Aktivisten: Untätigkeit in Drogenkrieg stellt Kriegsverbrechen dar
Mexiko-Stadt - Menschenrechtsaktivisten haben den
mexikanischen Präsidenten Felipe Calderon, mehrere Regierungsbeamte
und einige der meistgesuchten Drogenbandenchefs vor dem
Internationalen Strafgericht in Den Haag angezeigt. Die Regierung
habe die Tötung, Entführung und Folter von Zivilisten durch die
Kriminellen zugelassen. "Wir wollen, dass die Ankläger prüfen, ob es
sich dabei um Kriegsverbrechen handelt, und ob der Präsident und
andere Offizielle verantwortlich sind", sagte die mexikanische
Anwältin Netzai Sandoval, die gemeinsam mit anderen Aktivisten am
Freitag ihre Beschwerde in Den Haag einreichte.
Im mexikanischen Drogenkrieg sind nach Angaben von Beobachtern in
den vergangenen fünf Jahren mehr als 45.000 Menschen getötet worden.
Die mexikanische Regierung hat Vorwürfe der Mitverantwortung an den
Kämpfen zwischen rivalisierenden Banden zurückgewiesen und verweist
darauf, dass es sich um eine innere Angelegenheit Mexikos handle.
Eine Untersuchung der Vorgänge durch das Haager Strafgericht könnte
Jahre dauern, heißt es von Juristen. (APA/Reuters)