt tun"

Madrid - In der Schuldenkrise schließt die künftige Regierungspartei Spaniens nach Informationen aus dem Umfeld der Konservativen Rettungshilfen von außen nicht kategorisch aus. "Ich glaube nicht, dass es schon eine Entscheidung dazu gibt", sagte eine der Partei nahestehende Person am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. "Aber es ist eine der Optionen, die auf dem Tisch liegen. Ich bin dazu befragt worden."

Allerdings brauche man mehr Zeit und mehr Informationen über den aktuellen Stand der Dinge. Sollte Hilfe notwendig sein - entweder durch den Rettungsschirm EFSF oder über eine Kreditlinie durch den Internationalen Währungsfonds (IWF), wäre es politisch klug, eine solche Anforderung unabhängig und schnell zu stellen, anstatt auf den Druck der Finanzmärkte reagieren zu müssen. "Wenn wir es tun müssen, müssen wir es jetzt tun", hieß es.

Die spanische Volkspartei (PP) hatte am vorigen Sonntag unter ihrem Spitzenkandidaten Mariano Rajoy die Parlamentswahl klar gewonnen und löst die regierenden Sozialisten in wenigen Wochen an der Macht ab. Die amtierende Finanzministerin Elena Salgado hatte trotz der zuletzt gestiegenen Zinskosten am Anleihenmarkt Rettungshilfen von außen ausgeschlossen.

Der IWF hatte in dieser Woche seine Kreditvergabe gestärkt und eine neue Sechs-Monats-Liquiditätslinie eingeführt. Dies werde Staaten bei künftigen Erschütterungen helfen, hatte der IWF erklärt. Staaten in relativ guter Verfassung bekommen demnach Zugang zu Krediten mit einer Laufzeit von sechs Monaten - unter Umständen auch länger. (APA)

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    Auch unter dem Konservativen Mariano Rajoy dürfte es für Spanien zunächst nicht leichter werden.

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