Ried und der Unglaube an die eigene Stärke

25. November 2011, 16:01
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Trotz Spitzenplatz wandert der Blick bei den Verantwortlichen vor dem Duell mit Innsbruck immer noch nach unten

Ried/Innsbruck - Die SV Ried hat sich in der Fußball-Bundesliga in den Höhenregionen etabliert. Seit fünf Runden ist der viertplatzierte Cupsieger aus  ungeschlagen, sammelte dabei elf Zähler und liegt vor der 16. Runde auf Schlagdistanz zu Platz eins. Vor dem Heimauftritt gegen Wacker Innsbruck am Samstag (16.00/live Sky) übten sich die Beteiligten trotzdem darin, den Ball flach zu halten.

"Für mich ist es im Herbst nach wie vor wichtig, dass wir den Abstand nach unten groß halten", dichtete Trainer Paul Gludovatz. 26 Punkte lautet seine Vorgabe für den Herbst. 24 davon haben die Rieder bereits eingestreift. "Rückschläge sind immer wieder zu erwarten. Aber Stabilität ist auch damit verbunden, dass man diese verkraften muss", meinte der 65-Jährige. Manager Stefan Reiter sieht das ähnlich: "Bis zur Winterpause noch mehr drin. Es kann aber genauso schnell nach unten gehen."

Für Wacker ist die Reise ins Innviertel die Chance, das 0:5-Heimdebakel gegen die Rieder Anfang September endgültig vergessen zu machen. Damals lief aus Innsbrucker Sicht alles schief. "Wir sind damals ins offene Messer gerannt, aber das ist nicht mehr in den Köpfen", meinte Trainer Walter Kogler. Auswärts sind die siebentplatzierten Tiroler in dieser Saison jedenfalls ein unangenehmer Gegner. Nach sieben Partien steht nur eine Niederlage (2:3 bei der Admira) zu Buche, fünf Mal gab es Unentschieden.

Um die Früchte ihrer Arbeit brachten sich die Innsbrucker oft im Finish. In den jüngsten vier Runden kassierte Wacker dreimal entscheidende Gegentore in der Nachspielzeit. Aus möglichen Siegen bei der Admira (2:3), der Austria (2:2) und daheim gegen Mattersburg (1:1) wurden eine Niederlage und zwei Remis. "Wir lassen uns davon nicht aus der Ruhe bringen. Das sind Phasen, die irgendwann einmal aufhören", erklärte Kogler.

"Wir vergessen im Finish auf die Offensive", diagnostizierte Mittelfeldspieler Peter Hackmair. Der Oberösterreicher kehrt an eine alte Wirkungsstätte zurück. "Ich war zwölf Jahre beim Verein, habe mein halbes Leben dort verbracht. Aber für 90 Minuten werde ich das ausblenden. Wir wollen mit drei Punkten heimfahren", bekräftigte der 24-Jährige. (APA/red)

Mögliche Aufstellungen:

SV Ried - FC Wacker Innsbruck (Keine Sorgen Arena, 16.00, SR Dintar). Saisonergebnisse 2010/11: 0:1 (a), 1:0 (h), 2:2 (h), 1:1 (a). Bisher: 5:0 (a).

Ried: Gebauer - Rotpuller, Reifeltshammer, Riegler - Hinum, Hadzic, Ziegl - Lexa, Carril/Nacho, Meilinger - Casanova

Ersatz: Schober - Grasegger, Gabriel, Schreiner, Zulj, Guillem

Es fehlen: Hammerer, Karner (beide verletzt)

Fraglich: Beichler (Knöchelblessur), Basala-Mazana (krank)

Wacker: Safar - Bergmann, Dakovic, Svejnoha, Hauser - Abraham - Schütz, Hackmair, Schreter, Wernitznig - Burgic

Ersatz: Egger - Bea, Bilgen, Perstaller, Merino, Ildiz, Bammer

Es fehlen: Kofler (gesperrt), Harding, Löffler (beide verletzt)

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